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Wieviele Menschen leben in Schwerte? Der Zensus 2011 und die Stadt gehen von unterschiedlichen Zahlen aus. Vor Gericht verlor die Gemeinde, will aber nicht aufgeben.

Schwerte

, 07.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Als 2013 die ersten Ergebnisse des Zensus 2011 veröffentlicht wurden, konnte man einiges über die Schwerter erfahren. Wie sie wohnen, in welchen Branchen sie arbeiten, was sie durchschnittlich verdienen oder welche Wege sie zur Arbeit zurücklegen müssen. Am Ende blieb aber nur eine Zahl im Gedächtnis haften: 46.743. So viele Einwohner hatte die Stadt nämlich laut Zensus. Und das waren insgesamt 1158 weniger, als die städtischen Meldebehörden in ihren Registern verzeichnet haben. Eine Zahl mit Folgen. Denn Zuschüsse oder Anteile an Steuereinnahmen gibt es in der Bundesrepublik nur nach den amtlich festgestellten Einwohnerzahlen. Und das war nun mal die vom Zensus.

Die Stadt klagte gegen die Zahl vor dem Verwaltungsgericht. Die Klage wurde zurückgestellt, weil die Ruhrstadt mit dem Problem nicht alleine dastand. Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg hatten nämlich das Gesetz zur Volkszählung direkt vorm Bundesverfassungsgericht angefochten. Und im September endgültig verloren. Das Gesetz zur Volkszählung ist rechtskonform. Doch die Stadt Schwerte will nicht aufgeben.

Gesetz rechtswidrig anwendet?

„Wir haben dem Verwaltungsgericht jetzt mitgeteilt, dass wir die Klage weiter verfolgen“, erklärte der städtische Rechtsrat Carsten Morgenthal am Dienstag auf Anfrage. Schließlich könne man ein zwar rechtskonformes Gesetz auch rechtswidrig anwenden. Und davon geht die Stadt aus.

Schließlich verlor die Kommune wegen der geringeren Einwohnerzahl jährlich nahezu 340.000 Euro. Geld, das man gerne zurückhätte. Streitpunkt ist die Erhebung der Zahlen durch den Zensus. Denn zusätzlich zu den Einträgen in den Melderegistern hatte man beim Zensus Stichproben erhoben, um Karteileichen, falsch- oder nicht umgemeldeten Einwohner zu ermitteln.

Die dabei entstandenen Werte unterschieden sich in etlichen Kommunen erheblich von den bisher als amtlich geltenden Zahlen.

Folgen für den Handel

Der Landesbetrieb IT-NRW schreibt übrigens die Einwohnerzahlen auf dieser Basis fort. Und so kommt es, dass IT-NRW in der Dienstag veröffentlichten Statistik Schwerte 46.545 Einwohner zuschreibt (Stichtag 30. Juni 2018), das Einwohnermeldeamt aber von 48.017 Einwohnern ausgeht.

Die Einwohnerzahlen haben neben den finanziellen Zuweisungen an die Stadt noch andere Auswirkungen. Ab 50.001 Einwohnern gilt ein Ort als eine „große Mittelstadt“. Eine Kategorie, in die auch Unna, Iserlohn und sogar Hagen fallen. Bei Expansionsplänen von Einzelhandelsketten spielt so etwas zum Beispiel eine Rolle.

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