Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Zahl der Bafög-Empfänger erneut gesunken

Wiesbaden/Berlin (dpa) Die Zahl der Bafög-Empfänger ist erneut gesunken. Rund 806 000 Schüler und Studenten bekamen 2007 die Ausbildungsförderung, das waren 1,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Zahl der Bafög-Empfänger erneut gesunken

Bafög: Immer weniger Schüler und Studenten beziehen die Ausbildungsförderung.

Seit 2002 sind die Elternfreibeträge und Einkommensgrenzen, die für den Bezug von Bafög entscheidend sind, nicht mehr angepasst worden. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) geht aber davon aus, dass mit der ab diesem Monat wirksam werdenden Erhöhung die Zahl der Geförderten wieder um etwa 100 000 steigen wird. «Die Bafög-Erhöhung in diesem Monat kommt genau zum richtigen Zeitpunkt», sagte Schavan am Freitag in Berlin.

Von den Bafög-Empfängern waren 494 000 Studenten (minus 0,8 Prozent) und knapp 312 000 Schüler (minus 2,3 Prozent), teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. 48 Prozent bekamen den maximalen Förderbetrag. Im Durchschnitt erhielten die Schüler 301 Euro pro Monat und die Studierenden 375 Euro, genauso viel wie 2006. Bund und Länder gaben für die Ausbildungsförderung rund 2,2 Milliarden Euro aus und damit drei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Mehr als zwei Drittel der Bafög-Empfänger lebten nicht mehr bei ihren Eltern.

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) riet allen Studierwilligen, jetzt schnell Anträge zu stellen. Mit der Anhebung der Elternfreibeträge um acht Prozent werde ein Studium auch für Schulabsolventen aus ärmeren Elternhäusern attraktiver. Die eigentlichen Fördersätze steigen um 10 Prozent. DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sagte, trotz der Erhöhung bleibe ein Wehmutstropfen. Diese erste Anhebung nach 2002 trage lediglich der Preisentwicklung bis Ende 2006 Rechnung. Inzwischen seien Einkommen und Preise jedoch um weitere 3,3 Prozent gestiegen.

Nach Aussage der SPD-Fraktion belegen die jüngsten Bafög-Daten, wie überfällig die Anhebung war. «Wäre es nach der Union gegangen, wäre auch die jüngste Bafög-Reform auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben worden», sagten SPD-Fraktions-Vize Christel Humme und der SPD-Bildungssprecher Jörg Tauss. Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen, Kai Gehring, nannte den Rückgang der Bafög-Empfänger eine «blamable Bilanz». Schavans zögerliche Bafög-Politik trage dazu bei, dass die soziale Schere an den Hochschulen immer weiter aufgehe. Der FDP-Bildungspolitiker Patrick Meinhardt sagte: «Die Bundesregierung schafft es nicht die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland zu erhöhen, sondern die Bildungsungerechtigkeit verschlimmert sich noch an den Universitäten.»

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Politik

Studentenwerk: Alle Hochschulen müssen ins Vergabeverfahren

Berlin (dpa) Das Deutsche Studentenwerk (DSW) fordert angesichts mehrerer tausend unbesetzter Studienplätze, die zentrale Vergabe über die Stiftung für Hochschulzulassung zu stärken.mehr...

Politik

Ägypten geht härter gegen Studentenproteste vor

Kairo (dpa) In Ägypten erhöhen die seit mehr als zwei Wochen gegen die Regierung demonstrierenden Studenten den Druck. Dutzende Protestler der renommierten Azhar-Universität blockierten nach Angaben der Nachrichtenseite Al-Masry al-Youm wichtige Straßen der Hauptstadt Kairo.mehr...

Politik

Zahl der Bafög-Empfänger sinkt

Wiesbaden (dpa) Die Zahl der Bafög-Empfänger ist im vergangenen Jahr gesunken. Wie das Statistische Bundesamt berichtete, erhielten rund 959 000 Schüler und Studenten Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz - das waren 2,1 Prozent weniger als 2012.mehr...

Für ausländische Forscher

Berlin und München beliebteste Unis

Berlin Ausländische Gastwissenschaftler zieht es vor allem an die Universitäten in Berlin und München. Aber auch kleinere Hochschulstädte wie Bonn, Göttingen, Heidelberg, Bayreuth und Freiburg befinden sich unter den Top Ten der gefragtesten Unis für einen Forschungsaufenthalt in Deutschland.mehr...

Fall Schavan

Lammert sagt Rede bei der Uni Düsseldorf ab

Berlin/Düsseldorf Wegen des Umgangs der Universität Düsseldorf mit dem Fall Annette Schavan hat Bundestagspräsident Norbert Lammert eine Festrede zum 50-jährigen Jubiläum der Hochschule abgesagt. Lammert habe seine Zusage wieder zurückgezogen, teilte sein Sprecher auf Anfrage mit.mehr...