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Vier Routen in der Nähe

Winterwanderwunderland direkt um die Ecke

NRW Wir müssen keineswegs immer bis ins tiefste Sauerland fahren, um uns in der weißen Pracht zu erholen. Denn ganz oft, wenn in der Stadt das feuchte Einheitsgrau herrscht, ist es nur wenige Kilometer entfernt winterlich weiß. Vier Winterwander-Routen, mit denen Sie garantiert in Stimmung kommen.

Winterwanderwunderland direkt um die Ecke

Auch wenn es vor der Haustür keine steilen Abfahrten gibt, taugen die sanften Hänge doch zur Rodelbahn.

Dumpf knirscht der Schnee unter den Schuhsohlen. Bei jedem Schritt das Gefühl, dass die kalte, reine Luft den Körper mit purer Lebensenergie anfüllt. Traumhaft gleißendes Licht erhellt das Gemüt, ist für die Augen kaum zu verarbeiten. Wir gehen, schreiten, stapfen. Zu Fuß. Durch eine verzauberte Märchenlandschaft. Glücksgefühle durchströmen uns. Man kann die Stille hören. Wir tauchen wie in Watte ein. Glitzernde Kristalle rieseln von Tannenzweigen herab. Die Landschaft, zugedeckt vom Schnee und doch konstruiert wie von Künstlerhand. Wandern im Winter – gesund, erfüllend, eindrucksvoll.

Höhenlagen von 200 bis 300 Metern machen ganz oft den Unterschied aus. Nicht selten schneit es nämlich wenige Kilometer entfernt von Dortmund oder Bochum, wo es oft einfach nur verregnet ist. Kommt dann nach dem Durchzug eines Tiefdruckgebietes mit Temperaturen um 0 Grad Celsius die Sonne raus, schafft diese kaum, die Ballungsräume wieder trocken zu bekommen, zeitgleich aber wird das stadtnahe Hügelland in ein kleines Winterwunderland verwandelt. Also nichts wie dorthin. Warme Kleidung, schneetaugliches Schuhwerk und schon steht dem weißen Vergnügen nichts mehr im Wege. Ein Riesenspaß für die ganze Familie übrigens, denn dort, wo Schnee liegt, sind Rodelbahnen nicht weit, lässt sich ein Schneemann bauen oder die ersten Rutschversuche auf Skiern machen. Wo? Die Kämme hoch über Hengstey- und Harkortsee, die Höhenrücken im Ardey bei Witten, drüben die Erhebungen zwischen Hagen und Gevelsberg, wo es teils weit über 300 Meter hinauf geht, und natürlich das Hügelland südlich von Hattingen mit der Elfringhauser Schweiz.

Bei Herdecke und Wetter erwartet uns das waldreiche Ardeygebirge für eine aussichtsreiche Winterwanderung. Steil fallen hier die Hänge vom Kamm ab zur Ruhr und zum Harkortsee, und wenn dort unten vielleicht noch alles im winterlichen Nieselregen trüb und ungemütlich wirkt, können wir hoch über dem Tal schon die ersten Schneeflocken genießen.

Im Ortsteil Herdecke-Westende bietet sich der Wanderparkplatz an der Ender Talstraße, Ecke Am Hickenstein als Ausgangspunkt an. Mehrere Rundwanderwege stehen zur Auswahl, die man auch miteinander kombinieren könnte. So geht es zum Beispiel mit den Wanderzeichen A5 und A1 direkt hinein in das ausgedehnte Waldgebiet Auf dem Heil und hinauf zu seinem höchsten Punkt auf immerhin 272 Meter.

Herrlich ist es dann, durch den Schnee im alten Ruhrwald aufwärts zu stapfen und die winterliche Stille zu genießen. Bäume und Büsche sind nun überwiegend ohne Laub und lassen so viele schöne Ausblicke Richtung Tal zu, die im Sommer verwehrt bleiben. Mit den Markierungen A5 und A3 gelangt man aber auch bei einer Höhenwanderung über den Kamm durch alten Buchenhochwald hoch oberhalb des Harkortsees hinüber zum Harkortturm bei Wetter, an dem sich eine wunderbare Aussicht weit über dem Ruhrstausee hinaus eröffnet.

Der in den 1880er-Jahren errichtete Turm, nach dem Industriellen Friedrich Harkort benannt, steht auf dem höchsten Punkt der Stadt Wetter, von wo sich ein fantastischer Blick auftut. Eingebettet in ein Freizeit- und Erholungsgelände, kann man hier auch im Winter gut eine Rast einlegen. Und nun ist es gar nicht weit hinab in die malerische Altstadt, die mit reichlich Gastronomie aufwartet. Die wunderschön sanierte historische Freiheit ist mit ihrer Burgruine, den Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert, Resten der Ringmauer und den verwinkelten Gässchen beliebtes Ausflugs- und Freizeitziel.

