Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Mehrere Meter lässt sich Kiteboarder Sascha Brandt von einem Lenkdrachen in die Luft ziehen, um dann halsbrecherische Tricks vorzuführen. Dass der Sport Risiken birgt, ist Brandt bewusst.

Selm

, 22.11.2018 / Lesedauer: 9 min

Nein, der Wind passt Sascha Brandt (28) aus Bork an diesem Sonntag gar nicht. In manchen Augenblicken kommt er zu böig aus Nordosten, dann schwächt er wieder ab. Ausgerechnet immer dann, wenn Sascha Brandt gerade zu einem Tricksprung ansetzen möchte. Nach einer halben Stunde landet er das Fluggerät und packt seine vier Kites, so heißen Drachen auf Englisch, ein. Keine Sportart der Welt ist so windabhängig wie die, die Sascha Brandt betreibt: Kiteboarden.

Bei Sprintern aus der Leichtathletik oder im Motorsport kann der Wind die Zeiten zwar beeinflussen, aber für Brandts Sportart ist sie das Lebenselixier, um sie überhaupt betreiben zu können - und ist gleichzeitig der Faktor, der den Sport so unberechenbar und manchmal auch gefährlich macht. Gibt es keinen Wind, findet die Sportart nicht statt. Weht er zu stark, wird der Sport lebensgefährlich.

Lockere Kleidung für den Trendsport Landboarden

Sascha Brandt trägt beim Termin mit uns am Segelflugplatz in den Lippeweiden in Lünen Skaterschuhe, eine Jeans und eine winddichte Jacke. Die Haare hat er zu einem kurzen Zopf zusammengebunden, die hinten durch den Kappenverschluss luken. Die Kappe tauscht er nach dem Aufbau des Drachens und dem Auslegen der 21 Meter langen Leinen auf der Wiese gegen einen Helm. Dann legt er eine Halterung um die Hüfte, schnallt sich das Board mit den großen Reifen unter die Schuhe - und startet den Drachen. Sofort zieht der Kite den 28-Jährigen im Slalom druckvoll über die Wiese.

Gefährliche Höhenflüge - Sascha Brandt (28) hebt als Kitesurfer zu spektakulären Tricks ab

Sascha Brandt ist Kiteboarder aus Bork. © Sebastian Reith

Brandt besitzt gleich mehrere Drachen. Drei der vier Kites hat er dabei. Je stärker der Wind, desto kleiner ist der Drachen, der ausreicht, um ihn zu ziehen. „Man kann nicht bei jeder Windstärke mit dem selben Kite arbeiten. Entweder ist man unterpowert oder wahllos überpowert. Dann macht der Kite mit einem, was er will“, sagt Sascha Brandt.

Den rund gebogenen Tube-Kite mit 10 Quadratmetern Fläche hat Brandt schon aufgebaut. Brandts größter Drachen hat eine Segelfläche von sogar 15 Quadratmetern. Eine aufgepumpte Röhre und einzelne mit Luft gefüllte Rippen bilden das Gerüst für das Drachentuch. Der Druck in der Röhre beträgt 0,5 bar - deutlich weniger als ein Autoreifen (2 bar) oder bei einem Rennrad (5 bis 10 bar). Es reicht aber, um bequem auf dem Tube sitzen zu können.

Wenn kein Wind weht, macht Sascha Brandt Pause

Um fahren zu können, braucht Sascha Brand Windgeschwindigkeiten von mindestens acht Knoten, was knapp 15 Kilometer in der Stunde entspricht.

„Aber unter einer bestimmten Windgeschwindigkeit gehe ich gar nicht mehr aus dem Haus. Man braucht einen gewissen Vortrieb, um überhaupt nach oben zu kommen. Ich habe die Freiheit, mir auszusuchen, wann ich rausgehe: nämlich wenn der Wind gut ist“, sagt er.

Das habe aber zur Folge, dass er manchmal wochenlang nicht am Drachen hängt. „In den Sommermonaten, in denen es nur noch Thermik gab, steigen die Kites zwar hoch, haben aber nicht genug Druck“, sagt er. Um herauszufinden, wie der Wind wird, nutzt er spezielle Wetter-Apps für das Handy.

