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Der erste Schultag ist etwas Besonderes. Auch für Tobi, eines von 239 i-Männchen aus Selm. Er erzählt, worauf er sich besonders freut. Und Experten geben Tipps, was Eltern beachten sollten.

Selm

, 28.08.2018 / Lesedauer: 5 min

Tobi ist schon ganz aufgeregt. Seit Wochen packt der sechsjährige Borker seine Schultasche ein und aus, zählt die Tage, bis es endlich Donnerstag ist: sein großer Tag. Dann kommt Tobi Roeske nämlich in die Schule.

Worauf er sich am meisten freut? Lesen und Schreiben lernen, aber auch auf den Sportunterricht. „Rechnen und meinen Namen schreiben kann ich doch schon“, sagt er Jetzt wartet er auf neue Herausforderungen. „Ist doch klar.“ Der Schreibtisch zu Hause steht schon bereit, und auch alles andere zum Schulstart ist bereit.

Vor allem auf seinen Schultornister ist Tobi stolz: Den hat er nämlich schon von seinen Großeltern zu seinem sechsten Geburtstag bekommen. Das war im Februar. Den Tornister mit den Raumschiffen hat er sich aber selbst ausgesucht. „Der sah einfach am coolsten aus und ist ein bisschen aus wie bei Star Wars“, erklärt Tobi, während er den gesamten Inhalt seines Tornisters auf dem Wohnzimmerboden verteilt.

Schon alles im Tornister

Alle anderen Schulsachen hat er schon mit seiner Mama eingekauft. Die sehr detaillierten Anforderungen der Klassenlehrerin haben Tobis Eltern, Marcus und Kristin Roeske, zunächst gewundert. Doch jetzt haben sie alles zusammen: dreieckige dicke Stifte, Schere, Klebestift, Wachsmaler, bunte Heftumschläge, ein nagelneuer Farbkasten. All das hat seinen Platz in Tobis Schultornister schon gefunden. Er ist seit Tagen fertig gepackt für den ersten Schultag. „Ich hoffe, dass ich da auch schon Hausaufgaben aufbekomme.“

Ab in die Schule: Wie sich ein Borker i-Männchen auf seinen ersten Schultag vorbereitet

Was in seinem Tornister ist, zeigt Tobi gerne. © Viktoria Michelt

Doch da muss Tobi erst einmal gucken, wann er diese Hausaufgaben überhaupt schaffen würde an diesem Donnerstag. Denn nicht nur die Schulsachen an sich hat Familie Roeske im Vorfeld schon organisiert: Auch am besagten ersten Schultag selbst ist bereits die ganze Familie eingeladen. Volles Haus also im Borker Neubaugebiet und ein reges Kommen und Gehen, je nachdem, wie die vielen Verwandten von Tobi frei haben. „Wir beide haben uns natürlich extra freigenommen, um mit Tobi zur Schule zu gehen“, sagt Papa Marcus Roeske.

Für Tobis Eltern ist es fast so, als hätte einer aus der Familie Geburtstag: Verwandte einladen, Essen zubereiten, Kuchen backen… Wenn das Wetter zu schlecht zum Grillen ist, wird vielleicht noch Essen bestellt. „Darüber müssen wir noch einmal nachdenken“, sagt Marcus Roeske. Allein weil die Familie so groß sei, sei die Einschulung auch ein großes Familienevent. „Ich erinnere mich noch, als ich selbst eingeschult worden bin, war das noch nicht ein so großes Ereignis. Da war ich fast nur mit meinen Eltern unterwegs“, meint Kristin Roeske.

Auch wenn Tobi aus Bork bestens vorbereitet ist: Das muss nicht bei jedem i-Männchen so sein. Vor allem in der ersten Zeit nach der Einschulung könne noch nicht alles rund laufen, meint Max Rolke vom Kreis Unna. Er hat einige Tipps für die Eltern. Auf gesunde Ernährung achten und einfach mal den Tornister regelmäßig entrümpeln: Das seien laut Rolke ganz einfache Maßnahmen, den Schulalltag von Anfang an einfacher zu machen.

Die größte Gefahr lauert aber nicht in der Schule: Volle Straßen, viele Auto, hektischer Berufsverkehr. Da kann auch der beste Verkehrsteilnehmer die kleinen unsicheren Erstklässler in dem Getümmel schon mal übersehen.