Bereits Mitte des 14. Jahrhunderts erhielt Wetter die Freiheitsprivilegien, und um die Burg entstand eine von Handwerk und Bauern geprägte Ansiedlung. Wegweisend für die Entwicklung der Stadt war gut 400 Jahre später die Einrichtung des Kleve-Märkischen Bergamtes. Friedrich Harkort kaufte Anfang des 19. Jahrhunderts das Burggelände für seine „Mechanischen Werkstätten Harkort & Co“. Der Industriepionier war nicht nur für Wetter eine prägende Persönlichkeit, sondern er gehörte wegen seiner Dampfmaschinen-Fabrikation zu den Mitbegründern der Epoche der Industrialisierung Westfalens und des Ruhrgebiets.

Zurück am Wanderparkplatz lohnt sich zum Ausklang des Tages ein Besuch der Altstadt von Herdecke ganz sicher genauso. Hier findet man rund um die ehemalige Stiftskirche St. Marien noch viele hübsche Fachwerkhäuser, kann den Frederuna-Brunnen am Kirchplatz entdecken und natürlich auch schön einkehren, um sich bei einem heißen Getränk mit fast ebenso glühenden Wangen von innen und außen so richtig durchzuwärmen.

Auch in Hagens waldreichem Süden findet man den Winter direkt vor der Haustüre in seiner schönsten Form. Durch den Hagener Stadtwald können wir dem Drei-Türme-Weg folgen, der uns sogar auf annähernd 400 Meter Höhe bringt. Los geht’s am Parkplatz Deerthstraße, Ecke Waldlust. Der Rundwanderweg ist markiert durch drei stilisierte Türme und leitet uns durch die schon mittelgebirgige Landschaft auf breiten bequemen Wanderwegen zum ersten Wegpunkt, dem Bismarckturm von 1901 auf dem 265 Meter hohen Goldberg.

Weiter geht’s zum Kaiser-Friedrich-Turm. Hier stehen wir nun sogar auf rund 370 Metern Höhe. Der viereckige Turm mit seinen 17 Metern ist zudem der höchstgelegene Aussichtspunkt in ganz Hagen. Nach ausgiebigem Blick über die winterlich schneebedeckten Wälder kann man dann in der Gaststätte mit Biergarten am Fuße des Turms in aller Ruhe einkehren. Letzte Station ist der Eugen-Richter-Turm, der nahe der Volkssternwarte Hagen zu finden ist. Er erinnert an den liberalen Politiker Eugen Richter, der Hagen zwischen 1869 und 1906 im Reichstag bzw. im preußischen Abgeordnetenhaus vertreten hat.

Die Doppelturmanlage steht auf 285 Metern Höhe, wurde 1911 erbaut und misst 23 Meter. An der Gaststätte „Waldlust“ endet schließlich der „Drei-Türme-Weg“, nur unweit unseres Ausgangspunkts. Am südlichen Rand des Ruhrgebiets liegt bei Hattingen die wunderschöne Elfringhauser Schweiz, die mit ihren Hügeln und steilen Wiesen, tiefen Bachtälern und viel Wald ihrem Namen alle Ehre macht. Gut erschlossen, ist sie ein ideales Wandergebiet, in dem reichlich gemütliche Gasthäuser zu einem Besuch einladen.

Tolles Ziel zum Winterwandern ist das Gebiet natürlich auch. Und weil es hier tatsächlich „gebirgig“ zugeht und Höhen bis um die 300 Meter erreicht werden, ist die herrliche Gegend auch schon richtig schneereich. Los geht’s zum Beispiel am Wanderparkplatz an der Felderbachstraße, unweit des Marker Wegs in Hattingen-Oberelfringhausen. Im reizvollen Hügelland führt uns ein mit A2 markierter Rundweg zu Beginn hinunter ins obere Felderbachtal mit dem großen Hof Fahrentrappe. Vor uns im Blick die eindrucksvollen, bewaldeten Hänge am Kottenberg und das kleine romantische Tal der Espe.

Am Hof Fahrentrappe vorbei wandern wir aufwärts Richtung Herzkamp auf die Höhe von Sprockhövel-Gennebreck und passieren mit 291 Metern die höchste Stelle dieser Wandertour. Anschließend bringt uns unsere Route über den bewaldeten Höhenzug des Hackenbergs bis hinunter ins romantische Deilbachtal. Schon vor mehr als tausend Jahren war der Deilbach ein „Grenzbach“, trennte einst Franken von Sachsen, vom 12. Jahrhundert an die Grafschaft Berg von der Grafschaft Mark und bis 1881 das Rheinland von Westfalen, so wie er auch heute noch etwa zwischen Wollbruchsmühle und Deilbachmühle die Stadtgrenzen von Velbert und Sprockhövel markiert. 

Dabei zeigt sich während der gesamten Wanderung die herrliche Landschaft ringsum geprägt von Feld und Wiesen, die immer wieder von Waldzonen aufgelockert werden. Hier kann man weit schauen und das verschneite Hügelland in sich aufnehmen, das mit etwas Wetterglück im Sonnenlicht gleißt. Manchmal sind die Hänge schon so abschüssig, dass im Sommer auch Gleitschirmflieger auf ihre Kosten kommen wie etwa im Taleinschnitt bei den Häusern von Mellbeck. Zum Schluss geht’s vom Deilbachtal aufwärts zurück Richtung Felderbachstraße bei Kühls, wo fast schon wieder der Ausgangspunkt erreicht ist. Ganz in der Nähe liegt direkt an der Felderbachstraße auch das Restaurant Behmenburg, in dem man die verbrauchten Energien direkt wieder nachladen kann.

