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Zwei Entsorger halfen Seniorin ohne Dank abzuwarten

Welge-Mitarbeiter

Die rüstige Seniorin Hedda Venschröder erledigt ihre Einkäufe immer mit dem Rad. Neulich ging das schief. Doch zwei Gentlemen halfen ihr selbstlos aus der Bredouille.

WESTERFILDE

von Von Nils Heimann

, 16.06.2012
Zwei Entsorger halfen Seniorin ohne Dank abzuwarten

Karl Owers, Hedda Venschröder und Frank Schrubba

Hedda Venschröder ist bereits rüstige 72 Jahre alt. Erledigt die meisten ihrer Wege, etwa bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit für die Gemeinde, immer noch mit dem Rad. Ebenso ihre Einkäufe. Neulich ging das schief. Denn ihr Weg führt die Seniorin, die am Boschkamp wohnt, regelmäßig durch die Wenemarstraße in den Nachbarort Bodelschwingh. Eine holprige und löchrige Straße, oder die „DDR-Straße“, wie sie viele Anwohner wegen ihres miserablen Zustandes nennen.

 So auch am frühen Montagnachmittag der vergangen Woche. Voll bepackt mit ihren Einkäufen machte sie sich vom Supermarkt aus auf den Heimweg durch die Wenemarstraße, als sie die Kontrolle über ihr Fahrrad verlor. Einen Sturz konnte die Seniorin gerade so noch verhindern. Ihr Rad musste sie dafür allerdings loslassen. Die Folge: Rad und Einkäufe verteilten sich auf der Fahrbahn. Doch überraschende Hilfe nahte prompt.  Zwei Mitarbeiter vom Entsorger „Welge“, die gerade dort Papiertonnen geleert hatten, sprangen ihr bei, halfen ihr die Einkäufe aufzusammeln, das Rad aufzurichten – und waren auch schon wieder verschwunden.

 Doch damit wollte sich die 72-Jährige nicht abfinden, hatte das Bedürfnis sich persönlich bei den beiden Helfern zu bedanken. „Männer, die einen schweren Job haben, nehmen sich Zeit, mir zu helfen. Das finde ich ganz toll.“Die Ruhr Nachrichten organisierten kurzerhand ein Treffen zwischen den Dreien.  Frank Schrubba, der an besagtem Montag als erster zu Hilfe geeilt war, beschreibt die Situation aus seiner Sicht: „Ich stand hinten auf dem Wagen und habe Frau Venschröder gesehen, als sie versuchte ihr Rad aufzurichten. Ich dachte sie sei gestürzt.“ Dann habe er seinem Kollegen Karl Owers, der den Müllwagen steuerte, ein Zeichen gegeben, anzuhalten.

 Owers zögerte dann ebenfalls nicht einen Moment lang mit Unterstützung, hält das allerdings für selbstverständlich: „Ich versuche immer ein Gentleman zu sein, das hat mir meine Mutter schließlich beigebracht.“  Auch für Frank Schrubba war sein Verhalten nichts besonderes, wie er erklärt: „Es kommt häufiger vor, dass wir Menschen auf der Straße helfen. Für mich ist das ganz normal. Schließlich muss ich auch an die eigene Zukunft denken, bin dann froh, wenn mir im Alter in ähnlicher Situation jemand beisteht.“