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Wildwuchs vor Tafeln am Kommunalfriedhof entfernt

Freie Sicht

Frische Stiefmütterchen schmücken das Rundbeet vor der Gedenktafel auf dem Kommunalfriedhof an der Dortmunder Straße. Der Blick auf die großen Steinplatten mit den Namen von 312 Zwangsarbeitern, die zwischen 1942 bis 1945 in Witten ihr Leben verloren haben, ist wieder frei.

ANNEN

von Von Susanne Linka

, 13.04.2011
Wildwuchs vor Tafeln am Kommunalfriedhof entfernt

Sie haben das Denkmal auf dem Kommunalfriedhof "zum Sprechen gebracht": (v.r.) Peter Falk, Martin Pricken (Stadttelbüro Annen), Hans-Heinrich und Martine Bukow sowie Bernd Ammersilge, Andreas Stein und Alexander Bosch vom Grünflächenamt.

Die Menschen, die hier begraben sind, waren Zivilarbeiter und Kriegsgefangene, Häftlinge des Konzentrationsaußenlagers Buchenwald in Annen. „Die Tafel war ganz zugewuchert“, sagt Martin Pricken aus dem Stadtteilbüro Annen, das die gemeinsame Aktion der Arbeitsgruppe Stadtteilführer und des Freundeskreises Witten-Kursk unterstützt hat. „Denkmale zum Sprechen bringen“, das ist eines der Ziele, das sich die Arbeitsgruppe gesetzt hat: Vernachlässigte Denkmale sollen wieder ins Bewusstsein gerückt werden. Bei der Premiere an der 1993 errichteten und 1996 eingeweihten Gedenktafel hat das Betriebsamt tatkräftig geholfen: Sie wurde vom wuchernden Grün freigeschnitten und das Umfeld neu gestaltet. Der Freundeskreis Witten-Kursk hat das blühende Beet bestückt.

„Das soll wieder ein würdiger Ort der Erinnerung sein“, erklärt Peter Falk vom Freundeskreis. Auf den Tafeln sind überwiegend russische Namen aufgelistet. Die toten Zwangsarbeiter waren auf dem 1938 von den Nationalsozialisten zerstörten Friedhof begraben worden. 82 wurden später exhumiert und in ihre Heimatländer Italien und Frankreich überführt. Heute ruhen im oberen Bereich des Kommunalfriedhofs allein 264 Männer aus der ehemaligen Sowjetunion sowie 14 Frauen und zehn Kinder. 1959 war unweit des heutigen Standorts ein Gedenkstein mit der irritierenden Inschrift „Tote der Alliierten“ aufgestellt worden. Er wurde 1990 entfernt und drei Jahre später durch die heutige Tafel ersetzt.