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Zweijahresvertrag für Titz - Seeler: „Er ist der Richtige“

Hamburg. Der HSV vertraut trotz des ersten Abstiegs der Vereinsgeschichte weiter auf Christian Titz. Der Trainer erhält einen Zweijahresvertrag und soll den sofortigen Wiederaufstieg schaffen. Titz hat in kurzer Zeit in vielerlei Hinsicht überzeugt und sich das Vertrauen verdient.

Zweijahresvertrag für Titz - Seeler: „Er ist der Richtige“

Der Hamburger SV hat Trainer Christian Titz bis 2020 an sich gebunden. Foto: Daniel Bockwoldt

Mit der Unterschrift unter einen Zweijahresvertrag hat Trainer-Entdeckung Christian Titz seinen Job als Projektleiter Wiederaufstieg beim HSV nun auch offiziell angetreten.

Trotz des ersten Absturzes aus der Fußball-Bundesliga schenkt der tief gefallene Traditionsclub dem bisherigen U21-Erfolgscoach weiter das Vertrauen, weil er die HSV-Verantwortlichen komplett überzeugt hat.

„Christian Titz hat in den vergangenen Wochen und Monaten mit seiner inhaltlich geprägten Arbeit bewiesen, dass er der richtige Mann für unsere sportliche Neuausrichtung ist“, sagt Vorstand Frank Wettstein über den 47 Jahre alten Coach, der mit 13 Punkten aus den letzten acht Spielen den HSV-Absturz fast noch verhindert hätte. „Titz hat in den vergangenen Wochen einen sehr guten Eindruck gemacht. Ich glaube, dass er der Richtige für den HSV ist“, so Vereins-Ikone Uwe Seeler zur „Sport Bild“.

„Ich fühle mich wohl in Hamburg und beim HSV und habe immer gesagt, dass ich mir auch ein Engagement über diese Saison hinaus sehr gut vorstellen könnte“, wird der Beinahe-Retter Titz auf der Vereins-Homepage zitiert. „Wir alle wissen, dass uns jetzt nach dem Bundesligaabstieg große Herausforderungen in der 2. Bundesliga erwarten. Diesen Aufgaben gilt ab sofort unser ganzer Fokus.“

Im Eilverfahren hat Titz (Punkteschnitt 1,62) dem HSV ein attraktives und vor allem erfolgreicheres Spielsystem als die Vorgänger Markus Gisdol (0,79) und Bernd Hollerbach (0,43) verpasst. Zudem setzt er konsequent auf den Nachwuchs: Talente wie Tatsuya Ito, Matti Steinmann, Gideon Jung und Julian Pollersbeck zählten zuletzt zu den Leistungsträgern. Titz ist der Mann der Erneuerung beim HSV. Er lässt Fußball spielen statt Fußball kämpfen, er baut auf die Jugend wie keiner seiner Vorgänger. „Ich bin ein Trainer, der für eine eigene Spielidee steht. Wir müssen das Spiel mit dem Ball vorantreiben und Lösungen finden, wie wir in der Offensive mehr zum Erfolg kommen können.“

In acht Wochen änderte er nahezu alles in der verunsicherten und oft desolaten Truppe. Der Fußball-Fachmann ist nicht nur ein glänzender Theoretiker, der mehr als 50 Bücher über Schusstechniken, Dribbeln, Finten und Zweikampfverhalten geschrieben hat. Er zeigt sich auch als Mann der Praxis, der weiß, wie man den Profis den Weg zum Tor weist. Erstaunlich, dass sich seine Fähigkeiten zuvor nie bis bis zum Profibereich herumgesprochen hatten. Titz betreute Jugend- sowie viert- bis fünftklassige Regionalliga- und Oberliga-Mannschaften.

Der sympathische Coach hat es auch geschafft, die schon verloren geglaubte Anhängerschaft und das Umfeld wieder hinter sich und sein Team zu ziehen. Das hat gar dem mächtigen Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann überzeugt, der lange eine große und damit teure Trainer-Lösung bevorzugt haben soll. Diesen in der jüngeren Vergangenheit oft gemachten Fehler wollten Vorstand Wettstein und Sportdirektor Bernhard Peters, der größte Förderer des Trainers im Verein, aber nicht wiederholen.

Denn beide wissen: Titz hat zwar beim vorerst letzten Erstliga-Spiel auf der HSV-Bank gesessen, für den Abstieg verantwortlich sind aber andere, die längst kein offizielles Amt mehr bekleiden. Deswegen ist Trainer-Aufsteiger Titz einer der wenigen Gewinner beim künftigen Zweitligisten aus der Hansestadt.

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