Kiter bewegen sich auf allen Elementen: Wasser, Land und Schnee

Auf dem Wasser, auf dem Land und auf Schnee - Kiteboarder kennen keinen Untergrund, der sich nicht eignet. Deswegen besitzt Sascha Brandt auch mehrere Boards, die je nach Untergrund zum Einsatz kommen. Im Sommer fährt Sascha Brandt regelmäßig mit seinem weißen Kombi an Wochenenden an die Nordseeküste, wo er dann die halsbrecherisch aussehenden Stunts übt. Im Gepäck seines Autos: Kites, Drachen - und auch eine Matratze, falls Sascha Brandt keine Unterkunft hat und Campingplätze voll sind.

Gefährliche Höhenflüge - Sascha Brandt (28) hebt als Kitesurfer zu spektakulären Tricks ab

In Strandnähe kann Sascha Brandt auch wieder das Board mit Rollen rausholen. Der Drachen ist über ein Trapez und ein weiteres Seil mit einem Gurtsystem um Brandts Hüfte verbunden. © Brandt

Die Zukunft, ist sich Sascha Brandt sicher, gehört dem Wasser. „Die Landboardingszene geht immer weiter zurück. Die Jugend geht schnell aufs Wasser. Die Meisterschaftsszene, die ich kenne, ist mittlerweile fast komplett auf das Wasser gewechselt“, sagt Sascha Brandt.

Das liegt auch daran, dass Brandt fast gar keine freien Flächen findet. „Zum Landboarden wird es immer schwieriger“, erzählt Brandt. Er sucht Wiesen, die kurz gemäht sind und befahrbar sind. „Und die Windrichtung muss natürlich passen“, sagt er, „hier in der Gegend ist es schwierig, mit den Bauern in Einklang zu kommen. Die meisten haben Futterwiesen. Die mähen entweder nicht kurz oder lassen es generell nicht zu“, sagt Brandt.

Flächen zum Kiten werden immer weniger für Sascha Brandt

Auf dem Segelflugplatz in Lünen waren Brandt und andere Kiter früher mal geduldet. „Man ist hier sehr kulant. Es ist eine Duldung, keine Erlaubnis. Wenn Segelflugbetrieb ist, haben wir hier natürlich nichts verloren, sonst haben wir die Polizei am Hals“, sagt Brandt. Steigt der Helikopter am nahen Lüner Krankenhaus auf, müssen die Kites aus Sicherheitsgründen sofort zum Boden zurückkehren.

Gefährliche Höhenflüge - Sascha Brandt (28) hebt als Kitesurfer zu spektakulären Tricks ab

Wiesen wie diese fehlen Sascha Brandt, um vor der Haustür zu trainieren. © Sebastian Reith

Doch auch wenn kein Flugbetrieb stattfindet, sei der Flugplatz eigentlich Tabu für die Kiter. Ein Mann mit dem Logo der Flugsportgruppe Lünen auf der Jacke fährt mit seiner Limousine vor. Er weist Brandt freundlich zurecht und schickt ihn auf einen anderen Teil der Wiese. Näher an die Bäume, wo sich der Wind zu Brandts Ungunsten wieder staut.

Später, um die Mittagszeit, teilt man Brandt dann mit, dass er gar nicht mehr wiederkommen dürfe. Eine Anfrage bei der Bezirksregierung Münster ergibt eine Woche später, dass laut Luftfahrtverordnung „in einer Entfernung von weniger als 1,5 Kilometern von der Begrenzung von Flugplätzen das Steigenlassen von Drachen und Kinderballonen oder das Betreiben von Schirmdrachen verboten“ sei. „Ich meide den Platz sowieso seit Längerem eigentlich. Es ist schade“, sagt Brandt. Wieder eine Wiese weniger.

Gefährliche Höhenflüge - Sascha Brandt (28) hebt als Kitesurfer zu spektakulären Tricks ab

Tausche Rollbrett gegen Wellenreiter: Der Kite ist der gleiche, aber das Board ist ein anderes, wenn Sascha Brandt auf das Wasser geht. © Brandt

Also verlagert sich die Szene auf das Wasser. Ägypten, die Mittelmeerküsten, die USA, Australien - „Wenn man Werbung sieht, sieht man schöne weiße Strände, Frauen im Bikini - und das hat man an der Nordsee nunmal nicht“, scherzt Brandt. An der Nordseeküste ist der Sport rauer, das Wasser nicht so funkelnd blau wie in der Südsee. „Wer gute Kleidung hat, kann guten Sport abliefern. Im Wassersport haben wir Neoprenanzüge, die halten warm. Es gibt sogar schon wasserdichte Anzüge“, sagt Sascha Brandt.

