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Wohnungsamts-Leiter: "Mieter haben sehr gelitten"

WESTERFILDE Mit seiner dritten Quartiers-Analyse hat in der vergangenen Woche das Amt für Wohnungswesen begonnen. Nach der Rheinischen Straße und dem Neumarktviertel in Hörde widmet sich das Amt nun drei Wohnquartieren in Westerfilde. RN-Redakteurin Beate Dönnewald sprach darüber mit Amtsleiter Hans-Peter Neuhaus.

von Ruhr Nachrichten

, 27.08.2008

Hallo, Herr Neuhaus. Um welche drei Quartiere handelt es sich genau?

Neuhaus : Es sind die Wohnquartiere Speckestraße/Gerlachweg, Kiepeweg sowie Gesenhofstraße/ Grollmannsweg.

Warum wurden diese Bereiche ausgewählt?

Neuhaus : Wichtigstes Kriterium ist die Leerstandsquote. Je höher sie ist, desto größer ist der Handlungsbedarf. Westerfilde hat da absolute Priorität. Hinzu kommt, dass der Vorort einer der 13 Aktionsräume des Sozialstruktur-atlas ist.

Welches Ziel verfolgen Sie denn mit Ihrer Analyse?

Neuhaus : Ziel ist, dass sich die Wohnsituation deutlich verbessert und sich damit auch der Leerstand reduziert. Wir wollen Westerfilde wieder zu dem machen, was es einmal war. Vor allem durch die zahlreichen Eigentümerwechsel haben die Mieter in Westerfilde sehr gelitten.

Das ist ganz gewiss kein einfaches Unterfangen. Wie sieht denn die Vorgehensweise nun aus?

Neuhaus : Noch sind wir ganz am Anfang. Zur Zeit sind meine Mitarbeiter damit beschäftigt, Daten zusammenzustellen. Etwa die Anzahl der Bewohner und der Wohnungen, den Anteil der ausländischen Haushalte und der Haushalte mit Migrationshintergrund, die Namen der Eigentümer, die Altersstruktur. Sie werden dann mit Daten im Stadtbezirk und der Gesamtstadt verglichen.

Aber Sie lassen auch die Bewohner selbst zu Wort kommen...

Neuhaus : Genau, sie sollen uns sagen, wie es tatsächlich vor Ort aussieht. Deshalb haben wir Fragebögen erstellt und mittlerweile auch schon verschickt.

Und was fragen Sie die Bewohner?

Neuhaus : Der Fragebogen umfasst 20 Fragen. Wir wollen wissen, wie wohl sich die Menschen dort fühlen, was ihnen gefällt und was nicht, was sie vermissen, was sie ändern würden. Wir wollen nicht nur die Schwächen herausfinden, sondern auch die Stärken. Denn kein Quartier bzw. Ort hat nur Defizite.

Werden außer den Bewohnern noch andere Menschen vor Ort befragt?

Neuhaus: Ja, wir planen auch noch Gespräche mit Experten, z.B. mit dem Bezirksbürgermeister genauso wie mit Vertretern der Polizei sowie der umliegenden Schulen und Kindergärten. Mit ihrer Hilfe wollen wir die Ursachen für die Wohnraumsituation herausfinden. Im Blick haben wir dabei das Wohnumfeld. Wir wollen wissen: Gibt es genügend Spielmöglichkeiten für Kinder, genügend Einrichtungen für Senioren, Familien und ausländische Bürger?

Was passiert, wenn alle Gespräche geführt, alle Fragebögen ausgewertet und alle Daten zusammengetragen sind?

Neuhaus : Alle Ergebnisse werden in einem Abschlussbericht zusammengefasst, der dann in die politischen Gremien geht. Aufgrund der Grundlage dieses Berichts sollen Maßnahmen erfolgen, um die Wohn- und Lebensqualität in den drei Quartieren zu verbessern bzw. in bestimmten Bereichen die Situation zu stabilisieren.

Welche Maßnahmen könnten das sein?

Neuhaus : Es soll z.B. Kontakt zu den Eigentümern aufgenommen werden, um eine Modernisierung der Wohnungen anzuregen. Wir stehen auch gerne beratend zur Seite, etwa in Energiefragen. Wichtig ist auch, ein Netzwerk mit allen Akteuren vor Ort zu installieren.

Wann ist mit diesem Bericht zu rechnen?

Neuhaus : In ca. drei Monaten.

  •  Der SPD-Ortsverein Westerfilde, lädt für den heutigen Donnerstag (28.8.) zur Veranstaltung „Leben und Wohnen in Westerfilde“ ein. Der Diskussionsabend, an dem Amtsleiter Hans-Peter Neuhaus neben Vertretern des Mieterbeirats, des Mietervereins und der Politik teilnimmt, beginnt um 19 Uhr in der Aula der Kopernikus-Realschule, Im Odemsloh 107.
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