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Ernsthafte Beschwerden

Zähneknirschen muss behandelt werden

Man sollte meinen, dass die Nacht zum Schlafen da ist. Doch viele Menschen knirschen oder pressen mit den Zähnen. Das kann zu ernsthaften Beschwerden führen und muss behandelt werden.

Zähneknirschen muss behandelt werden

Um die Zähne zu schützen, lässt der Zahnarzt eine Aufbissschiene anfertigen. Sie sollte jedes halbe Jahr überprüft werden.

Beim Knirschen beißen manche unbewusst mit den Zähnen hin und her. Andere beißen im wahrsten Sinne des Wortes die Zähne zusammen, pressen mit der Zunge gegen die Zahnreihen oder saugen ihre Wangen ein und beißen auf den Innenseiten herum. All das hinterlässt auf Dauer Spuren: „Die Zähne werden kürzer, es gibt kein Fissurenrelief mehr, die oberste Schicht wird auf Dauer weggerieben“, erklärt Thomas Wolf vom Bundesvorstand des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte.

Wenn die oberste Schicht weggeschmirgelt ist, werden die Zähne immer empfindlicher. Im schlimmsten Fall kann sich der Kieferknochen verändern, die Zähne können sich lockern – und ausfallen. Wer die Zähne aufeinanderpresst, kann sie zerbröseln.

Unglaublicher Druck

Denn Knirschen und Pressen geschieht mit einem unglaublichen Druck, wodurch die Muskulatur im Gesicht – im Kiefer, aber auch im Nacken – in der Schulter bis weiter hinunter verhärtet. „Der Kiefermuskel ist einer der stärksten Muskeln im Körper“, erklärt Dagmar Schlaubitz vom Deutschen Verband für Physiotherapie. Durch die verhärteten Muskeln kommt es oft zu Kopfschmerzen, zu Tinnitus und Sichtfeldeinschränkungen. Nicht zuletzt bekommen Betroffene den Mund nur mit Schmerzen und Knacken weiter geöffnet, das Kiefergelenk wird geschädigt. Die Ursache kann eine Zahn- oder Kieferfehlstellung sein, so Wolf. „Auch kann ein ungleiches Verhältnis der Muskeln und Bänder vorliegen, zum Beispiel, wenn man immer nur auf einer Seite kaut.“

Oft hat das Knirschen aber mit den Lebensumständen zu tun. Eine hohe Belastung im Job, Ärger in der Beziehung und Anspannung kann man tagsüber kontrollieren – nachts aber toben die Belastungen sich aus. Eine Aufbissschiene kann die Zähne schützen, erklärt Wolf. Um die akuten Schmerzen zu lindern, verschreibt der Arzt meist Physiotherapie. Doch die Ursache ist damit nicht behoben. Daher sollte man seine Wahrnehmung schärfen und beobachten, wann auch tagsüber die Zähne aufeinanderliegen. Denn eigentlich haben Zähne nur beim Essen miteinander Kontakt. Im entspannten Zustand nie.

Gefühle wahrnehmen

Mehrmals am Tag sollte man sich die Frage stellen, wie es einem gerade geht, um seine Gefühle wahrzunehmen statt sie wegzudrängen, rät eine Betroffene. Ebenso hilft es herausfinden, was einen wann unter Druck setzt. „Dann muss man einen Weg finden, mit den Situationen oder Menschen anders umzugehen. Bloß nicht weiter runterschlucken.“ Auch mit einigen Übungen kann man dem Knirschen etwas entgegensetzen. So kann man den Mund mehrmals am Tag weit öffnen, um die Muskulatur zu dehnen. Schlaubitz empfiehlt, sich Übungen vom Physiotherapeuten zeigen zu lassen, um die Muskulatur zu dehnen und zu kräftigen.

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