Sascha Brandt hatte das Angebot, im Bereich Kiteboarden zu arbeiten

Die Zahl der Kiteschulen explodierte um die Jahrtausendwende, nachdem die Sportart um 1995 populär wurde. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 wuchs die Sportart jährlich um 20 bis 50 Prozent. Auch Sascha Brandt spielte mit dem Gedanken, in der Branche zu arbeiten. „Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt. Ich hatte auch schon das Angebot, selber Schulungen zu machen“, sagt Brandt. Er verwarf die Idee wieder, fährt aber alle zwei Wochen im Durchschnitt an die See zum Kiten.

Zuletzt fuhr er gerne an einen Strand in Schillig nördlich von Wilhelmshaven. „Ein tidenabhängiger Sport mit Ebbe und Flut. Es gibt aber ungewöhnliche Windrichtungen aus Süden und Osten“, sagt Brandt. Doch auch auf dem Wasser kämpfen die Kitesurfer mittlerweile gegen Revierverbote.

Gefährliche Höhenflüge - Sascha Brandt (28) hebt als Kitesurfer zu spektakulären Tricks ab

Konzentriert versucht Sascha Brandt, den Drachen ruhig zu halten. © Sebastian Reith

Der Sportart fehlen professionelle Strukturen

Wie groß die Szene in Deutschland ist, ist nicht ganz klar. Beim Deutschen Olympischen Sportbund liegen keine verlässlichen Zahlen vor, heißt es auf Anfrage. Es gibt auch keinen alleinigen Verband für Kiter. Zwar ist der Deutsche Segler-Verband (DSV) als Dachverband für alle Sportarten mit Wind als Antrieb schon seit 2000 der offiziell anerkannte Dachverband der Kitesurfer in Deutschland (Wettkampfsport, Breitensport, Nachwuchsförderung, Ausbildung, Vereine, Umweltfragen/Lobbyarbeit, Sicherheitsfragen). Die Abteilung Kitesurfen ist im Deutschen Segler-Verband die am stärksten wachsende Sportart, wie es hier heißt. Die Zahl der Vereine, in denen Kitesurfen betrieben wird, sei aber nach wie vor gering (circa 15). „Die kitenden organisierten Windsurfer und Segler haben wir leider nicht erfasst“, schreibt der Segler-Verband und schätzt, dass es nur 500 bis 1000 organisierte Kiter in Deutschland gibt. Weit größer dürfte die Zahl der Kitersurfer sein, die nicht in Vereinen aktiv sind, sondern ihrem Sport auf eigene Faust nachgehen.

Die German Kitesurf Association (GKA) ist ein ergänzender Verband. Die Deutschen Meisterschaften und bekannteste Eventreihe der „Kitesurf-Masters“ richtet die GKA aber zusammen mit dem Segler-Verband in Kooperation mit der privaten Funsport-Agentur Choppy Water aus.

Die Szene organisiert sich über das Smartphone

Organisiert ist noch der Interessenverband VDWS (Verband Deutscher Wassersport-Schulen). Aber auch hier existiert kein gebündelter Veranstaltungskalender, bei dem Kitesurfer sich informieren können, welche Wettbewerbe es gibt. „Vieles läuft über Social Media und Whatsapp-Gruppen“, bestätigt Sascha Brandt. Darüber informiert sich die kleine, aber dafür um so enger vernetzte Szene.

Zwei Kitesport-Fans aus Mecklenburg-Vorpommern haben außerdem die Seite „Kitedrop.de“ gegründet, eine Community, bei der die Nutzer auf einer Karte Stellen zum Kiten bekanntgeben können. „Es gibt aber den Zielkonflikt, dass Locals ihre Spots nicht immer nennen wollen, weil sie dann weniger Platz auf dem Wasser haben“, sagt Admin Mirko Semmler. Er versucht auch, Events zu bündeln - doch 2018 fehlte auch dafür die Zeit.

