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Hinter einem Kamin verbarg sich die Geheimtür zu einem Liebeskabinett im Adelssitz

rnHäuser erzählen

Geheimes Liebeskabinett auf dem Dachboden des Schlosses: Eine aufregende Entdeckung machte Schornsteinfeger Peter Schauerte in den 60er-Jahren im Haus Ruhr.

Wandhofen

, 10.02.2019 / Lesedauer: 2 min

Eine Dachwölbung hinter dem riesigen Kamin des Haupthauses machte den 71-Jährigen stutzig, als er die Rauchabzüge kontrollierte. Mit dem Gedanken „Da stimmt was nicht“, schritt er auf einen massiven, uralten Kleiderschrank zu, der vor einer Zwischenwand stand.

Vorsichtig klappte er die Türen auf. „Dann konnte ich die Rückwand von rechts zur Seite schieben“, erinnert er sich: „Dahinter war ein Durchgang zu einem Zimmer.“

Schon ewig nicht mehr benutzt

Zu welch pikanten Spielen es irgendeinem der adligen Bewohner gedient haben konnte, war Schauerte sofort klar: „Ich weiß aber nicht mehr, ob, da noch ein Bett oder sowas stand.“

Der Raum habe so gewirkt, als ob er „schon ewig nicht mehr benutzt“ worden wäre. Immerhin ging das Wasserschloss durch viele Hände, seit es 1455 von dem Burgmann Jan von Boyle aus Wetter errichtet worden war. Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt es bei Umbauten im 17. bis 19. Jahrhundert.

Heim für schwererziehbare Jugendliche

Leben kam in das geheime Gemach aber doch noch. Als Schauerte einige Jahre später erneut zur Brandschau anrückte, waren die letzten adligen Bewohner ausgezogen.

Das Gebäude diente als Heim für schwer erziehbare Jugendliche. Unterm Dach, wo jetzt Mädchen schliefen, stand immer noch der Kleiderschrank. Als Schauerte die Rückwand erneut öffnete, kam dahinter ein Jungenzimmer zum Vorschein, das mit einem Zugang von der anderen Seite ausgebaut worden war. „Woher wissen Sie das?“, staunten die Mädchen: „Bitte, verraten Sie uns nicht!“

1987 zog die Ruhrakademie ein

Heute darf er das. Nach dem Einzug der Ruhrakademie 1987 wurden bei einer Kernsanierung alle Wandöffnungen zugemauert. Auch der Schrank ist verschwunden.

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