Im Kreis Coesfeld seien laut der Polizei im vergangenen Jahr insgesamt 15 Kinder auf dem Schulweg verletzt worden. Die Eltern müssen helfen, ihre Kinder fit für den Straßenverkehr zu machen, wie für Jürgen Sicking, einer der Verkehrssicherheitsberater der Polizei im Kreis Coesfeld, feststeht. „Es ist wie beim Sport oder in der Musik: Übung macht den Meister.“, so Jürgen Sicking.

Doch auch das hat Familie Roeske im Griff. In den ersten paar Schultagen wird Tobi den circa 15 Minuten langen Weg zur Grundschule Auf den Äckern mit seiner Mama üben. Aber auch danach geht er niemals alleine, wie für seine Eltern feststeht: Die Freunde in der Nachbarschaft haben schließlich den gleichen Weg zur Schule.

„Ein besonderes Ereignis“

Traurig, dass ihr Tobi jetzt so schnell groß wird und bereits ein Schulkind ist, sind Marcus und Kristin Roeske nicht. „Wir finden das super, und schließlich freut Tobi sich auch schon seit Langem total, dann freuen wir uns natürlich mit ihm. Das ist ein besonderes Ereignis“, sagt Marcus Roeske.

Für ihn und seine Frau, aber auch für Tobi bedeute Schule zudem auch mehr Freiheit im Alltag. Trotzdem haben sie die Zeit vor dem Schulbeginn noch einmal richtig ausgenutzt: Solange Tobi noch nicht schulpflichtig war, reiste die dreiköpfige Familie erst einmal über den deutschen Winter nach Australien. So einfach ginge das in der Schulzeit ja nicht, meint Kristin Roeske. In den Kindergarten will Tobi aber auf keinen Fall zurück. Da ist er zwar immer gerne hingegangen, hat sich am Ende aber doch eher gelangweilt. Doch das große Kindergarten-Abschlussfest und die Übernachtung haben ihm dann aber trotzdem gefallen.

Ab in die Schule: Wie sich ein Borker i-Männchen auf seinen ersten Schultag vorbereitet

Die Eltern von Tobi, Marcus und Kristin Roeske, sind stolz auf ihren Sohn. © Viktoria Michelt

Zusammen mit Tobi werden insgesamt 239 i-Männchen dieses Jahr in Selm eingeschult – 23 Kinder mehr als noch im vergangenen Jahr. Das entspricht einer ganzen Schulklasse. Im Oktober 2013 war die Stadt noch von ganz anderen Zahlen ausgegangen: Die geschätzte Zahl der Erstklässler betrug damals noch 189, also 50 Kinder weniger. Norbert Zolda von der Stadt Selm weiß, woran das liegt: „Damals wurden die Geburtenraten zu gering gegenüber den tatsächlichen Zahlen angesetzt.“ Außerdem seien auch die Flüchtlingszuwanderung und die neuen Wohngebiete ein Grund für die steigende Zahl. An Tobis Grundschule in Bork mit dem Teilstandort Cappenberg entstehen vier erste Klassen mit 90 Kindern, genauso wie an der Overbergschule (80 Kinder). An der Ludgerischule in Selm sind es bei 68 Erstklässlern drei Klassen.

Schon ein Berufswunsch

Angst hat Tobi vor der Schule kein bisschen. „Das wird aber anders“, weiß er. „Der Tag bestimmt länger und der Schulhof ist größer.“ Aber da er schon die letzten beiden Wochen in der OGS war, kennt er sich schon ein bisschen in der neuen Grundschule aus. Und auch mit fast allen seinen Freunden ist er in einer Klasse: in der 1a. Nur einige wenige sind in der Parallelklasse gelandet. „Das ist blöd“, findet er. Was Tobi einmal werden möchte, wenn er dann mit der Schule fertig ist? „Meeresbiologe oder Legoexperte, da bin ich mir noch nicht sicher. Ich mach beides gerne: Schnorcheln und Lego spielen.“ Doch bevor das soweit ist, geht es am Donnerstag erst einmal mit der Einschulung los. Eine große Überraschung bleibt Tobi aber noch: „Ich bin gespannt, was in meiner Schultüte ist!“

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