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Familie Ahlers aus Schwerte soll ihr Haus abreißen, weil ein Nachbar dagegen geklagt hat. Obwohl eine Baugenehmigung vorgelegen hatte. Jetzt hat sich der Kläger erstmals zu Wort gemeldet.

Schwerte

, 06.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Auf zwei Seiten fasst der Dortmunder Anwalt Graefen den Standpunkt des Nachbarn, der gegen die Baugenehmigung geklagt hatte zusammen. Vieles, was in dem Schreiben erklärt wird, bestreiten die Ahlers, manches stellt auch die Stadt anders da. Rückfragen wollen Anwalt und Mandant nicht zulassen. Fest steht, dass der Nachbar an einer Einigung kein Interesse hat. Den Grund sieht er aber bei den Ahlers.

Der Fall bewegt viele Menschen – nicht nur in Schwerte: Die Familie hatte ihren Flachdach-Bungalow ausgebaut. Die Stadt hatte dafür eine Baugenehmigung erteilt. Der Nachbar klagte dagegen und gewann vor Gericht. Die Folge: Jetzt soll die Familie ihr Haus abreißen. Und zwar komplett – nicht nur den ausgebauten Teil. Das hatte der Schwerter Bürgermeister kürzlich im zuständigen Ratsausschuss erklärt.

Soll das Haus ganz abgerissen werden?

In dem Schreiben betont der Anwalt, dass es seinem Mandanten zu keinem Zeitpunkt um einen kompletten Abriss des Gebäudes gehe. Er wolle lediglich den Rückbau in den ursprünglichen Zustand, also den Abriss des 1. Obergeschosses. In dem befinde sich ohnehin nur eine vermietete Einliegerwohnung.

Das stimmt, die Ahlers hatten im Obergeschoss eine Einliegerwohnung zur Finanzierung des Hauses gebaut. „Wenn die Kinder größer sind, wollten wir die Zimmer selber nutzen“, so Andrea Ahlers.

Gibt es eine Chance auf Einigung?

Vermutlich nein. Denn Anwalt und Mandant werfen der Familie Ahlers vor, sie hätten zahlreiche Möglichkeiten zur Einigung verstreichen lassen und bewusst nach dem Eingang der Klage weiter gebaut. Jetzt käme für seinen Mandanten eine Einigung aufgrund des „bewussten Täuschungsversuchs“ nicht mehr in Betracht, so der Anwalt.

Warum klagt der Nachbar?

Als Grund für die Klage gegen die Baugenehmigung gibt der Nachbar an: „Durch den Auf- und Überbau werden wichtige Lüftungsöffnungen des Daches unseres Mandanten verschlossen, sodass ein Schaden für die Zukunft nicht auszuschließen ist.“

Dies ist aber nach Auskunft von Stadt und Ahlers nicht der Grund, warum das Verwaltungsgericht die Baugenehmigung für rechtswidrig erklärt habe, sondern alleine der Tatbestand, dass die Häuser der Familie und des Klägers in einer Häuserreihe stehen, die kürzer als 50 Meter ist und in der nur das Haus der Ahlers bislang ausgebaut ist.

Was sagt Familie Ahlers zu dem Schreiben?

Andrea Ahlers weist sowohl den Vorwurf, der Aufbau verschließe wichtige Lüftungsöffnungen, als auch die anderen Vorwürfe zurück. Man habe zahlreiche Einigungsversuche unternommen, zum Teil sei das auch schriftlich dokumentiert. So habe es zwei Termine beim Schiedsmann gegeben. Der Nachbar habe stets die Angebote zur Vermittlung ausgeschlagen. Auch vor Baubeginn habe man versucht, ihn zu kontaktieren.

“Wir sind nicht so sehr darüber empört, dass ein Nachbar klagt, sondern dass die Stadt uns derart allein lässt“, betonte Andrea Ahlers am Freitag. Denn die Ahlers und ihr Rechtsanwalt sind überzeugt, dass die Verabschiedung eines Bebauungsplans ihnen sehr wohl helfen könne.

Die Ahlers hatten ihren Flachdach-Bungalow an der Unteren Meischede um ein Obergeschoss mit Satteldach erweitert. Die Baugenehmigung wurde durch den Nachbarn erfolgreich beklagt.

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