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Wild wachsende Bäume und Sträucher sind freigegeben zur Ernte

Obsternte

Es hat nicht die Glanz-Optik wie im Supermarkt, dafür ist es natürlich und unbehandelt: Obst an wild wachsenden Bäumen und Sträuchern. Doch oft landen die guten Früchte ungenutzt auf dem Boden und faulen – auch in Witten.

WITTEN

von Karin von Cieminski

, 18.08.2010
Wild wachsende Bäume und Sträucher sind freigegeben zur Ernte

Rund um die Straße Tiefendorf stehen die Bäume mit den schwarzen Kirschen.

Unter dem Motto "Freies Obst für freie Bürger" sammeln die Macher der Internetseite mundraub.org Fundstellen von offenbar herrenlosen Obstbäumen. Sie wünschen sich dadurch einen fruchtbaren Austausch von Gleichgesinnten: Sammler können ihre Tipps auf einer Deutschlandkarte eintragen. Die Internetseite wächst, doch für Witten gibt es bisher nur einen Eintrag: Es gebe schwarze, kleine, süße Kirschen entlang der Straße Tiefendorf. Der Sammler schreibt außerdem: "Ich habe den Bauern in der Nähe gefragt, der meinte Pflücken sei vollkommen ok."

Der hier ansässigeLandwirt Heinrich-Wilhelm Schulte-Niermann bewirtschaftet viele Flächen rund um die Straße Tiefendorf, doch die Bäume am Straßenrand gehören nicht zu seinem Grundstück. Immer wieder werden er und die Familienmitglieder von Radfahrern angesprochen, ob sie dort pflücken dürfen. Er habe sogar schon beobachtet, wie Wagemutige in die Bäume oder auf ihr Autodach klettern für die leckeren Vitamine. Doch Sammler und Vögel ernten nur einen kleinen Teil, das meiste landet auf dem Boden, weiß der Landwirt. Die Obstbäume hat der EN-Kreis gepflanzt. („Die Bürger dürfen sich gern bedienen“, sagte eine Sprecherin, „auf all unseren Flächen, die gut zugänglich sind und es niemanden stört.“). Die Zeit für „gut Kirschen essen“ ist jetzt leider schon vorbei. Wo könnte man mehr Erfolg haben?

Wir haben uns umgehört: am Freizeitzentrum Kemnade vielleicht. Dort stehen 50 Obstbäume im Ökopark zur freien Verfügung. "Birnen, Äpfel, Pflaumen und Kirschen", zählt Claudia Spoo vom Freizeitzentrum auf. "Die sind sehr beliebt." Das Fleckchen scheint kein Geheimtipp mehr zu sein. Viele werden auch die Brombeersträucher an der beliebten Radstrecke Rheinischer Esel kennen. Hier könnte es sich auch lohnen: Herrenlose Brombeeren und Haselnüsse, die schon leicht braun und bald reif sind, findet man am Brückenkamp. Wild wachsende Kirschen und Äpfel hängen am Ossenkamp herab. Auch die Naturschutzgruppe Witten (NaWit) kümmert sich um solche Bäume. Sie findet es ebenfalls zu schade, die Früchte verkommen zu lassen und bittet daher Obstwiesenbesitzer, die sich nicht mehr kümmern möchten, sich bei der Gruppe zu melden. "Man kann das Obst auch bei uns abgeben", sagt Jens Storchmann von NaWit, "ür fünf Kilogramm Äpfel, die wir weiter verarbeiten, gibt es eine Flasche frischen Apfelsaft". Hier finden Sie Obst zum selberpflücken in Witten:

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