Zu einer schönen winterlichen Runde kann man auch am Bergerhof starten. Das beliebte Ausflugsziel inmitten der Elfringhauser Schweiz hat sich auf Wanderer und Besucher bestens eingestellt. Im Naherholungsgebiet Oberstüter in Hattingen-Bredenscheid gelegen, gibt es am Bergerhof für Kinder jede Menge Haustiere zu streicheln und zu bestaunen.

Gemütlich überdacht oder auch bei sonnigem Winterwetter im Freien besteht hier die Möglichkeit, einen der leckeren Kuchen zu probieren, einen Imbiss einzunehmen oder Verpflegung für unterwegs in einem der Hofläden einzukaufen. Der Bergerhof wurde als das „Haus up dem berge“ bereits 1482 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 200 Jahre später fand man im Register des Amtes Blankenstein den Hof „Oberste Berg“ zu den reichsten gehörend. Seit 1899 besitzt und bewirtschaftet nun die Familie Reuter den Bauernhof mit Erlebnischarakter.

Auch am Bergerhof laden gleich mehrere gekennzeichnete Rundwanderwege ein, die uns auf entsprechender Höhe im Winter durch herrlich verschneite Landschaft führen. Ob 277 Meter hoher Immelberg oder 273 Meter hoher Juttermannsberg, ja man kann sogar die 300-Meter-Marke rund um den fast ebenso hoch gelegenen Bergerhof knacken! Und auch hier findet man neben ausgedehnten Waldgebieten immer wieder aussichtsreiche Abschnitte durch Felder und Wiesen, die den Blick weit über die weiß verschneite Hügellandschaft eröffnen.

Doch Vorsicht: Eisige Winde und frostige Temperaturen lassen den einen oder anderen Wegabschnitt nach dem Antauen im Sonnenschein anschließend auch schon einmal zur Eisbahn werden! In Sprockhövel-Obersprockhövel liegt der Winterberg. Ja, dieser hat seinen Namen wirklich nicht umsonst: 314 Meter hoch, bekommt er in der kalten Jahreszeit immer wieder etwas von der weißen Pracht ab.

Für unsere Wintertour Richtung Winterberg können wir erneut am Bergerhof starten. Hier folgen wir dem Berger Weg und Wanderzeichen X28 durch Feld und Wiesen aufwärts zum Waldrand und hinein in den Wald. Bald wandern wir erneut am Waldrand entlang, schon mit erster Aussicht Richtung Winterberg. Nach einiger Zeit verlässt das Wanderzeichen beim großen Windrad (Am Loh) nach rechts das hier kleine Sträßchen in den Wald hinein; wir bleiben weiter auf dem Berger Weg, gelangen hinunter zum Bärensiepen und von dort am Waldrand entlang wieder aufwärts.

Schließlich nutzen wir kurz vor einem kleinen Wanderparkplatz den mit A5 gekennzeichneten Abzweig, um vom Berger Weg nach rechts abzubiegen. Stimmungsvolle Wegpunkte sind bald das kleine Espetal mit dem Hof Kreßsiepen, das uns links viel Aussicht hinüber zum nahen Winterberg ermöglicht. Auch der Winterberg selbst ist von Wanderwegen erschlossen und lohnt für eine eigene Tour – natürlich gerade auch im Winter. Wenig später erreichen wir das obere Felderbachtal. Wunderschön öffnet sich dort der Blick über die bäuerlich geprägte Landschaft, und auch den imposanten Hof Fahrentrappe sehen wir wieder.

Was man zunächst nicht vermutet: Im Felderbachtal liegen frühe Wurzeln des Ruhrbergbaus begründet! So sind ganz in der Nähe vom Hof Fahrentrappe Lichtlöcher des Herzkämper Erbstollens zu entdecken – dabei ist eines noch gut erhalten und sogar restauriert. Bereits ab dem 16. Jahrhundert begann man im Felderbachtal die Kohle zu fördern – und so gehören diese Stollen zu den frühesten des Ruhrbergbaus überhaupt.

Wir stoßen nun wiederum auf das Wanderzeichen X28, das uns rechts haltend bald aufwärts durch den Wald leitet, und sollte es am Felderbach noch schneefrei gewesen sein, kann sich das unterwegs schnell wieder ändern, denn die Erhebungen an unserem Weg ziehen hinauf bis auf knapp über 300 Meter. Vorbei an der Schutzhütte an der Wolfskuhle trifft man auf eine wunderbare Aussichtsstelle Richtung Velbert-Langenberg. Nach einem weiteren Wegstück durch den Wald stoßen wir dann vis-à-vis des Windrads wieder auf den Berger Weg, dem wir links mit X28 zurück zum Bergerhof folgen – nach wie vor auf recht schneesicherer Höhe von fast 300 Metern.

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