Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Witten erinnert mit "Stolpersteinen" an Opfer der NS-Zeit

Gedenktafeln

Nun bekommt auch Witten Stolpersteine. Auf Antrag der SPD beauftragte der Rat die Verwaltung, den Lions-Club Rebecca Hanf bei der Durchführung des Projekts zu unterstützen. Allein der NPD-Vertreter lehnte die Unterstützung des Projekts ab, mit dem an die Opfer der NS-Zeit erinnert wird.

WITTEN

von Von Irene Steiner

, 24.09.2013
Witten erinnert mit "Stolpersteinen" an Opfer der NS-Zeit

Die in ganz Europa verteilten "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig erinnern an das Schicksal der Menschen, die im Nationalsozialismus vertrieben, deportiert und ermordet wurden. Foto: Andreas Gebert

Der Künstler Gunter Demnig lässt vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir ein. „Doch die Stolpersteine sind in Erinnerungskonzepten nur ein Modul. Es gibt ja auch andere Orte des Gedenkens, jüdische Friedhöfe zum Beispiel, oder auch Häuser“, ordnet Stadtarchiv-Leiterin Martin Kliner-Fruck die Aktion in einen größeren Rahmen ein. Letztlich ginge es darum, ein Konzept zu entwickeln, das die Vergangenheit in das Bewusstsein der jetzt Lebenden hebt. Und da ändert sich der Blick von Generation zu Generation. Wichtig sei, die Erinnerung lebendig zu halten – auch und gerade bei der jungen Generation.

Kliner-Fruck sieht daher auch das Stadtarchiv in einer Mittler-Rolle: Nicht nur als Fundus von Dokumenten, sondern auch als Anlaufstelle für Forschende aus den Schulen, aber auch aus Heimat- und Geschichtsvereinen. Offen ist noch, für wen Stolpersteine verlegt werden. Ursprünglich hatte Demnig mit seinem Projekt an jüdische Mitbürger erinnern wollen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Inzwischen bezieht er alle NS-Opfer ein, auch Sinti und Roma, politisch Verfolgte und Zwangsarbeiter. Für welche Opfergruppen in Witten Stolpersteine gelegt werden, muss noch festgelegt werden. Begonnen werden soll zunächst mit 17 Steinen, 16 davon finanziert der Lions-Club Rebecca Hanf. Diese Stolpersteine sollen an die Familien Hanf, Sommer und Singer erinnern. Sie sollen im Rahmen der 800-Jahr-Feier verlegt werden.