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Hauptstadt Sardiniens

Wo die Sarden nach Afrika blicken - Stille Tage in Cagliari

Cagliari Nein, es ist nicht die Costa Smeralda, der Tummelplatz der Reichen und Schönen. Cagliari, die stolze Hauptstadt Sardiniens kommt ohne touristischen Firlefanz aus, ruht in sich selbst - und lässt Stein mit Sonne und Meer verschmelzen.

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Cagliari, die stolze Hauptstadt Sardiniens, kommt ohne touristischen Firlefanz aus - und lädt eher zu stillen Tagen ein. Foto: Fototeca Enit/Sandro Bedessi

Rund um Cagliari gibt es Strände ohne großen Baderummel. Foto: Fototeca Enit/Sandro Bedessi

Fisch, Käse, Wein und nicht zuletzt Gemüse prägen die Küche von Cagliari. Die Zutaten gibt es frisch an der Straße. Foto: Hanns-Jochen Kaffsack

Sardiniens geheimnisvolle Seiten: Östlich von Cagliari locken die historischen Nuraghen-Türme. Foto: Fototeca Enit/Sandro Bedessi

Spuren der Geschichte - westlich von Cagliari stößt der Besucher am Capo di Pula auf Nora mit dem schön gelegenen archäologischen Gelände. Foto: Hanns-Jochen Kaffsack

Der Hauptstadt Sardiniens siedelten sich über die Jahrhunderte viele Völker an. Das prägt die Stadt noch immer. Foto: Fototeca Enit/Sandro Bedessi

Cagliari kommt ohne den Rummel der Costa Smeralda aus. Foto: Sven-E. Hauschildt

An Sardiniens Südküste gelegen ist Cagliari mit seinem weiten Golf und der Vorahnung auf Afrika beim Blick über das Meer also ein guter Standort: Ausgangspunkt für einige Erkundungstage jenseits von Baderummel und der Jagd nach dem Kellner, der einen überteuerten Cappuccino bringt. Eher stille Tage in der Inselhauptstadt mit ihren knapp 160 000 Einwohnern, wo das Leben echt zu sein scheint, der Alltagsbewältigung gewidmet und nicht dem Glamour.

Cagliari: Das sind diese langen Arkaden mit den Cafés und Bars der Via Roma an der Hafenfront. Das ist der weite Blick von der höher gelegenen Bastione San Remy über die Stadt, ihre neun Kalksteinhügel und das Meer. Das ist das Castello-Viertel als Wahrzeichen dieses sardischen Tores zur Welt, von den Phöniziern gegründet.

In Cagliari siedelten sich in der historisch bewegten Zeit des Mittelmeerraumes viele an - Punier, Römer, Wandalen, Byzantiner, Pisaner und Aragonesen. Das atmet die Stadt noch immer. Wenn beim Sonnenuntergang die Tanker am Horizont vorbeigleiten und die riesigen Palmen Schatten werfen, kommt aber ein Gefühl der Geborgenheit im Heute auf. Das dürfte mit dem gedrosselten Lebenstempo der Insulaner zusammenhängen.

Ja, diese freundlichen Sarden, fast scheu, wenn man sagt, man komme aus Germania. Immer bereit, bei einem Espresso zu erklären, warum hier jeder seines Glückes Schmied sein möchte - oder muss. Um dann dem kulinarisch interessierten Besuch vom Festland klar zu machen, was er wissen muss: Die Küche Cagliaris heißt Fisch, die Küche Sardiniens Fleisch. So einfach ist das und auch logisch.

Von da an wird es aber auch schon schwierig. Oder vielmehr aufregend: Dieses vielfältige Angebot an Fisch in der Pescheria, an Käse, Wein und sonstigen Spezialitäten in der «Bottega dei Sapori». «Cucina tipica sarda» lautet das Zauberwort, wenn sich im Restaurant die Vorspeisen ungefragt auf dem Tisch nur so türmen: Frittierte Kürbisblüten, Schnecken, Krabben, winzig kleine Tintenfische.

Die Stimme des Wirts hallt im Gewölbe seines Restaurants, wenn er dem Gast rasch die sardischen Käse-Spezialitäten erklärt. Der Pecorino von Osilo, der ebenso wohlklingende wie wohlschmeckende Bauernkäse Fiori Sardo dei Pastori und der Casizolu munden. Nur: Wer Frankreich kennt, vermisst auch hier die ganz große Käsevielfalt.

Vor der Heimfahrt kauft sich der Besucher noch rasch etwas Safran ein. Dazu gibt es Vermentino-Weißwein, ein wenig Olivenöl. So nimmt man ein Stück Insel aufs Festland mit. Für das Herz und den Gaumen.

Hier geht's zum Online-Reisemagazin Sardinien.com

Offizielle Reise-Infos über Sardinien (engl./ital.)

Infos zum Kulturangebot auf Sardinien (ital.)

Anreise: Die Anreise erfolgt entweder per Fähre vom italienischen Festland aus oder per Direktflug aus Deutschland.

Reisezeit: Am schönsten ist auf Sardinien der Früh- oder Spätsommer. Dann hat der Sommertrubel noch nicht eingesetzt oder ist schon vorbei, und die Temperaturen sind im Vergleich zu Juli und August angenehm.

Informationen: Italienische Zentrale für Tourismus ENIT, Barckhausstraße 10, 60325 Frankfurt; Telefon: 069/237434, E-Mail: frankfurt@enit.it.

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