Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige
Anzeige

Münster nach der Amokfahrt

„Wir lassen uns davon nicht das Leben vermiesen“

MÜNSTER Eine Woche nach der Amokfahrt in Münster lebt die Stadt wieder auf. Der Trubel auf dem Wochenmarkt ist groß, doch im Hinterkopf bleibt der Gedanke an die Tat am „Kiepenkerl“.

„Wir lassen uns davon nicht das Leben vermiesen“

In der Nähe des Tatorts legen Passanten in Münster Blumen nieder. Foto: picture alliance / Ina Fassbende

Auf den ersten Blick ist Münster wie immer: Das Markttreiben pulsiert, Touristengruppen schlendern über den Prinzipalmarkt. Doch die Amokfahrt vor genau einer Woche ist am Samstag nicht vergessen. „Es ist ein bisschen beklemmend. Dann verdrängt man den Gedanken an die Tat wieder, aber er kommt einfach immer wieder“, sagte Ursula Wegmann aus Münster, während sie ihren Einkauf auf dem Wochenmarkt erledigt.

Augenscheinlich ist jedoch alles wie gewohnt. Das bemerkt auch Händler Marc Sijbrandi: „Ich denke, dass wir ganz schnell wieder zum Alltag zurückkehren.“ Von den Kunden sei er am Samstag gar nicht mehr auf die Amokfahrt angesprochen worden. Man könne das nicht so schnell vergessen, sagt Carsten Wegener am Gemüsestand. „Aber wir lassen uns davon nicht das Leben vermiesen.“

Am 7. April war ein 48-jähriger Mann mit seinem Campingbus in eine Menschenmenge an der Traditionsgasstätte „Kiepenkerl“ gerast. Dabei waren zwei Menschen getötet und über 20 verletzt worden. Nach der Fahrt hatte sich der Mann selbst erschossen.

Tatort noch nicht wieder geöffnet

Der Tatort, die Außengastronomie des Lokals, ist auch am Samstag noch nicht wieder geöffnet. Viele Menschen bleiben jedoch rund um das Meer aus Blumen und Kerzen stehen. Einige wischen sich Tränen aus den Augen, andere umarmen sich. „Ich denke, dass das Leben weiter geht, aber man ist schon andächtig“, sagt Silvia Schwarte.

Auch um sich offene Fragen beantworten zu können, seien sie heute am Tatort vorbeigegangen, ergänzt Dennis Schwarte. „Wie konnte der Mann überhaupt auf den Platz kommen?“ Inzwischen ist das schwierig zu erkennen, denn an der Stelle, wo der Täter auf den Platz raste, stehen nun mehrere Poller.

Auto fährt in Münster in Menschenmenge

Polizei identifiziert Täter und Opfer der Amokfahrt

MÜNSTERPolizei identifiziert Täter und Opfer der Amokfahrt Nach der Amokfahrt von Münster suchen die Ermittler weiter nach Motiv und Hintergründen für die Tat mit drei Toten und mehr als 20 Verletzten. Nordrhein-Westfalens Innenministers Herbert Reul hat die bisherigen Informationen zum Täter von Münster am Sonntag bekräftigt. Der mutmaßliche Amokfahrer sei „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ ein aus Deutschland stammender Einzeltäter. mehr...

Wie die Münsteraner lassen sich auch viele Touristen eine Woche nach der Amokfahrt von einem Besuch der Stadt zwar nicht abschrecken. Doch auch sie halten bedächtig am „Kiepenkerl“ inne. Dass es eine Stadt wie Münster erwischt habe, ist für Marina Mackens aus dem französischen Poitiers nicht zu fassen.

Neue Seiten im Kondolenzbuch

In der Bürgerhalle des Rathauses liegt weiterhin ein Kondolenzbuch aus. Helga Schievink trägt sich am Samstag in das Buch ein. „Dass man gar nicht mehr so unbekümmert irgendwo hingehen kann“, macht ihr zu schaffen. Wegen der großen Anteilnahme hat die Stadt schon neue Seiten im Kondolenzbuch ergänzt.

War die Amokfahrt von Münster zu verhindern?

Behörden hatte nur „sporadischen Kontakt“ zu Jens R.

MÜNSTER Hätte die Amokfahrt von Münster verhindert werden können? Hätten die Gesundheitsbehörden etwas ahnen können? Nein, sagt Münsters Oberbürgermeister entschieden. Und auch Poller seien kein Schutz. Zudem werden immer mehr Details zum Täter bekannt. mehr...

BRILON/MÜNSTER Ein Dorf unter Schock. Madfeld im Sauerland, etwas mehr als 1200 Einwohner, Pfarrkirche, Tretbecken, See und Gedenkstätte. Und Heimatort des Amokfahrers von Münster. Seine Eltern leben noch hier, frühere Freunde auch. Eine Spurensuche nach der Horrornachricht.mehr...

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Panorama

Überflutete Straßen nach heftigem Unwetter im Vogtland

Plauen. Heftiger Starkregen hat am Donnerstag im sächsischen Vogtland zu Überflutungen geführt. Es wurden zahlreiche Straßen überschwemmt und Schlamm wurde von angrenzenden Feldern auf die Fahrbahnen gespült, wie ein Polizeisprecher in Bad Elster sagte. Verletzt wurde niemand.mehr...

Gasleck nach Stunden in Essen gefunden

U-Bahnen fahren wieder - Reparatur bis in die Nacht

ESSEN Nach mehrstündiger Suche ist das Leck in einer Gasleitung in der Essener Innenstadt entdeckt worden. Bagger hätten zwei große Löcher ausheben müssen, an der zweiten Stelle sei man nach sechs Stunden gegen 17 Uhr fündig geworden, sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag.mehr...

Ursula Heinen-Esser wird neue NRW-Umweltministerin

Neue Umweltministerin will besseren Schutz für Verbraucher

Düsseldorf Nach dem Rücktritt von Christina Schulze Föcking steht ihre Nachfolgerin fest: Ursula Heinen-Esser wird neue Umwelt- und Agrarministerin in NRW. Ihr Auftrag: Sie muss Umweltschützer und Landwirte versöhnen.mehr...

Gasleck legt Innenstadt von Essen lahm

Gas tritt aus: Feuerwehr sperrt Essener City

Essen Ein Gasleck legt Teile der Essener Innenstadt lahm. Das Problem: Feuerwehr und Polizei wissen noch nicht, woher das Gas kommt. An gleich zwei Stellen öffnen die Stadtwerke nun den Asphalt, um dem Leck auf die Schliche zu kommen. Bis etwas gefunden wurde, bleiben mehrere U-Bahnstationen geschlossen.mehr...

Panorama

Giftquallen auf dem Rückzug - Mallorca hebt Badeverbote auf

Palma. Eine giftige Quellenart hält Urlauber auf Mallorca und anderswo in Spanien vom Wasser fern. Biologen warnen jedoch vor Panikmache. Der Spuk, sagen sie, könnte sich bald erledigt haben.mehr...

Panorama

Trinkwasser erhält gute Noten - Nitrat selten über Grenzwert

Dessau-Roßlau. Das Grundwasser wird immer stärker mit Nitrat belastet. Auf das Trinkwasser hat das laut Umweltbundesamt bisher keine gefährlichen Auswirkungen. Das Wasser aus dem Hahn könnte aber teurer werden.mehr...