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Zwei Jahre Haft für Einbruch in Centershop

Gerichtsverfahren

Erhebliche mediale Aufmerksamkeit war den drei Einbrechern zu Teil geworden, die in der Nacht zum 2. November 2013 in das Büro des Centershops an der Pferdebachstraße eingebrochen waren und sich dabei ziemlich dämlich angestellt hatten. Jetzt ist der Erste von ihnen verurteilt worden - zu zwei Jahren Haft.

WITTEN

, 19.08.2014

Die Medien hatten über das Einbrecher-Trio vielfältig berichtet, da sie den Computer mitnahmen, auf dem sie die Bilder der Überwachungskameras vermuteten. Es war jedoch der Falsche. Und die Polizei konnte auf dem Richtigen in Echtzeit beobachten, wie die Einbrecher in das Büro eindrangen, den Safe aufschweißten (mit dem Gartenschlauch als Notfall-Löschschlauch) und sich schließlich mit den Tageseinnahmen in Höhe von gut 10 600 Euro und einigen anderen Beutestücken aus dem Staub machten.

Die Ergreifung der Täter war daher nur noch Formsache. Einer der Drei stand nun bei Amtsrichter Bernd Grewer vor dem Richtertisch. Es war nicht der Haupttäter, dessen Verfahren steht noch an. Martin F., der sich gestern verantworten musste, stellte das Auto zum Transport von Gerät und Beute und lud die Komplizen in seine Laube ein, um die Beute dort zu teilen. Vor Ort stand F. Schmiere und half beim Rein- und Raustragen der Gerätschaften und der Beute. „Ein eher untergeordneter Tatbeitrag“, wie auch Staatsanwältin Ina Brüntrup zugestand. Dem entspreche auch der geringe Anteil an der Beute, der nicht einmal ein Fünftel betrug. Dennoch verurteilte Amtsrichter Bernd Grewer den Angeklagten zu zwei Jahren Haft.

Und zwar ohne Bewährung. Aus pädagogischen Gründen. Denn der Angeklagte war zwar voll geständig, hat aber auch ein langes, zum Teil einschlägiges, Vorstrafenregister. Und war bereits einige Male zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt , aber auch immer wieder rückfällig geworden. In der immer wieder geübten Milde der Dortmunder Justiz – F. wohnt in Dortmund und wurde dort auch öfter straffällig – sah Verteidiger André Picker dann auch eine Mitverantwortung für die Straftaten seines Mandanten. Die vom Amtsgericht Witten verhängte Untersuchungshaft wäre der erste richtige Schuss vor den Bug gewesen.

Daher plädierte er auf ein Strafmaß, das erneut zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Dem entsprach Richter Grewer mit seinem Urteil. Die Staatsanwältin dagegen hatte zwei Jahre und sechs Monate gefordert. Da wäre die Haft unabwendbar gewesen. Und auch die Bewährung hielt Grewer noch für möglich, wenn er sie selbst auch nicht aussprach. Da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, kann der Angeklagte Berufung einlegen. Und da, das ließ Grewer durchblicken, wäre eine Aussetzung der Strafe auf Bewährung nicht unwahrscheinlich.

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