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Schwerter Finder bringen Galionsfigur eines russischen Dreimasters zurück ans Meer

rnAngespülte Meerjungfrau

Beim Strandspaziergang auf Spiekeroog hatten Monika und Volker Elm das Schmuckstück entdeckt, das der Sturm von einem Segelschiff gefegt hatte. Jetzt schaut es Hochzeitspaaren zu.

Schwerte

, 06.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Meerjungfrau bleibt für immer an Land. Auge in Auge mit glücklichen Paaren, die sich im Trauzimmer des Spiekerooger Inselmuseums das Ja-Wort geben, hat sie ihren Platz gefunden. Nie mehr wird die schöne Galionsfigur an der Reling des russischen Dreimasters Shtandart der Gewalt von Sturm und Wellen ausgesetzt werden, die sie vor einem Jahr auf der Nordsee über Bord gespült hatten.

Finderin Monika Elm hat sie als Dauerleihgabe dem Museum der ostfriesischen Insel überlassen, an deren Strand sie den ungewöhnlichen Fund am 28. Oktober 2017 entdeckt hatte. So kann es jeder Besucher auf einer Tafel neben dem Exponat lesen.

Im Kofferraum zurück an die Küste

“Sowas findet man nur alle 100 bis 150 Jahre“, erfuhr Monika Elm von den ehrenamtlichen Hütern der maritimen Kuriositäten-Sammlung, die ein altes Friesenhaus füllt. „Die sind alle hochbeglückt“, ergänzt Ehemann Volker Elm. Beide durften die Meerjungfrau kürzlich erstmals in der Vitrine im Obergeschoss des Gebäudes bewundern, als sie zu einem abschließenden Gespräch noch einmal auf die Insel fuhren.

Schwerter Finder bringen Galionsfigur eines russischen Dreimasters zurück ans Meer

Bei der Übergabe der Meerjungfrau an das Inselmuseum Spiekeroog (v.l.): Erhardt Redelfs (Beisitzer Museumsverein), Hilmar Schreiber (2. Vorsitzender Museumsverein), die Finder Volker und Monika Elm sowie Dieter Mader (1. Vorsitzender Museumsverein). © Volker Elm

Selber behalten wollten die Schwerter ihren Fund von Anfang an nicht. Er sollte zurück an sein Element, ans Meer. Deshalb hatten sie die Holzfigur schon im Mai behutsam in eine Decke gewickelt und in den Kofferraum ihres Autos gepackt, als sie für einen Kurzurlaub nach Carolinensiel aufbrachen. Die definitiv letzte Bootsfahrt der Meerjungfrau war dann das Übersetzen mit der Fähre zur Übergabe an den Museums-Verein. „Wir hatten natürlich einen Termin ausgemacht“, berichtet Volker Elm.

Russen meldeten sich nicht mehr

Ursprünglich war auch vonseiten des russischen Dreimasters, der die Figur

am 25. Oktober 2017 bei einer Sturmfahrt von Helgoland nach Terschelling verloren hatte, großes Interesse bekundet worden. Sie gehörte zu vier Skulpturen auf der Steuerbord-Reling, deren Gesichter Helfern nachempfunden waren, die vor einigen Jahren beim Nachbau des Zaren-Flaggschiffs von 1703 mitgewirkt hatten. Kurz, nachdem der Fund bekannt geworden war, riefen die Schiffs-Betreiber schon abends bei den Elms in Schwerte an.

Das Ehepaar wäre damals auch zu einer Rückgabe bereit gewesen. „Aber die vom Schiff haben sich nicht mehr gemeldet“, berichtet Volker Elm. Drei Treffpunkte habe er ihnen angeboten, unter anderem in Wilhelmshaven und Hamburg - vergeblich: „Wenn es ihnen so wichtig gewesen wären, dann hätten sie jemanden geschickt.“ Als die Russen später dann doch noch einmal Kontakt mit dem Inselmuseum suchten, war es zu spät. „Das ist Sache der Finder“, habe man dort zur Antwort gegeben.

Figur wird beim nächsten Urlaub besucht

Und die Finder sind ganz sicher, dass die Galionsfigur in das Museum der Insel gehört, an dessen Strand sie die Wellen angespült haben. Dort wollen die beiden Nordsee-Fans das Schmuckstück auch wieder besuchen. „Bei der nächsten Reise nach Spiekeroog werden wir der Meerjungfrau ,Guten Tag’ sagen“, kündigt Volker Elm an.

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