Familie Brandt ist drachenverrückt - im positiven Sinne

Sascha Brandt war schon früh angefixt von Drachen. „Meine Eltern haben damals Drachen gemeinsam steigen lassen, dann wurde das alles immer größer und die Szene immer bekannter“, erzählt er. Alles begann mit dem bekannten Drachenfest in Lünen. „Irgendwann wollten wir auch mal mitmachen“, sagt Vater Achim Brandt am Telefon. Die Eltern bauen auch heute noch viele Drachen selbst. Kunstvolle und mit Liebe zum Detail gestaltete Himmelsflieger, die an einer Leine im Wind stehen, mit Sport aber wenig zu tun haben. Selbstständig machen wollte sich Achim Brandt aber nie. Erst kürzlich habe wieder ein Drachenshop in Hamm geschlossen. „Der Markt ist sehr umkämpft“, sagt der Vater. Da will er nicht mitmischen. Das Hobby bleibt ein Hobby.

Gefährliche Höhenflüge - Sascha Brandt (28) hebt als Kitesurfer zu spektakulären Tricks ab

Sie sind die Drachen-Familie aus Bork: Sohn Sascha, Mutter Jutta und Achim Brandt. Das Foto stammt aus dem Jahr 2015. © Tobias Weckenbrock

„Was meine Eltern an Drachen haben, ist mittlerweile unzählbar“, sagt Sascha Brandt, der bei seinen Eltern in einem Haus wohnt, um Kosten zu sparen. Regelmäßig nimmt die Familie an Drachenfesten teil, bis Sascha Brandt vor zehn Jahren mit Kiteboarding in Berührung kommt. „So kam die Liebe auf. Ich habe mir geschworen: Da machst du irgendwann mal mit“, sagt er.

Sascha Brandt hatte als Kind nie auf einem Board gestanden

Skateerfahrung hatte er bis dahin keine. „Mit Boardsport hatte ich nichts zu tun“, sagt er. Durch Zugucken und Videos aus dem Internet hat er sich bis heute selbst viel beigebracht. „Für mich war es immer ein Ausgleichssport. Ich habe das Ziel, etwas im Leben zu erreichen“, erzählt Sascha Brandt. Als er an Meisterschaften teilnahm, ging er zusätzlich regelmäßig ins Fitnessstudio. Brandt hat nicht nur einen Kitesurf-Schein abgelegt. Der ist zwar nicht Pflicht, aber den empfiehlt er gerade den Anfängern, um Wissen über Wind und Drachenhandling zu bekommen. Brandt besaß bereits eine Wettkampflizenz für das Landboarden und wurde Dritter bei Deutschen und Fünfter bei Europameisterschaften im Kitelandboarding.

Unfälle gehören zum Sport dazu. Zwei schwerere Bruchlandungen hat Sascha Brandt in den letzten zehn Jahren hinter sich. „Ich habe den Wind überschätzt. Die Böe zog mich sieben bis acht Meter nach oben. Leider hörte der Wind aber abrupt auf...“ Was Brandt erlebte, war keine Seltenheit. Einer Studie in der Fachzeitschrift „OUP“ (Orthopädische und Unfallchirurgische Praxis) zufolge sind Windböen für 67 Prozent der Unfälle verantwortlich und damit der häufigste Grund für Unfälle im Kitesport. Aber es ging relativ glimpflich aus. Einmal brach Sascha Brandt sich das Wadenbein, beim zweiten Sturz riss er sich das Kreuzband - ausgerechnet fern von zu Hause, in England. Verheilt sei alles wieder nach einer Knie-Operation. „Ich merke gar nichts mehr davon“, sagt Sascha Brandt heute.

Kitesurfen birgt auch Gefahren

Die Gefahr des Sports spiegelt sich schon in den Weltrekorden: 25 Meter hoch, 250 Meter weit - hier liegen die offiziellen Weltrekorde für Sprünge. Die Geschwindigkeitsrekorde liegen bei 103 Kilometern pro Stunde. Dass Sascha Brandt Glück hatte bei seinen Stürzen und andere Kiteboarder Pech, beweisen diverse Fälle. Das Internet ist voll von Berichten und Meldungen von verunglückten Kitesurfern - in Köln, am Bodensee, in Thüringen und an der Ostsee sowie in Spanien. In Lünen gab es 2011 einen schweren Unfall eines Kiters. Einem Todesfall stehen einer Statistik zufolge 100 bis 1000 nicht-tödliche Unfälle gegenüber. Und ein erhöhtes Risiko gebe es ausgerechnet für Kitesurfer, die mehr als vier Jahre Erfahrung haben. Die Gefahr fliegt immer mit.

