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Jede dritte Familie bewegt sich zu wenig

AOK-Familienstudie

In vielen Familien in Nordrhein-Westfalen kommt Bewegung zu kurz. Das belegt die aktuelle „AOK-Familienstudie 2018“. Danach spielt für jede dritte Familie körperliche Aktivität in der Freizeit überhaupt keine Rolle.

11.07.2018
Jede dritte Familie bewegt sich zu wenig

In vielen Familien in NRW kommt Bewegung zu kurz. Die dringend notwendige tägliche Bewegung konkurriert oft mit Spielkonsole, Computer oder Smartphone. © AOK/hfr.

Und nur 12 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind körperlich so aktiv wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen und bewegen sich mindestens eine Stunde pro Tag.

„Die AOK-Familienstudie zeigt, dass Kinder aus aktiven Familien besser in der Schule zurechtkommen, seltener gereizt oder schlecht gelaunt sind und besser einschlafen können“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NORDWEST. Ein Grund für den Bewegungsmangel könnte der zeitliche Stress von Eltern sein, den 35 Prozent der Befragten als größten Belastungsfaktor ansehen. Auch der zunehmende Medienkonsum der Kinder spielt eine Rolle. 59 Prozent der Vier- bis Sechsjährigen nutzen Medien täglich länger als eine halbe Stunde – der für die Altersgruppe empfohlene Richtwert. Am Wochenende sind es sogar 85 Prozent. Bei den Sieben- bis Elfjährigen beschäftigen sich 46 Prozent länger mit Smartphone, Tablet und Co. als die empfohlenen 60 Minuten pro Tag; am Wochenende steigt dieser Wert auf 82 Prozent. „Eltern sind in Sachen Gesundheit richtungsweisend für die Kinder. Gehen sie mit gutem Beispiel voran und treiben Sport, ernähren sich gesund und verbringen ihre Zeit aktiv und nicht hauptsächlich vor dem Bildschirm, wird das auch von den Kindern übernommen“, rät Ackermann.

Die AOK-Familienstudie 2018 zeigt auch, dass die kommunale Infrastruktur großen Einfluss darauf hat, ob und wie viel Familien sich bewegen. Kinder, die laut Eltern in einem attraktiven Wohnumfeld leben, bewegen sich im Schnitt an 4,1 Tagen pro Woche und damit rund 32 Prozent mehr als Kinder, die diese Bedingungen nicht vorfinden. Ähnlich sieht es auch beim gemeinsamen Radfahren aus. Je mehr sichere und nutzerfreundliche Radwege vorhanden sind, desto häufiger schwingen sich Familien gemeinsam auf den Sattel. Konkret in Zahlen: Sind gute Fahrradwege in hohem Maße vorhanden, treten Eltern und Kinder an durchschnittlich 1,5 Tagen pro Woche in die Pedale. Existieren sie nicht, so sind es nur 0,9 Tage im Schnitt.

Für AOK-Chef Ackermann ist die Gesundheit der Familie eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die nicht nur von den Krankenkassen gelöst werden kann. So sind auch Städte, Kommunen, Gemeinden und die Politik gefordert, sich in Präventionsprojekte stärker einzubringen und durch eine ansprechende Gestaltung des öffentlichen Raumes und eine gesundheitsfördernde Infrastruktur Lebensverhältnisse und -bedingungen zu verbessern.

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