Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Comödie Bochum feiert rauschende Premiere zum Neustart

BOCHUM Am Ende war die Begeisterung groß: minutenlanger Stehbeifall und ein dutzend Vorhänge für das Ensemble - eine rauschende Premiere von "Charlys Tante" zum Neustart der Comödie Bochum und ein brillianter Nicolay Weller als Butler.

von Von Christian Meiners

, 23.11.2008 / Lesedauer: 3 min
Comödie Bochum feiert rauschende Premiere zum Neustart

Bühnenszene aus »Charleys Tante«.

Der vor der Aufführung sichtlich angespannte Comödien-Chef Jochen Schroeder konnte mit der Premiere von "Charleys Tante" zufrieden sein.

Alle wollten dabei sein, als die Comödie am Freitagabend ihre erste Vorstellung nach der Insolvenz Mitte des Jahres auf die Bühne brachte. Nicht einmal der angekündigte Wintereinbruch hielt die Menschen vom Besuch ab. Und bereits vor Beginn der Aufführung war Schroeder die Unterstützung des Publikums gewiss. Viele trugen Sticker - "Jochen, spiel weiter!" war darauf zu lesen.

Zum Neustart war man mit "Charleys Tante" auf Nummer sicher gegangen. Das Stück von Brandon Thomas gehört zu den bekanntesten Komödien überhaupt. Allein in Deutschland existieren drei Verfilmungen, unter anderem mit Heinz Rühmann und Peter Alexander in den Hauptrollen.

Verwirrspiel um den verkleideten Mann

In der Fassung der Regisseurin Heike Werntgen stellt sich die Handlung so dar: Zwei Studenten überreden einen Freund, sich als die Tante des einen auszugeben, um sich an zwei junge Frauen heranmachen zu können. Das geht lange mehr oder weniger gut, dann aber taucht die wahre Tante auf. Die Komik ergibt sich aus dem Verwirrspiel um den verkleideten Mann.

In der Hauptrolle glänzte Sebastian Teichner als Fancourt Baker. Den schüchternen Trottel zu Beginn gab er ebenso überzeugend wie den selbstbewussten Mann am Ende - und natürlich in seiner Verkleidung die herrlich überdrehte falsche Tante Donna Lucia. Gesang und Tanz meisterte er bravourös, genau wie den schmalen Grat zwischen Anspruch und Peinlichkeit.Hicolay Weller ist der Heimlicher Star

Der heimliche Star der Aufführung aber war ein anderer: Nicolay Weller in seiner Rolle als ewig betrunkener Butler Brassett, oder James, oder Bob - er erfährt im Verlauf des Stücks einige Umbenennungen. Ihm gehörten die ersten Pointen, und seine Darstellung hatte Wiedererkennungswert. Sie war deutlich an den berühmten Butler James aus "Dinner for one" angelehnt.

Der überschwängliche Beifall am Ende des Abends war ein herzliches Willkommensgeschenk des Bochumer Publikums. Ganz warmgelaufen hatte sich das Ensemble nämlich noch nicht, hier und da fehlte noch etwas Timing. An diesem Abend aber kümmerte das niemanden. Christian Meiners