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Man liest die Zeitung und entdeckt: Ein uraltes, von einem Fremden aufgenommenes Foto – auf dem man sich selbst erkennt. Was kurios klingt, erlebte eine Schwerterin jetzt.

Schwerte

, 20.07.2018 / Lesedauer: 3 min

Da öffnet man morgens die Zeitung, und was findet man? Ein uraltes Urlaubsfoto, auf dem man sein 47 Jahre jüngeres Ich, gemeinsam mit der damals vierjährigen Tochter, wiedererkennt. Was durchaus kurios und unwahrscheinlich klingt, widerfuhr der Schwerterin Renate Stender, als sie sich Anfang Juli durch die Ruhr Nachrichten blätterte.

Foto der Deutschen Presse-Agentur

Unter dem riesigen Foto der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und der Überschrift „Der große Urlaub nach dem Krieg“ griff der Autor darin auf, wie viele Deutsche Anfang der 70er-Jahre den Sommerurlaub zelebrierten – und auch ihre ersten Flugreisen erlebten: „Mit dem Aufkommen der Billigflieger und des Chartertourismus kam Spanien als Urlaubsziel hinzu und verdrängte Italien als Spitzenreiter in der Gunst der deutschen Urlauber“, wird darin der Freizeitforscher Horst Opaschowski zitiert.

Warum eine Schwerterin plötzlich ein uraltes Urlaubsfoto von sich in der Zeitung entdeckte

„Das Urlaubsfoto aus einer Privatsammlung zeigt deutsche Touristen auf dem Flughafen von Ibiza vor einem Lufthansa Flugzeug.“ So wurde das Foto damals vermutlich von dem Sammler betitelt, verkauft und schließlich von der dpa so übernommen und archiviert. Renate Stender weiß: Das Foto entstand in Rumänien. © picture alliance/dpa

Und danach wurde wohl auch das Foto mit Renate Stender vor dem Urlaubsflieger für Zeitung ausgewählt. Denn in der Bilddatenbank der dpa steht, dass es auf dem Flughafen von Ibiza entstanden ist.

Das weiß Renate Stender besser: Sie war verwundert, als sie das Foto plötzlich in den Ruhr Nachrichten entdeckte. Sie war damals zwar im Urlaub, jedoch nicht auf der spanischen Insel, sondern in Rumänien. „Da fuhr man damals hin“, erklärt sie und zuckt mit den Achseln. An das Bild, auf dem sie sich sofort wiedererkannte, kann sie sich zwar nicht mehr erinnern, dafür aber umso besser an den Urlaub.

„Warm war es, aber auch sehr trist, im damals noch sozialistischen Rumänien. Dort gab es überall so Beton-Kioske an den Straßen, die pünktlich um 18 Uhr das Rollo runterließen, auch wenn man noch direkt davor stand.“ Und auch die Hotelanlagen seien Beton pur gewesen. Aber man sei damals ja auch selbst bescheidener gewesen, so die Schwerterin.

Profifotografen standen an der Gangway bereit

Daher war das Fliegen damals auch noch etwas ganz Besonderes, so wurden da eben auch viele Fotos gemacht. An der Gangway standen immer Profifotografen, deren Aufnahmen man später kaufen konnte. Das Bild der Presseagentur stammt wohl aus einer Privatsammlung. Vermutlich hatte der Sammler es damals falsch ausgezeichnet und die Nachrichtenagentur übernahm die falsche Info. „Mit der Lufthansa-Maschine, die im Hintergrund zu sehen ist, sind wir gar nicht geflogen“, erzählt die Schwerterin. „Vermutlich war es ein Flugzeug von Condor oder einer anderen Chartergesellschaft.“

In der Redaktion holte sie sich eine zweite Zeitung ab, damit auch die Tochter, die damals vier Jahre alt war, ihr Urlaubsbild auf Zeitungspapier bestaunen kann.

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