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Züge in NRW immer unpünktlicher

Pendler-Ärger

Seit Jahren sind die Bahnstrecken überlastet und der RE1 und Co. kommen zu spät. 2017 kamen dann nochmal einige fiese Baustellen dazu. Die Folge: ein „ungelöstes Kapazitätsproblem“.

Bielefeld

06.07.2018
Züge in NRW immer unpünktlicher

Die S-Bahnen waren 2017 noch am pünktlichsten. © Foto Thomas Schroeter

Zahlreiche Zugverspätungen im Nahverkehr haben auch 2017 die Nerven von Bahn-Pendlern in Nordrhein-Westfalen arg strapaziert. Nur rund 87 Prozent aller RE-, RB- und S-Bahn-Züge fuhren im vergangenen Jahr pünktlich. Im Jahr zuvor waren es noch 88 Prozent. Dies geht aus dem am Freitag veröffentlichten neuen Qualitätsbericht für den sogenannten Schienenpersonennahverkehr hervor.

Geschrieben hat ihn das „Kompetenzcenter Integraler Taktfahrplan NRW“ mit Sitz in Bielefeld. Auftraggeber war das NRW-Verkehrsministerium. In dem Bericht gelten Züge als pünktlich, wenn sie weniger als vier Minuten Verspätung haben. Zuvor hatte die „WAZ“ über den Bericht informiert.

RE1 und RE6 besonders unpünktlich

Am stärksten betroffen waren Regionalexpress-Linien. Dort sank die Pünktlichkeitsquote insgesamt von 84 auf 81 Prozent. Vor allem die stark nachgefragten RE-Linien zwischen Köln und Dortmund RE1 (60 Prozent), RE6 (68 Prozent) und RE11 (69 Prozent) waren unpünktlich. RE1 und RE11 büßten gegenüber dem Vorjahr 13 Prozentpunkte ein, RE6 sogar 14. Als Hauptgrund nennt der Bericht eine bereits seit Jahren andauernde Überlastung der Strecke. Hinzu kamen mehr Baustellen als sonst. Am unpünktlichsten waren Züge der Linie RE5 zwischen Koblenz und Wesel: Bei einer Quote von knapp 53 Prozent war dort fast jeder zweite Zug zu spät. Am besten schnitt die Linie RE18 (Herzogenrath-Heerlen) mit einer Quote von 99 Prozent ab.

Der Bericht benennt, was Pendler vor allem auf der Hauptstrecke zwischen Köln und Dortmund häufig beobachten können: Verspäten sich Züge des Fernverkehrs, kommt es oft zu Überholungen. Die Verspätung eines Fernverkehrszuges wird so auf den Nahverkehr übertragen. Hinzu kommen längere Aufenthalte in den Bahnhöfen, weil so viele Fahrgäste ein- und aussteigen. Weil die Züge eng getaktet sind, können Verspätungen nicht ausgeglichen werden und ziehen weitere Verpätungen anderer Züge nach sich.

RRX soll Entlastung bringen

„Angespannt“ nannte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) die Situation im Schienenpersonennahverkehr in NRW im Vorwort des Berichts. Der Minister verwies auf den geplanten Rhein-Ruhr-Express (RRX), der Entlastung bringen soll.

Bei den RB-Linien sah es 2017 nur wenig besser aus. Die Quote lag bei 87 Prozent. Das sei der niedrigste Wert seit Beginn der Auswertungen 2010, hieß es. Die unpünktlichsten waren Züge der Linie RB71 (75 Prozent), am pünktlichsten RB96-Züge (99 Prozent). Am häufigsten kamen S-Bahnen rechtzeitig ans Ziel. Ihre Quote: 91 Prozent. Doch auch dieser Wert ist der niedrigste seit Beginn der Auswertungen, bemängelten die Fachleute. Die S68 bleibt die unpünktlichste S-Bahn-Linie in NRW (84 Prozent), die S4 die pünktlichste (99 Prozent).

Die Deutsche Bahn war 2017 mit 62 Prozent der jährlich gefahrenen Zugkilometer weiterhin der größte Anbieter in NRW. Unter den zehn anderen, privaten Linienbetreibern war Keolis („Eurobahn“) mit 11 Prozent der größte.

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