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Wieder Videobeweis-Ärger: Eintracht hadert mit Referee

Frankfurt/Main. Im Kampf um Europa geht Eintracht Frankfurt auf der Zielgerade der Saison die Luft aus. Der Ärger nach der deftigen Niederlage gegen Hertha BSC richtet sich vor allem gegen den Schiedsrichter.

Wieder Videobeweis-Ärger: Eintracht hadert mit Referee

Schiedsrichter Sascha Stegemann überprüfte seine Elfmeter-Entscheidung noch einmal auf dem Bildschirm. Foto: Frank Rumpenhorst

Äußerlich gelassen übte Fredi Bobic nach der herben 0:3-Heimpleite gegen Hertha BSC Schiedsrichter-Schelte, doch in dem Sportvorstand von Eintracht Frankfurt brodelte es gewaltig.

„Das ist der Wahnsinn. Wahrnehmungsfehler vom Schiedsrichter verstehe ich, das kann passieren. Aber wenn du mit dem Puls runtergehst, wie beim Biathlon am Schießstand, und dir das noch mal in Ruhe anschaust - dann noch einmal das Gleiche zu sehen, das hat er exklusiv“, schimpfte Bobic über den höchst umstrittenen Strafstoß zum 0:1 und fügte hinzu: „Das war die entscheidende Szene. Da muss man die Emotionen echt zurückhalten.“

Die schier endlosen Diskussionen um den Videobeweis wurden um eine neue Facette erweitert. Referee Sascha Stegemann (Niederkassel) hatte seinen zweifelhaften Elfmeterpfiff nach einem Zweikampf zwischen Eintracht-Verteidiger Makoto Hasebe und Hertha-Stürmer Davie Selke auf Anraten des Video-Assistenten sogar noch einmal überprüft. Doch seine endgültige Entscheidung fiel anders aus als von den meisten Beobachtern angenommen.

„Ich habe mir die Fernsehbilder angeschaut und gesagt: Prima, kein Elfmeter. Und dann rennt er doch zum Elfmeterpunkt. Selbst Herthaner, die um mich herum waren, haben geschmunzelt“, berichtete Bobic. Auch Eintracht-Trainer Niko Kovac, der beim ersten Heimauftritt nach der Verkündung seines Wechsels zum FC Bayern von den eigenen Fans lautstark ausgepfiffen wurde, schüttelte den Kopf über das Gast-Geschenk: „Der Videobeweis ist wichtig und richtig. Aber heute hat der Schiedsrichter daneben gelegen.“

Der Ärger der Verantwortlichen war groß, drohen die Hessen nach dem unerwarteten Rückschlag doch das Ziel Europa League zu verpassen. „Diese Niederlage war natürlich nicht eingeplant und tut uns weh“, räumte Bobic ein. „Wir müssen alles daran setzen, noch Sechster zu werden. Es wird bis zum Ende ein ganz enges Ding.“ Und Kovac stellte fest: „Wir brauchen noch den einen oder anderen Punkt, sonst fallen wir da oben raus.“

Als Tabellensiebter mit 46 Punkten haben die Frankfurter nur noch drei Zähler Vorsprung vor Verfolger Borussia Mönchengladbach. Selbst die Berliner (42) dürfen plötzlich noch einmal von Europa träumen. Hertha-Manager Michael Preetz sagte: „Wir haben jetzt zweimal nacheinander gewonnen, das gibt Selbstvertrauen.“

Davon war bei den Frankfurtern nur drei Tage nach dem ausgelassen bejubelten Einzug ins Pokal-Endspiel nichts mehr zu spüren. Mit müden Beinen und Köpfen schleppten sie sich nach dem Rückstand durch den Elfmeter von Selke (57. Minute) über den Platz und kassierten neben den weiteren Gegentoren durch Mathew Leckie (77.) und Alexander Esswein (90.+1) auch noch eine Rote Karte für Hasebe (79.). „Das darf ihm nicht passieren, schon gar nicht in seinem Alter“, rügte Kovac den Routinier für dessen Ellbogenschlag ins Gesicht von Selke.

Vor dem Duell mit seinem künftigen Arbeitgeber am kommenden Samstag in München muss Kovac seine Mannschaft nun schnell wieder aufrichten. „Wir wollen positiv bleiben“, sagte der scheidende Eintracht-Coach. Das dürfte nach dem mächtigen Wirbel um seinen Sommer-Wechsel zum Rekordmeister und dem heftigen Dämpfer gegen Hertha gar nicht so einfach werden.

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