Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Zu spät informiert - "Das ist schon ein dicker Hammer"

VORMHOLZ "Mit ihrer Torte stand eine Frau aus dem Handarbeitskreis vor der verschlossenen Tür des Vormholzer Bürgertreffs", empört sich Renate Zimmermann.

von Von Susanne Linka

, 24.10.2007

Zur Erklärung habe da nur ein handgeschriebener Zettel gehangen, der aus heiterem Himmel die Nutzung der Räume untersagte. "Das ist schon ein dicker Hammer, wie die Stadt da mit uns umgeht", findet die Vormholzerin, die schon seit fast 25 Jahren die Se nioren des SPD-Ortsvereins Vormholz betreut.

Wie wir bereits berichteten, ist der Bürgertreff am Vormholzer Ring am 1. Oktober geschlossen worden. Offenbar sind Nager in den Räumen unterwegs, wie ihre Hinterlassenschaften dokumentieren. Außerdem stellten Sachverständige einen gesundheitsschädlichen Schimmelpilzbefall fest.

Doch die fünf Vormholzer Vereine, die die Räume nutzen, sind nach Auffassung der Bürger zu spät informiert worden. So standen einige völlig überrascht vor der verschlossenen Tür. "Warum hat uns denn keiner angerufen?", fragt sich Otto Zimmermann, der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Vormholz, verärgert. Das Schreiben, das die Vereine am 5. Oktober erreicht hat, sei viel zu spät gekommen. Das erinnert ihn fatal an das Erlebnis, das die Vereine vor einigen Monaten zu verkraften hatten.

Möbel waren futsch

Da war offenbar völlig unvermittelt das Mobiliar aus dem Bürgertreff ausgeräumt und in die neue Mensa des Nebenstelle der Hardenstein-Gesamtschule gebracht worden: "Als wir hier ankamen, stand hier plötzlich kein Stuhl mehr", bekräftigt seine Ehefrau Renate.

Ins Jugendheim, auf die andere Seite der Vormholzer Straße, sollen die jetzt betroffenen Vereine vorerst bis Januar ausweichen. Wenn das Jugendhaus demnächst endgültig schließe, solle es ohnehin als eine Art Bürgerzentrum genutzt werden.

"Wir wollen den Jugendlichen aus dem Ortsteil da aber trotzdem noch etwas bieten", berichtet Otto Zimmermann, dass es Gespräche zur gemeinsamen künftigen Nutzung dieser Räume gibt.

Gleichzeitig verweist er darauf, dass die Vereine, die 1996 in Eigenleistung einen Anbau an den jetzt geschlossenen Bürgertreff auf den Weg gebracht haben, dort eigentlich ein Nutzungsrecht bis 2016 genießen. "Jung und alt zusammen, das kann auch Probleme mit der Lautstärke geben", merkt Renate Zimmermann an.

Dem Ehepaar will nicht so recht einleuchten, warum der offene Ganztagsbetrieb der Grundschule direkt neben ihrem geschlossenen Raum noch weiter laufen kann. Dort hat es auch Untersuchungen geben.

"Die Ergebnisse liegen uns aber noch nicht vor", unterstrich Stadtsprecher Jochen Kompernaß gestern dazu. Er erinnerte, der Bürgertreff habe geschlossen werden müssen, um die Gesundheit seiner Nutzen zu schützen.

Dass die Information darüber verspätet an die Presse - und so auch letztlich zu den Betroffenen gelangt sei, bedauere die Stadtverwaltung in jedem Fall: "Wir haben versucht, einen vernünftigen Job zu machen. Aber letztendlich lag ja auch noch der Feiertag dazwischen."