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«all age» liegt im Trend

Oldenburg (dpa) Jugendbücher sind heute keine reine Jugendlektüre mehr. Ausgelöst wurde der Wandel auch von den «Harry Potter»-Büchern.

«all age» liegt im Trend

«Eragon»-Schöpfer Christopher Paolini spricht mit seinen Büchern nicht nur Jugendliche an.

«Es gibt anders als früher immer mehr Texte, die sich zugleich an ein älteres Publikum wenden, und von Erwachsenen gelesen werden», sagte die Junior-Professorin für Kinder- und Jugendliteratur an der Universität Oldenburg, Ute Dettmar, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Es gebe einen Trend «all age». Romane, die von jugendlichen Protagonisten handeln, von Identitätskrisen und Jugendkultur erzählen, würden immer öfter auch in Verlagen aufgelegt, die aus dem allgemeinen belletristischen Bereich kommen. Zielgruppe seien Jugendliche bis junge Erwachsene. «Und die Bücher werden als Jugendliteratur wahrgenommen.» Als Beispiel nannte Dettmar den im Diogenes Verlag erschienenen Roman «Superhero» von Anthony McCarten, der auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis stand.

Nach wie vor oben auf der Hitliste stehen «Fantasy und Phantastik». «Das ist absolut der große Trend. Das sind die Texte mit hohen Auflagen, die auf den Bestsellerlisten stehen», sagte Dettmar. Da seien beispielsweise Stephenie Meyer mit ihrer Vampir-Serie und die Drachenreiter-Saga Eragon von Christopher Paolini.

Insgesamt seien die Texte in Jugend- und Kinderbuchbereich anspruchsvoller geworden. «Das sind vielfach nicht mehr pädagogisch inspirierte, gut gemeinte Problembücher mit schneller Auflösung und relativ einfachen Erzählweisen, sagte Dettmar. Sei seien sehr viel innovativer, komplexer geworden und erzählen auf verschiedenen Ebenen. «So kann man als Leser unterschiedliche Zugänge dazu haben.»

Auch im Bilderbuchbereich gebe es eine doppelte Adressierung, meinte Dettmar. «Es gibt ganz anspruchsvolle, künstlerisch gestaltete Bilderbücher, denen man sehr genau ansieht, dass sie nicht nur die Kinder ansprechen sollen.»

Der Wandel in der Kinder- und Jugendliteratur habe sich nicht erst in den letzten zwei Jahren vollzogen, sagte Dettmar. Die Entwicklung gebe es seit den 80er/90er Jahren, «die jetzt einfach durchgreift». Vorreiter seien skandinavische und niederländische Autoren. «Die haben sehr früh vorgemacht, wie man durch Erzählverfahren, durch Bildsprachen, auch durch verschiedene Arten der Komik vielschichtig schreiben kann. Auch ein Erwachsener kann so Vergnügen an diesen Texten finden.»

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