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Witzige Weihnachtslesung

HERBEDE Weihnachten kann kommen! Nach der sonntäglichen Lesung von Petra Afonin und Joachim Hermann Luger im Haus Herbede ist man für alle Eventualitäten unterm Weihnachtsbaum bestens vorbereitet.

von Von Dietmar Bock

, 17.12.2007
Witzige Weihnachtslesung

Petra Afonin.

Ob Essen, Gästebewirtung oder die nötige Gelassenheit vor dem Fest - Afonin und Luger haben für alles ebenso eingängige wie wirkungsvolle Tipps parat. Unter dem Motto von Afonins neuestem Buch "Knallhart lockt die Pfeffernuss" lesen beide aus den unterschiedlichsten Werken, sind dabei mal besinnlich, mal lustig oder satirisch böse. Joachim Luger versucht sich zudem im Instrumentenspiel, doch findet er bei seiner Partnerin weder mit Blockflöte noch Gießkanne ein offenes Ohr. "Ich finde diese Louis-Armstrong-für-Arme-Darbietung fehl am Platz", beendet sie die musikalischen Versuche brüsk.

Die Figuren leben

Mithin konzentriert sich der Bochumer auf das, was er be-sonders gut kann: Lesen. Den Akteuren dabei außergewöhnliche Stimmen wie auch facettenreiche Gesichter zu geben. Luger und Afonin, die Autorin der meisten Stücke, rezitieren nicht nur, sie leben und spielen ihre Figuren - und das ohne viel Schnickschnack. Gerade aber diese Einfachheit wirkt.

Bei Afonins Weihnachtsge-schichte imitiert Luger den schwerhörigen Onkel Hubertus ("Der muss immer eineinhalb Mal hinhören, bis er was versteht"), der im Kreise einer Senioren-Gruppe ("Der Enkel an sich ist undankbar") feiert und sich dabei, weil er ausnahmsweise sein Hörgerät angeschaltet hat, über den Lärm der schwerhörigen Gäste beklagt, bestens amüsiert. Beim "Kleinen Weihnachtsmann" wird's im alten Rittersaal ganz ruhig und besinnlich. Die Kurzgeschichte ist amüsant wie lehrreich.

Schiebe-Geschenke

Letzteres gilt auch für den "Geschenke-Ratgeber". Vorsicht ist vor allem bei Schiebe- und Fundus-Präsenten angebracht. Erstere werden munter weitergereicht, die anderen übers Jahr gesammelt und dann wahllos verteilt. Afonins Tipp: "Nehmen Sie es nicht persönlich, Sie waren ja nicht damit gemeint."

Und was passt in eine satirische Adventszeit besser als die betonte Gelassenheit und Langsamkeit, z. B. beim übertrieben langen Suchen nach Kleingeld an der überfüllten Kaufhauskasse? Wen vor Weihnachten indes das blanke Entsetzen packt, der sollte sich "audiosuggestiv" einstimmen: "Auch wenn meine Kekse angebrannt sind, bin ich ein guter Mensch", so Luger betroffen.

Musik zum Schluss

Was aber tun, wenn die Gäste nicht gehen wollen? Der Rat: "Bewirf sie mit Christbaumstollen". Wie immer schließt der besinnlich heitere Abend im urigen Gemäuer musikalisch. "Kinder, morgen wird's was geben" gab?s diesmal mit einer neuen zweiten Strophe, an deren Ende knallhart die Pfeffernuss lockt. Verlockend war einmal mehr die außergewöhnliche Lesung der beiden Spitzenkönner.