Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige



Der doppelte Anspruch

DORTMUND Wie gelenkig ist Thomas Happe? Okay, ist eigentlich unwichtig. Aber zumindest sinnbildlich muss Borussia Dortmunds Trainer in dieser Saison den einen oder anderen Spagat aufs Parkett legen.

von Von Thomas Rellmann

, 09.11.2007
Der doppelte Anspruch

Erfahrene Kraft unter Twens und Teens: Manuela Fiedel.

Der Grund: Das Publikum möchte spektakulären Handball vom Top-Favoriten der 2. Liga sehen, Kantersiege in eigener Halle, Spielzüge aus dem Eff-Eff – ein dominantes Auftreten eben. Bislang stimmten zwar die Resultate in eigener Halle, Begeisterungsstürme lösten die BVB-Frauen aber noch nicht aus.

Auf der anderen Seite erhofft sich nicht nur Happe, das (hoffentlich auf ein Jahr begrenzte) Intermezzo im Unterhaus auch zum Einbau der jungen Spielerinnen nutzen zu können. Marieke Köhler, Linda Barz, Steffi Glathe – sie alle sollen eine Klasse tiefer reifen. „Gerade gegen die vermeintlich leichten Gegner müssen sie ihre Chance wahrnehmen“, so Happe.

Hinweis auf den Gegner

Ein dezenter Hinweis auf den nächsten Gegner. Der heißt TV Oyten, ist frisch aufgestiegen, mit seiner jungen Truppe aber noch ohne Punktgewinn in der neuen Klasse. Also prädestinierter Leidtragender einer BVB-Gala? Happe ist vorsichtig: „Wir respektieren jeden Gegner. Aber natürlich wollen wir klar und deutlich gewinnen, auch etwas fürs Torverhältnis tun.“ In dieser Wertung weisen die Schwarzgelben, derzeit Dritter mit zwei Partien weniger als Spitzenreiter TSV Nord Harrislee, ohnehin die Top-Quote (156:113) auf.

Weil neben Christina Lickfeld und Katharina Suhr auch Friederike Lütz noch einige Wochen fehlen wird und auch Linda Barz gesundheitlich leicht angeschlagen ist, wird Miranda Robben erneut nicht nur auf Rechtsaußen ausweichen, sondern wohl 60 Minuten durchspielen müssen. Unabhängig aller Integrationsbemühungen wird Happe aber vermutlich im Rückraum zunächst den Stamm des Teams ins Rennen schicken. „Schließlich wollen wir demonstrieren, dass wir an die Spitze wollen.“ Über allem steht ohnehin der Prozess der Weiterentwicklung. „Speziell“, so Happe, „bei der zweiten Welle, im Positionsspiel und beim Timing.“

Und wer weiß, vielleicht lässt sich ja diesmal der doppelte Anspruch verwirklichen: ein echtes Handballfest unter Einbindung der jungen Garde.