Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Yo La Tengo: Eine Kultband macht stoisch weiter

Berlin. Eine der beständigsten Bands der US-Indierockszene kehrt zurück: Yo La Tengo werden mit ihrem aktuellen Album alte Fans bei der Stange halten, aber wohl kaum neue hinzugewinnen. Und damit können sie gut leben - von Hype hält das kultige Trio nämlich nichts.

Yo La Tengo: Eine Kultband macht stoisch weiter

Immer die Ruhe: Yo La Tengo haben mit Hype nichts am Hut. Foto: Beggars Group

Es gibt gar nicht so wenige Rock-Kritiker, für die Yo La Tengo noch nie eine schwache Platte gemacht haben. Und das will schon etwas heißen bei rund 20 Studioalben, etlichen Singles und vielen Kooperationen seit der Gründung vor fast 35 Jahren.

Auch „There’s A Riot Going On“ ist ein Werk, mit dem sich Georgia Hubley, Ira Kaplan und James McNew sehen lassen können. 15 Tracks in üppigen 64 Minuten Laufzeit sind es geworden bei der ersten größeren YLT-Veröffentlichung seit „Fade“ vor fünf Jahren.

Wieder werden sich die vielen Fans der Band aus Hoboken (New Jersey) der Magie dieser Songs kaum entziehen können, die zwischen zartem Indie-Pop, Krautrock-Motorik und elektronischen Collagen pendeln. Doch wer bisher mit den frei schwebenden, oft improvisierten Klanggemälden von Yo La Tengo nichts anfangen konnte, wird auch jetzt wenig Anknüpfungspunkte finden.

Nach dem aus einem gespenstischen Sound-Nebel heranwehenden Instumental-Opener „You Are Here“ übernimmt Schlagzeugerin Hubley den Gesang im folkigen „Shades Of Blue“, während ihr Ehemann Kaplan (Gitarre) und McNew (Bass) sie zurückhaltend begleiten. Das hat etwas von The Velvet Underground in deren Frühphase - ein Vergleich, der bei Yo La Tengo häufiger fällt.

Understatement und stoische Gelassenheit sind auch prägend für den Rest dieses feinen, introvertierten Albums. Wir wollen nur in Ruhe unsere sehr eigene Musik machen, ein Hype interessiert uns nicht - das scheint die Haltung dieser Indie-Kultband zu sein.

Selbst der Titel, der an eine hochpolitische Soul-Platte von Sly And The Family Stone erinnert („There’s A Riot Goin' On“ von 1971), sei nicht unbedingt als Meinungsäußerung zur Trump-Zeit gedacht, wiegelte Kaplan jüngst im „Paste“-Interview ab. Nein, Yo La Tengo müssen und wollen nichts mehr beweisen.

Konzerte: 07.05. Berlin, Heimathafen; 08.05. Köln, Gloria Theater; 09.05. München, Kammerspiele; 17.05. Schorndorf, Manufraktur; 26.08. Hamburg, Sommer in Altona

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

CD-Kritik

Den Manic Street Preachers geht die Wut aus

Berlin. 25 Jahre lang haben sich die Manic Street Preachers als linke Rockband mit intensiven Songs voller Weltschmerz und Wut ausgetobt. Auch das neue Album enthält einige wuchtige Stadion-Hymnen, verströmt aber eher konservative Behaglichkeit. Wohin führt der Weg der „Manics“?mehr...

CD-Kritik

Weniger ist mehr: Indierock-Duo Wye Oak immer besser

Berlin. Sie stammen aus Baltimore/Maryland, haben sich nach einem Baum benannt und sind wohl eines der interessantesten Indierock-Duos der USA. Mit ihrer fünften Studioplatte setzen Jenn Wasner und Andy Stack alias Wye Oak ihre stetige Aufwärtsentwicklung fort.mehr...

CD-Kritik

The Damned: Würdiger Neustart der Punk-Überlebenden

Berlin. The Damned waren keine Punks, die mit zerrissenen Klamotten und Stachelhaaren provozierten. Aber Punk-Pioniere waren die Briten zweifellos. Auf dem neuen Album hört man davon nicht mehr viel. Ein würdevoller Neustart ist „Evil Spirits“ aber dennoch.mehr...

CD-Kritik

Mousse T. und seine Vision von Popmusik

Hannover. Die Jüngeren kennen Mousse T. allenfalls als neuen Juror der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“. Jetzt bringt der 51 Jahre alte Produzent und DJ nach 14-jähriger Pause wieder ein eigenes Album heraus.mehr...

CD-Kritik

Nach 20 Jahren: Sasha singt erstmals auf Deutsch

Berlin. Sarah Connor hat es vorgemacht: Nach einer erfolgreichen Musikkarriere auf Englisch ist ihr der Wechsel in ihre Muttersprache bestens geglückt. Den gleichen Schritt wagt jetzt auch Sasha.mehr...

CD-Kritik

Revolverheld: Tanzbar, ruhig und nachdenklich

Hamburg. Die Hamburger Band Revolverheld bringt nach langer Studiopause ein neues Album raus. „Zimmer mit Blick“ bietet gefühlvolle Stücke, aber auch tanzbare Musik und Songs, die zum Nachdenken anregen.mehr...