Vater Achim Brandt macht sich keine Sorgen: „Er genießt unser vollstes Vertrauen bei dem, was er macht. Wenn es brenzlig wird, kann er immer noch die Reißleine ziehen.“ Und auch Sascha Brandt weiß, dass er nicht allzu sorglos mit dem Sport umgehen darf. Dafür sei er aber geschult, hat das Kite-ABC verinnerlicht. „Natürlich ist eine Gefahr immer dabei. Angst habe ich nicht, aber Respekt. Man weiß, worauf man sich einlässt.“

Ein guter Drachen kostet schon mal über 1.000 Euro

Den ersten 2,4 Quadratmeter kleinen Lenkdrachen, den er als Jugendlicher besaß, hat Sascha Brandt inzwischen wieder verkauft. „Man muss auf Finanzen gucken. Der Sport ist irgendwann nicht mehr so ganz billig. Da muss man auch mal alte Klamotten verkaufen können. Beim Preisniveau gibt es nach oben keine Grenzen“, sagt Brandt. Bei einem professionellen Drachen landet man schnell mal in einer Preisspanne von über 1.000 Euro. Und Brandt hat immer mehrere dabei. Noch nicht eingerechnet sind Leinen, Sicherheitsausrüstung, Boards, Lenksystem und Spritkosten.

Erspartes geht in die Hobbys Kiten und Angeln

Dass Sascha Brandt auf seinem Auto für einen Kiteshop Werbung fährt, bringt ihm kein Geld ein, sondern lediglich Vergünstigungen beim Kauf. Von dem Sport leben kann nur die Weltelite, die mit Werbeverträgen ausgestattet sind. Sascha Brandt arbeitet als Trockenbauer. Damit kann er sich das Hobby finanzieren. Nach dem Realschulabschluss hat er eine Ausbildung als Tischler in Lüdinghausen absolviert bei einer Firma, die Jachten im Interior ausstattet.

Gefährliche Höhenflüge - Sascha Brandt (28) hebt als Kitesurfer zu spektakulären Tricks ab

Regelmäßig nehmen die Brandts an Drachenfesten teil - wie dem großen Drachenfest, das jedes Jahr in Lünen stattfindet. © Archiv

Als dann die Auftragslage dünn wurde, wechselte Sascha Brandt den Arbeitgeber und begann in der Firma, in der auch sein Vater arbeitete. „Das war eine Umstellung“, sagt Sascha Brandt. Bereut hat er den Wechsel aber nie. Auch nicht, weil er seinem Hobby flexibel nachgehen kann. „Unser Chef ist sehr kulant, was kurzfristigen Urlaub angeht. In der Woche aber trainieren, ist ziemlich schwierig geworden“, berichtet Sascha Brandt, der auch noch einem zweiten Hobby, dem Angeln, nachgeht. Da geht es nicht um Action, sondern um das Gegenteil. „Ich bin aber zufrieden. Ich bin ausgeglichen.“

2024 wird Kitesurfen Sportart bei den Olympischen Spielen

Klar ist: Die Szene wächst. 2012 flog Kitesurfen vier Jahre vor den Olympischen Spielen in Rio doch wieder aus dem Programm. 2018 war die Sportart aber bei der Jugend-Olympiade dabei. 2020 in Tokio wird Wellensurfen olympisch, 2024 in Paris dann auch endlich das Kitesurfen nach jahrelangem Hick-Hack. Das dürfte der Sportart dann den nächsten Schub geben.

Gefährliche Höhenflüge - Sascha Brandt (28) hebt als Kitesurfer zu spektakulären Tricks ab

Kiteboarder versuchen, mit Tricks zu punkten. Sie nehmen das Board von den Füßen, strecken es von sich und landen wieder auf den vier Rädern. © Brandt

Lesen Sie jetzt