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Heftige Reaktionen

Zaun schützt vor Stacheldrahtzaun gegen Flüchtlinge

SCHWERTE Nun steht ein Zaun vor dem Zaun: Die Stadt Schwerte hat am Donnerstag die martialische Barriere, die ein Unternehmer neben einer Flüchtlingsunterkunft aufgestellt hatte, mit einem Bauzaun gesichert - damit sich niemand an den Klingen des Zauns verletzt. Die Reaktionen auf den Vorfall reichen von Entsetzen bis Applaus.

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Die Stadt ließ Donnerstag einen Bauzaun vor dem gefährlichen Zaun errichten. Ein Unternehmer an der Binnerheide hatte dort Nato-Draht ausgerollt.

Um dieses kleine Areal zwischen der Garage und der Betonmauer geht der Streit.

Ralf Siegel, Geschäftsführer der Firma Hesse, hatte einen Barrikade aus Stahlprofilen und Nato-Draht an der Grundstücksgrenze zu der benachbarten Flüchtlingsunterkunft aufgestellt. Der Grund: Die Bewohner hatten zum Telefonieren seine Seite des Grundstücks betreten.

Bei dem umstrittenen Gelände geht es nicht um das eigentliche Firmengrundstück. Es handelt sich um ein kleines Areal, dass ursprünglich mal zum Flüchtlingsheim gehört hat. Das war einst ein Wohnhaus und im Obergeschoss wohnt auch noch eine Mieterin. Das Gebäude hatte die Stadt von der Firma Hesse gekauft. Aber eben ohne den kleinen Garagenhof, der jetzt durch Zaun und Drahtverhau nicht mehr betreten werden kann.

Enkel von Mieterin darf nicht mehr im Hof spielen

Dagmar Greve wohnt schon seit Jahren im Obergeschoss des Hauses. Mit den neuen Mitbewohnern im Untergeschoss gebe es keine Probleme, berichtet sie. Die hätten im Sommer manchmal mit Plastikstühlen auf dem Grundstück vor dem Haus gesessen. Schon damals habe der Geschäftsführer ab und an die Stühle zurück auf die städtische Seite geworfen.

Garage und Carport seinen noch von einem älteren Eigentümer des Geländes errichtet worden und würden ihres Wissens schon lange nicht mehr genutzt. Der Zaun hat sie mehr als verärgert. Denn auch ihr vierjähriger Enkel würde gerne auf dem Hof spielen. „Den kann ich hier vor dem Haus doch nicht mehr Fahrrad fahren lassen“, sagt sie mit Blick auf den rasiermesserscharfen Draht.

Fassungslos sind auch die Helfer des Arbeitskreises Asyl, die mit den Bewohnern der Unterkunft die Arbeiten am Bauzaun der Stadt beobachten. Vor allem frage man sich, warum der Streit um das für den Eigentümer kaum nutzbare Stückchen Land so eskaliert sei, so der Vorsitzende Hans-Bernd Marks. Er hofft, dass die Stadt den Bauzaun noch mit Planen verhängt, damit man nicht ständig auf dieses menschenverachtende Bauwerk gucken muss.

Reaktionen: Von Entsetzen bis Applaus

Bei der Stadt standen indes am Donnerstag die Telefone nicht still. Fernsehsender und andere Medien griffen den Bericht der Ruhr Nachrichten auf. „Aber auch viele Bürger haben uns angerufen“, so Jutta Pentling. Die Reaktionen reichten von Entsetzen über die Art des Bauwerks bis zu Applaus für den Bauherrn.

Der kann sich allerdings drauf einrichten, dass er neben der Binnerheide 27 demnächst eine weitere Flüchtlingsunterkunft als Nachbarn bekommt. Die Stadt hat nämlich ein weiteres Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite gekauft und baut es derzeit als Unterkunft um.

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