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Interview mit Hans-Peter Villis

"Wir testen den Wert des VfL"

BOCHUM Eine enttäuschende Saison, die sich in dieser Form nicht wiederholen soll, liegt hinter dem VfL Bochum. Wie sich der Fußball-Zweitligist für die Zukunft aufstellen möchte, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Peter Villis im ausführlichen Gespräch.

"Wir testen den Wert des VfL"

VfL-Aufsichtsrats-Chef Hans-Peter Villis erklärte im Interview, wie sich der Zweitligist zukünftig aufstellen möchte.

Die mangelhafte Performance der Mannschaft bei Heimspielen und die damit verbundene Häufigkeit von Heimniederlagen. Es darf sich nicht wiederholen, dass wir erst kurz vor Saisonende wissen, ob wir weiter in der zweiten Liga spielen. Und es darf sich nicht wiederholen, dass wir unsere Einschätzung bezüglich unseres Saisonziels nicht realisiert sehen. Wir wollen das halten, was wir versprechen.

Ein Abstieg in die 3. Liga wäre fatal gewesen und hätte die Existenz des VfL Bochum in Frage gestellt. Aber Management und Führungsgremien hätten auch in diesem Fall alles dafür getan, um auch in dieser Liga weiter Fußball zu spielen.

Ich möchte noch einmal betonen, dass es sich bei dieser Sitzung vor allen Dingen um eine Strategiesitzung zur Ausrichtung des VfL für die nahe Zukunft gehandelt hat, und nicht um eine groß angelegte Trainerdiskussion. Peter Neururer soll seinen Vertrag bei uns erfüllen und mithelfen, die Strategien erfolgreich umzusetzen.

Wir wollen den Kader verkleinern, wir werden dem Kader gleichzeitig auch Qualität zuführen. Wir werden das Mannschaftsgefüge stabilisieren, Führungsspieler rekrutieren und ausbilden, die Mentalität verbessern und den Kader verjüngen. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Tatsache, dass Henrik Gulden beim VfL seinen ersten Profivertrag unterschreiben möchte, ein wichtiges Signal. Darüber hinaus stehen wir mit Lukas Klostermann ebenfalls in engen Verhandlungen über einen Profivertrag.

Die Einnahmen aus TV-Geldern, dem Sponsoring und den Zuschauerzahlen sind rückläufig. Vier Jahre in der zweiten Liga haben tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Unsere Ausgaben waren höher als die Einnahmen. Das kann sich ein wirtschaftlicher Betrieb auf Dauer nicht leisten. Um diesen Trend wieder umzukehren, müssen wir uns im Vergleich zu den vergangenen drei Spielzeiten sportlich deutlich verbessern und die Abwärtsspirale stoppen. Die sportliche und wirtschaftliche Stabilisierung ist Voraussetzung, um unser mittelfristiges Ziel, die Rückkehr in die erste Liga, definieren zu können. Von diesem Anspruch werden wir auch nicht abgehen.

Das ist eine für Fußballvereine nicht unübliche Strategie. Wir testen gerade in Gesprächen, welchen Wert die Vermarktungsrechte des VfL Bochum haben.

Wenn es für den VfL Bochum einen nachhaltigen wirtschaftlichen und nicht nur einen einmaligen Effekt hat, können wir uns das vorstellen. Man dürfte pro Jahr einen hohen einstelligen Millionenbetrag erzielen, der dem Verein über Jahre wirtschaftliche Stabilität sichern würde. Für eine solche Entscheidung werden wir uns die nötige Zeit nehmen.

Die Verhandlungen sind abgeschlossen, der Zeitpunkt der Bekanntgabe hängt von unserem neuen Vorstand selbst ab. Er ist im Management eines großen, international operierenden Konzerns tätig.

Im sicheren Tabellenmittelfeld, möglichst auf einem einstelligen Tabellenplatz. Das wäre ein guter Schritt.

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