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Zwischen Hund und Handy: Im Tierheim unterwegs

WITTEN Im Tierheim ist immer was los. Die beiden Tierpflegerinnen Verena Diel und Melanie Piontek sind überall im Einsatz. Sie nehmen kleinen Katzen Blut ab, versorgen einen kranken Hund, beantworten zig Fragen von Anrufern und auch noch die von RN-Redakteurin Lisa Timm. Sie war am Freitag im Tierheim live dabei.

von Von Lisa Timm

, 29.12.2007

Der kleine Kater kämpft wie ein Tiger. Doch gegen Verena Diel und Melanie Piontek ist er chancenlos. Die beiden Tierpflegerinnen sind zur Blutabnahme ins Quarantänezimmer des Tierheims an der Wetterstraße gekommen.

"Das machen wir bei allen Neulingen, wir wollen ja keine Krankheiten eingeschleust bekommen“, erklärt die 20-jährige Tierpflegerin Verena Diel. Während sie dem kleinen Wildfang ein Stück Fell vom Vorderbein rasiert, die nackte Haut sterilisiert und die Nadel startklar macht, fixiert Kollegin Melanie den Kater. Da klingelt das Handy von Melanie. „Immer, wenn man´s nicht gebrauchen kann“, kommentiert Verena. Sie lassen es klingeln.Die kleinen flutschen durch die Finger Keine fünf Minuten später ist der kleine Kater erlöst, darf zurück in die Box zu seinem Schwesterchen. Die ist nun als nächste an der Reihe. Der Kampf beginnt von vorn. „Vor allem die Kleinen, die sind wie ein Stück Seife, flitschen einem immer wieder durch die Hände“, sagt Verena und ist diesmal diejenige, die bewaffnet mit dicken Handschuhen kräftig zupackt. Auch die kleine Katze muss ein paar Tropfen Blut für die tierärztliche Untersuchung opfern. Kaum steckt die Nadel, klingelt erneut Melanies Telefon, kurz darauf im Duett mit Verenas Schnurlosem. Sie lassen es klingeln. Schnell hat die Mieze die Prozedur überstanden.

 „Das sieht zwar brutal aus, ist aber immer noch besser als die Tiere zu narkotisieren“, weiß die junge Tierpflegerin, deren Kollegin just im gleichen Moment Zeit findet, einen Anruf entgegenzunehmen. „Da fragt jemand, ob wir Futterspenden gebrauchen können“, freut sich Melanie Piontek, denn Futterspenden sind immer willkommen.Jeden Tag wird im Katzenhaus geschrubbt

Verena Diel ist „Chefin“ im Katzenhaus und damit voll verantwortlich für das Wohl der Tiere dort. Das nimmt sie sehr ernst. Jeden morgen ist zunächst gründliches Saubermachen angesagt. „Dafür räumen wir die Katzenzimmer komplett aus und sperren die Tiere in die Außengehege. Dann werden Boden und Wände mit Lauge geschrubbt, mit Wasser ausgespritzt und mit Fitschen und Tüchern getrocknet. Danach stellen wir frisches Futter und Katzenstreu hin“, zählt Verena Diel das Pflichtprogramm auf. Dazu pfeift lautstark Papagei Willi vom anderen Ende des Flures.

 „Kannst Du mir eben bei Nick helfen?“, fragt Kollegin Melanie. Sofort begeben sich die beiden Tierpflegerinnen ins Hundehaus. Auf dem Weg dorthin, kann Verena am Handy die Fragen einer besorgten „Hasen-Mutter“ beantworten, die ihre beiden Mümmelmänner vorübergehend in Pension geben muss. „Klar nehmen wir Gasttiere auf.“

Wer hier arbeitet, muss Tiere wirklich lieben

Am Hundehaus angekommen, wird´s etwas lauter, als sie eintreten. Jagdterrier „Nick“ bekommt seine Spritze, anschließend ein Leckerchen. Melanie erklärt gerade einem Anrufer, dass kleine Hunde zu haben sind. Verena füllt „Nicks“ Behandlungsblatt aus, damit jeder Tierheim-Pfleger auf aktuellem Stand ist. Dazu gibt der Rest der Meute im Hundehaus einen lautstarken Kommentar. Wer im Tierheim arbeitet, muss entweder taub sein oder die Tiere wirklich lieben – so wie Verena und Melanie.