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"Technische Revolution"

Zwei Italiener planen Stollen-Revolution im Fußball

Krakau Seit dem Wunder von Bern 1954 hat sich materialtechnisch im Fußball kaum etwas geändert. Ein halbes Jahrhundert lang kicken Fußballer im Prinzip mit den selben Stollenschuhen. Jetzt kündigen zwei Italiener mit den kuriosen Namen Campari und Penocchio eine - allerdings sehr ernst gemeinte - Innovation an.

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Die «SASpik» genannten flexiblen Stollen sollen Fußballer vor Verletzungen schützen und ihre Leistung erhöhen. 

Was aussieht, wie Schuhe von vor 50 Jahren, ist möglicherweise eine technische Revolution.

Stoßdämpfer für Fußballprofis - das Versprechen klingt verlockend. „Der Fußball wird eine technische Revolution erleben“, sagte der Vize-Präsident des FC Parma, Diego Penocchio. Mit dem ehemaligen Ferrari-Mann Enrico Campari will der Unternehmer noch in diesem Herbst bewegliche Stollen für Fußballschuhe auf den Markt bringen. Die „SASpik“ genannten flexiblen Stollen sollen Fußballer vor Verletzungen schützen und ihre Leistung erhöhen. 

 „SASpik“ ist die Abkürzung für „Shock Absorber Spike“. „Die beweglichen Schraubstollen funktionieren wie Stoßdämpfer“, erklärte Campari. Der 45-jährige Tüftler ist mit seinen exklusiven Schienbeinschonern seit Jahren ein bekannter Mann im Profi-Fußball. Beim Formel 1-Rennstall Ferrari lernte er zwischen 1989 und 1993 mit Hightech-Materialien umzugehen. Seit 2004 beliefert er als selbstständiger Unternehmer in Parma die Scuderia, Fußballer und andere mit Sicherheitsausrüstung. Der flexible Stollen soll ein großer Wurf werden. Mit dem Unternehmer Penochio gründete er eine gemeinsame Gesellschaft, um mit seinen „SASpik“ den Fußballmarkt zu erobern. „Der Fußball ist der einzige Sport, in dem es praktisch keine technischen Innovationen gibt“, stellte Campari im Gespräch mit der dpa verwundert fest.

Weil der neue Stollen wie ein Stoßdämpfer wirke, verringere er die Belastung der Füße und Knie erheblich. „Fußballer werden viel weniger der sogenannten Mikro-Verletzungen erleiden und dadurch seltener ausfallen und länger spielen können“, behauptete Campari. Weniger Reizungen und Entzündungen bedeute zudem höhere Leistung. Ein Studie der Universität Mailand von Professor Carlo Mapelli belege nach Angaben der Entwickler, dass die auf den Fußballer einwirkenden Kräfte durch die flexiblen Stollen um mehr als 50 Prozent gesenkt werden. Die Stabilität soll dennoch nicht leiden. „Die Fußballer berichteten, dass die flexiblen Stollen die Schuhe sogar stabiler und bequemer machen“, erklärte Penocchio. Die Spieler würden deshalb im Spiel nicht so schnell ermüden.

Die Flexibilität der Stollen lässt sich individuell auf Gewicht und Wünsche des Spielers einstellen. Auch eine Anpassung an den Schuh und die Spielfeldqualität sei möglich. Getestet worden sei die Innovation in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Isokinetic in Bologna. Zahlreiche Profi-Fußballer hatten die „SASpik“ schon unter ihren Schuhen. Der italienische Erstligist FC Parma wird in diesem Sommer zur Saisonvorbereitung auf die flexiblen Stollen umsteigen. In den Handel werden die „SASpik“ erst im September kommen.

Penocchio und Campari sind vom Erfolg überzeugt: „Meine Freunde bei Ferrari haben mir gesagt: Die Stollen werden im Fußball bald so wichtig sein, wie die Reifen in der Formel 1.“ 

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