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Zoll stellt gefälschtes Handyzubehör sicher

Frankfurt/Main. Sie sehen echt aus, entpuppen sich aber als billige Ramschware: Plagiate sind ein Ärgernis für Hersteller und oftmals eine Gefahr für Verbraucher. Der Zoll hat jetzt einen großen Fund gemacht.

Zoll stellt gefälschtes Handyzubehör sicher

Der hält nicht lange: Ein vom Zoll sichergestellter gefälschter Handy-Akku. Foto: Boris Roessler

Kopfhörer, Akkus, MP3-Player, Speicherkarten: Sie sehen täuschend echt aus, sind es aber nicht. Dem Zoll ist in Frankfurt ein großer Fund von Plagiaten gelungen - mehr als 60.000 Artikel.

„Das ist eine der größten Einzelsicherstellungen von gefälschten Produkten aus dem Handyzubehörbereich in Deutschland“, sagte Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollfahndungsamts, am Freitag. Die Ermittler stellten 18 Paletten mit rund 150 Kisten gefälschter Zubehörteile sicher.

Betroffen seien vor allem die Marktführer der Branche, sagte Schmidt. Den Markenherstellern wären vermutlich Millionenschäden entstanden, wenn die den geschützten Originalprodukten nachgemachte Ware in den Verkauf gelangt wäre.

Die Plagiate waren am 20. Februar bei einer Firma in Frankfurt gefunden worden. Der Verkauf sollte über das Internet und Zwischenhändler laufen. Die Ermittlungen richten sich gegen zwei Männer.

Bei Ermittlungen der Polizei hatte sich dem Zoll zufolge der Verdacht ergeben, dass die Firma Waren aus China bezieht. Daraufhin übernahm das Zollfahndungsamt die weiteren Untersuchungen. Bei den sichergestellten Waren wurden den Angaben zufolge Markenrechts- wie Designverletzungen festgestellt. In manchen Fällen wurden demnach originale Wortmarken oder Logos benutzt, in anderen Fällen das Design kopiert und der Name des Plagiators verwendet. Manche Produkte seien auch mit Sicherheitsprüfzeichen versehen worden, ohne dass sie jemals eine Prüfung durchlaufen hätten.

Auch wenn die Höhe des Schadens zunächst nicht beziffert werden konnte, gab Schmidt anhand von rund 7000 sichergestellten Kopfhörern ein Rechenbeispiel. Die Originale kosteten demnach etwa 35 Euro. Daraus ergebe sich: „Die Markenprodukte hätten einen Wert von fast 250.000 Euro.“ Und dies seien nur die Fälschungen, die sich auf einer einzigen der 18 Paletten befunden hätten.

Abgesehen vom finanziellen Schaden für die Hersteller bedeutet das widerrechtliche Verwenden von Prüfzeichen auch eine Gefahr für die Verbraucher: Minderwertige Akkus könnten überhitzen, auslaufen oder aufplatzen, erklärte eine Ermittlerin von UL International, einem Anbieter von Prüfungen und Zertifizierungen.

Die sichergestellten Akkus seien zwar hochwertig verpackt, sähen aber bei genauem Hinsehen klar nach Ramschware aus, ergänzte eine Mitarbeiterin des Rechtevertreters React Germany. Bei 1600 gefälschten Speicherkarten habe eine Gutachterin zudem festgestellt, dass sie teilweise gar keine oder nicht die angegebene Speicherkapazität hätten, sagte sie weiter. Damit zeige sich, dass gefälschte Ware immer auch minderwertige Ware sei.

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