Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Hundebesitzer sollten bei Spaziergängen in den nächsten Wochen besonders achtsam sein

rnHunde

Was für den Hund die größte Freude ist, kann für Wildtiere zurzeit zum größten Stress werden. Wer seinen Hund im Wald oder an Feldern frei laufen lässt, sollte einige Hinweise beachten.

Selm

, 10.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Die meisten Hundebesitzer kennen das: So richtig schön ist der Spaziergang für den Hund erst, wenn er von er Leine darf und frei herumlaufen kann. Das ist im Stadtgebiet, beziehungsweise in bebauten Gebieten nicht gestattet, entlang von Feldern und in der freien Natur aber schon.

Schutzgebiete besonders betroffen

Der Kreis Unna macht allerdings zurzeit Hundehalter darauf aufmerksam, auch dort zurzeit Rücksicht auf Wildtiere zu nehmen. Das gelte besonders, so der Kreis, im Vogelschutzgebiet „Hellwegbörde“, das in Teilen auch Flächen in Unna und Fröndenberg umfasst“. „Deshalb steht im Landesnaturschutzgesetz, dass Hunde in allen Vogelschutzgebieten in NRW während der Brutzeit vom 1. März bis 31. Juli angeleint werden müssen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Allerdings auch abseits von Schutzgebieten sollten Hunde sich nicht zu weit von den Spazierwegen entfernen.

„Jetzt im Frühling bekommen viele Tiere ihren Nachwuchs“, sagt Wiebke Böhmer, Pressesprecherin des Hegering Selm auf Anfrage dieser Redaktion. So würden beispielsweise Feldhasen Ende März/Anfang April ihre Jungen kriegen. „Hasen leben auf dem Feld in einer windgeschützten Sasse“, erklärt Böhmer. Also in eine geschützte Mulde. Für Hunde seien die Tiere, die sich nicht in einen Bau zurückziehen, somit leicht aufzuspüren.

Ende April seien dann die ersten Rehkitze unterwegs.

„Jeder, der einen Garten hat, weiß, wie nah zum Beispiel Rehe auch an Wohngebiete kommen.“
Wiebke Böhmer, Pressesprecherin des Hegering Selm

Das Wild ziehe sich zwar grundsätzlich dorthin zurück, wo es seine Ruhe hat, erklärt die Hegeringssprecherin. Dennoch seien sie dem Menschen oft näher, als man denkt. Böhmer: „Jeder, der einen Garten hat, weiß, wie nah zum Beispiel Rehe auch an Wohngebiete kommen.“

Heißt: Auch, wenn die Tiere beim Spaziergang nicht sichtbar sind, sind sie da. Vor allem Hunde, die eine Fährte aufnehmen und ihr folgen, können Hasen, Rehen und Co. dann schnell zu nahe kommen.

Hunde müssen nicht automatisch an der Leine geführt werden

Das bedeute aber nicht, dass Hunde grundsätzlich an der Leine zu führen seien, macht Wiebke Böhmer deutlich. Auch sie sei Hundebesitzerin und wisse, dass jeder Hund auch mal frei laufen will. Und abseits der Stadt gelte auch keine Leinenpflicht. Aber: „Der Hund muss abrufbar sein“, erklärt Böhmer. Das heiße nicht, dass der Hund ständig „bei Fuß“ laufen müsse, sondern, dass er zurück zum Besitzer kommt, wenn er gerufen wird. In einem Radius von ein paar Metern dürfe sich der Hund schon vom Besitzer bewegen. „Wenn ein Hund großräumig einer Fährte folgt, kann es problematisch werden“, so Böhmer.

„Wir suchen erstmal das Gespräch“

Wie reagieren Jäger auf Hundebesitzer, deren Haustier sich offensichtlich zu weit entfernt hat? „Wir suchen erstmal das Gespräch“, sagt Böhmer. Manche Besitzer würden entspannt darauf reagieren, andere seien weniger begeistert, berichtet sie aus ihrer Erfahrung.

Dass ein jagender Hund erschossen werden musste, sei in Selm noch nicht vorgekommen. Für Jäger, die auch selbst meist Hunde besitzen, sei das allerdings auch „der letzte Schritt“, sagt die Hegeringssprecherin.

Verhalten des Hundes realistisch bewerten

„Wenn man dieselbe Person schon mehrmals angesprochen und abgemahnt hat und der Hund zum Beispiel ein Reh hetzt“, dann dürften Jäger auf den Hund ansetzen.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollten also Hundebesitzer das Verhalten ihres Haustieres realistisch bewerten. Und wer einen Kompromiss zwischen Anleinen und frei Laufen sucht, könne zum Beispiel eine lange Schleppleine nutzen, schlägt Wiebke Böhmer vor.

Lesen Sie jetzt