Odile Kennel: „Mit Blick auf See“

Buchkritik

Odile Kennel hat mit dem Roman „Mit Blick auf See“ das Porträt einer Frau verfasst.

von Britta Helmbold

09.02.2018, 14:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Odile Kennel: „Mit Blick auf See“

Odile Kennel entwirft in ihrem Roman „Mit Blick auf See“ das Porträt einer fast 50-jährigen Frau. Sie ist von Berlin aufs Land gezogen, in eine ehemalige Mühle an einen See.

Es klingelt, sie öffnet und ein Unbekannter behauptet, er kenne seine Mutter, die in den 1970er-Jahren für drei Jahre verschwand. Das setzt die Erinnerungen dieser Frau in Gang – die Odile Kennel zum Teil als Ich-Erzählerin, dann wieder als allwissende Berichterstatterin wiedergibt.

In der Nähe studiert

Zunächst hält sie einen Zusammenhang für ganz ausgeschlossen. Doch dann fällt ihr wieder ein, dass sie einst in der Nähe studiert hatte.

War sie also doch schon einmal in diesem Mühlen-Haus? Nach und nach setzt die Erinnerung wieder ein, aber kann sie ihr trauen?

Geschichte der BRD

Sie war als Studentin einmal auf einer Party in einem Haus am See. Ist Hah die gesuchte Mutter? Ist sie im Untergrund verschwunden? In der Partynacht gab es eine Hausdurchsuchung, und danach war Hah unauffindbar.

So lässt Odile Kennel im Porträt dieser Frau auch die Geschichte der BRD, den sogenannten Deutschen Herbst, aufscheinen.

Odile Kennel: Mit Blick auf See, 271 S., dtv, 20 Euro, ISBN 978-3-423-28113-3.
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