Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Zur Geschichte des Vampirs

Blick zurück

Der Glaube an Wesen, deren Lieblingsmahlzeit durch die Adern der Menschen fließt, ist weitaus älter als Bram Stokers Roman ‚Dracula‘. Schon die Griechen der Antike glaubten an derartige Wesen.

30.08.2018
Zur Geschichte des Vampirs

Der Vampirgraf aus dem Musical „Tanz der Vampire“. © Jens Hauer

Die sogenannten Lamien waren Dämonen in Gestalt schöner Frauen. Sie machten sich an junge Männer heran, um ihren Durst zu stillen. Vampirähnliche Wesen kennt der Aberglaube auch in Ländern Afrikas, auf den Philippinen, in China und Albanien. Zu uns kam der Vampir aber über den Balkan.

Die Bezeichnung für diese untoten nächtlichen Besucher leitet sich von dem ukrainischen und polnischen Begriff „Upir“ ab. Dabei steht die Nachsilbe „pir“ für ein geflügeltes oder gefiedertes Wesen. Offensichtlich schrieb man dem Vampir schon früh die Fähigkeit zu, fliegen zu können. Wahrscheinlich wurde darum die in Südamerika beheimatete Vampirfledermaus nach dieser Sagengestalt benannt.

Aufklärung

Im 19. Jahrhundert waren die Menschen besonders empfänglich für Berichte von übernatürlichen Vorgängen. Die Aufklärung und der Siegeszug der Wissenschaften hatten die Welt entzaubert. Zurück blieb die Sehnsucht nach mystischen Phänomenen – Dingen, für die man nicht verantwortlich sein musste. Bücher über geheimnisvolle Ruinen und Geistererscheinungen verhalfen zu einer wohligen Gänsehaut.

Der sogenannte Schauerroman wurde mit Begeisterung aufgenommen. Klassiker des Genres wie Mary Shelleys ‚Frankenstein‘ und E.T.A. Hofmanns ‚Elixiere des Teufels‘ entstanden in dieser Zeit. 1897 reihte sich Bram Stokers Roman ‚Dracula‘ hier ein.

Transsylvanischer Hochadel

Die Vorlage für seinen unsterblichen Vertreter des transsylvanischen Hochadels fand Stoker in Geschichtsbüchern. Im 15. Jahrhundert gab es einen Herrscher der Walachei mit dem klangvollen Namen Vlad III. Draculea. „Draculea“ leitet sich aus einem Ritterorden ab, dem Vlad III. angehörte: dem Drachenorden.

Um sein Reich vor Feinden zu schützen, griff dieser Herrscher auf das gängige Mittel der Abschreckung zurück. Dafür ließ er seine Gefangenen auf Pfähle spießen und zeigte den Angreifern damit, was ihnen blühte. Stoker war fasziniert von dieser zwar brutalen, aber effektvollen Fußnote der Geschichte. Er lieh sich den Namen für seinen immer durstigen Vampir. Dann machte er noch einen Grafen aus ihm, setzte ihn in ein Schloss in den Karpaten und der Mythos war geboren.

Seit dem Erscheinen des Romans sind Dracula und seine Artverwandten fester Bestandteil der westlichen Kultur. Vampire lieferten den Stoff für Theaterstücke, Romane und schließlich auch Filme. Der Erfolg des Musicals Tanz der Vampire ist nur ein Beweis dafür, dass Vampire auch den Weg ins 21. Jahrhundert gefunden haben.