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Wittener stirbt bei Extrem-Berglauf auf der Zugspitze

GARMISCH-PARTENKIRCHEN/WITTEN Tödliches Drama auf der Zugspitze: Bei einem Extrem-Berglauf sind am Sonntag zwei Männer ums Leben gekommen, darunter ein 41-jähriger Mann aus Witten. Mit Bestürzung reagierten die Verantwortlichen des Triathlon Team Witten, als sie vom Tod des Vereinsmitglieds Uwe M. erfuhren. Es war der erste Berglauf für den Marathonläufer. Einer seiner Teamkollegen war aufgrund des schlechten Wetters zuvor umgedreht.

von Ruhr Nachrichten

, 14.07.2008

„Ein schreckliches Unglück. Ich habe bereits am Sonntagabend mit den Läufern telefoniert, die mit ihm zur Zugspitze unterwegs waren“, sagt Ralf Kubeczka. Der Pressesprecher des Vereins hat selbst bereits dreimal an dem Lauf über 16,2 Kilometer teilgenommen, pausierte aber nach 2005, 2006 und 2007 in diesem Jahr: „Am Ende hätte ich beinahe doch noch teilgenommen, ein anderer Wettkampf war mir in diesem Jahr aber wichtiger.“

Staatsanwaltschaft hat sich eingeschaltet

Staatsanwalt Hödl sagte, die Anklagebehörde prüfe derzeit, ob und wann es eine Unwetterwarnung gab und wer davon wusste. Außerdem werde recherchiert, wann das Rennen abgebrochen wurde und auf welchem Wege diese Information den Läufern weitergeben werden sollte. Zeugen und Betroffene sollten vernommen und Wetterdaten eingeholt werden. Der Veranstalter wurde nach den Worten des Weilheimer Polizeisprechers Klaus Schürgers bereits vernommen, Einzelheiten waren aber nicht zu erfahren. Der Veranstalter war auf seiner Festnetznummer zunächst nicht erreichbar.

Erster Berglauf für Uwe M.

Wie die Polizei in München am Sonntagabend mitteilte, starben zwei Männer im deutschen Zugspitzgebiet an Erschöpfung durch Unterkühlung und Sauerstoffmangel. Kurz vor dem Ziel kam auf rund 2800 Höhenmetern der 41-jähriger Läufer Uwe M. aus Witten ums Leben. Es war der erste Zugspitz-Berglauf für den trainierten Marathonläufer.

"Er wusste vielleicht nicht, was auf ihn zukommt"

"Er wusste vielleicht nicht, was auf ihn zukommt auf dem letzten Kilometer", sagte Team-Sprecher Kubeczka unserer Redaktion. Der Lauf auf die Zugspitze sei besonders auf dem letzten Anstieg gefährlich. "Das letzte Stück ist besonders anstrengend, weil es kein Laufen mehr ist, sondern Klettern. Es ist schon heftig, sich da hochzuquälen", erklärte der dreimalige Zugspitzlauf-Absolvent.

Ein Teamkollege hat umgedreht

Nach Informationen unserer Redaktion hatte ein Teamkollege des späteren Opfers das Rennen aufgrund der Wetterbedingungen abgebrochen und war zur letzten Versorgungsstation umgekehrt. Dabei kam es zur tragischen Begegnung dieses Läufers mit dem späteren Todesopfer Uwe M. "Alles in Ordnung", hätten sich die Teamkollegen aus Witten noch zugerufen, hieß es aus Teilnehmerkreisen.

Zweites Opfer aus Baden-Württemberg

Der zweite Mann, ein 45-Jähriger aus Ellwangen in Baden-Württemberg, starb oberhalb des Schneefernerhauses auf etwa 2700 Höhenmetern. Die Wiederbelebungsversuche der österreichischen und deutschen Rettungsteams blieben den Angaben zufolge bei beiden Männern erfolglos.

Nur zwei Hubschrauber konnten fliegen

Sechs Menschen wurden mit Erschöpfungserscheinungen und Unterkühlungen in Krankenhäuser eingeliefert. Für sie besteht laut Polizei aber keine Lebensgefahr. Da wegen der schlechten Wetterbedingungen nur zwei von vier Hubschraubern die Verletzten  transportieren konnten, wurden die übrigen per Gebirgstragen mit der Eibseebahn ins Tal gebracht.

Etwa 600 Bergläufer hatten an dem Extrem-Rennen teilgenommen. Zum Zeitpunkt des Starts seien die Wetterbedingungen in Ehrwald gut gewesen, hieß es. Gegen Mittag gab es bei den ersten Läufern gesundheitliche Probleme, da sie laut Polizei „der Belastung des Berglaufs nicht standhalten konnten und körperlich überfordert waren“.

100 Bergretter im Einsatz

Bis zu 100 Bergretter waren vor Ort. Sieben Notärzte und vier Hubschrauber waren im Einsatz. Einer BRK-Sprecherin zufolge mussten zahlreiche der Teilnehmer wegen Unterkühlung und Erschöpfung versorgt werden. Nach Veranstalterangaben ging der rund 16 Kilometer lange Lauf über 2100 Höhenmeter. Ziel war die 2944 Meter hoch gelegene Bergstation der Tiroler Zugspitzbahn. Die Wegstrecke führt zum Teil über Steingeröll.

Nach Angaben der bayerischen Zugspitzbahn kam es im Verlauf des Tages bei böigem Wind zu Schneeregen und Neuschnee von bis zu zehn Zentimetern Höhe. Die Temperaturen fielen teils auf minus zwei Grad.