Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Schalkes Abwehr ist ein Bollwerk. Salif Sané soll der Defensive zu noch mehr Stabilität verhelfen. Im Interview spricht der Neuzugang über seine ersten Eindrücke, Kritiker und Ziele.

Gelsenkirchen

, 25.08.2018 / Lesedauer: 4 min

Fünf Jahre lang spielte Salif Sané für Hannover 96, bevor ihn Schalkes Manager Christian Heidel für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro nach Gelsenkirchen holte. Der Defensiv-Spieler ist in Schalkes Dreierkette gesetzt und von seiner neuen Heimat begeistert.

Am Samstag wollen Sie sicherlich zweimal feiern...

(grinst) Wieso?

Erst mit Schalke in Wolfsburg gewinnen und dann ihren 28. Geburtstag.

In der Tat, dann wäre es ein perfekter Tag. Gerade das erste Saisonspiel empfinde ich immer als besonders wichtig. Beim VfL Wolfsburg wollen wir erfolgreich sein. Aber die eigentliche Geburtstagsfeier wird erst am Sonntag stattfinden. Dann kommen meine Eltern und Freunde nach Gelsenkirchen.

Wohnen Sie in der Nähe der Arena?

Rund sieben Minuten entfernt. Das ist perfekt für mich. Kurze Wege zum Training habe ich auch bei meinen anderen Vereinen gehabt.


Was hat Sie am meisten überrascht, seit Sie Schalker sind?

Die Trainingsqualität. Sie ist noch höher, als ich angenommen habe. Wir haben enorm viel Potenzial im Kader.

Und mit Domenico Tedesco einen Trainer, der erst 32 Jahre alt ist. Hatten Sie schon einmal einen so jungen Coach?

Nein, aber das ist kein Problem. Das Training ist intensiv und abwechslungsreich. Und der Trainer spricht mit jedem Spieler. Diese kommunikative Art kommt bei der Mannschaft an.

Schalkes Neuzugang Salif Sané: Angst ist ein schlechter Ratgeber im Fußball

Großenunterschied: ja. Altersunterschied: kaum. Domenico Tedesco (32) und Salif Sané (28). © imago

Was haben Sie sich sportlich in Ihrer ersten Schalke-Saison vorgenommen?

In der Bundesliga unter den ersten fünf Mannschaften zu landen. Und in der Champions League mit Königsblau so weit wie möglich kommen. Auf diesen Wettbewerb freue ich mich besonders, weil ich noch nie in der Königsklasse gespielt habe.


Haben Sie einen Wunschgegner?

Nein. Hauptsache wir bekommen so viele große Mannschaften wie möglich.


Haben Sie keine Angst, dass Schalke in solchen Fällen klare Niederlagen kassieren könnte?

Nein. Meiner Meinung nach ist Angst ein schlechter Ratgeber im Fußball. Wenn ich antrete, will ich mit meinen Mannschaften jedes Spiel gewinnen, egal, wie der Gegner heißt.


Im DFB-Pokal in Schweinfurt ist Schalke schon mal erfolgreich gestartet. Die Dreierkette mit Naldo, Matija Nastasic und Ihnen hat gut funktioniert.

Für mich ist es relativ leicht an der Seite von Naldo und Nastasic zu spielen, weil beide so viel Qualität haben. Wenn mal ein Fehler passiert, ist jeder für den anderen sofort da.

Jetzt lesen

Dabei gilt die „Sechs“ im defensiven Mittelfeld als Ihre Lieblingsposition. Ist sie das immer noch?

Ja. Aber so groß sind die Unterschiede nicht, wenn ich jetzt Mitglied in der Dreierkette bin. Da schalte ich mich auch öfter weiter vorn in unserem Spiel ein.


Wer sind Ihre größten Kritiker?

Meine beiden älteren Brüder. Meistens meinen sie, immer etwas gefunden zu haben, was ich verbessern kann. Aber das ist kein Problem. Damit kann ich leben.


Wird in den eigenen vier Wänden bei Ihnen viel über Fußball diskutiert?

Nein. Zu Hause bin ich ein ganz anderer Mensch. Da ist die Familie die absolute Nummer eins. Und im sportlichen Bereich interessiere ich mich sehr für Basketball, ich verfolge viele Spiele.


In den letzten Wochen wurde in Deutschland viel und kontrovers über Integration diskutiert. Sind Sie schon einmal mit Vorbehalten oder gar Ausländerfeindlichkeit konfrontiert worden?

Nein. Mir ist das noch nie passiert. Und auch in meinem Freundeskreis habe ich davon noch nie gehört. Alles ganz normal. Aber jeder Mensch macht in seinem Leben andere Erfahrungen. Ich bin der Meinung: Deutschland ist ein ausländerfreundliches Land.


Ihre Karriere verlief nicht immer geradlinig nach oben. In Hannover sind Sie mal degradiert und zur zweiten Mannschaft versetzt worden. Sind Sie jetzt gelassener geworden?

Diese Geschichten sind bei mir ganz weit hinten. Ich gucke nach vorne und konzentriere mich ganz auf meine Leistungen für Schalke 04.


Ralf Fährmann hat gesagt, er will am liebsten alle Spiele in der neuen Saison bestreiten. Ticken Sie ähnlich?

Ja. Aber damit stehe ich bestimmt nicht allein. Jeder Akteur in unserem Kader möchte so viel wie möglich spielen. Und ich habe den Eindruck, dass unser Trainer gute Leistungen im Training auch honoriert. Wie Domenico Tedesco bei den vielen englischen Wochen im Herbst im Einzelfall entscheidet, werden wir dann sehen.