Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige



Gino Smits ist der neue starke Mann im Handball-Nachwuchs von Borussia Dortmund

BVB-Jugendabteilung

Als Leiter des Nachwuchszentrums beginnt der Niederländer Gino Smits in der Handballabteilung des BVB. Die erfolgreiche Jugendarbeit soll noch besser werden - mit Ideen aus der Heimat.

Dortmund

27.06.2018
Gino Smits ist der neue starke Mann im Handball-Nachwuchs von Borussia Dortmund

Die B-Jugend ist Deutscher Meister. Jetzt soll die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des BVB noch erfolgreicher werden – mithilfe von Gino Smits. © Stummbillig

Gino Smits war viel unterwegs in den vergangenen Monaten. Rund 45.000 Kilometer hat er mit seinem Wohnmobil zurückgelegt, ist von seiner Heimat Geleen, einem Städtchen in der niederländischen Provinz Limburg, aus quer durch Europa getingelt und hat dabei seine Handball spielenden Kinder Jorn, Kay und Inger regelmäßig besucht und sich vor allem in Dänemark fortgebildet. „Das war eine so schöne Zeit“, sagt der Niederländer, „dass ich mein Sabbatical nach dem Abschied vom Niederländischen Handballverband 2016 einfach noch ein bisschen verlängert habe.“

Damit ist nun allerdings Schluss, Smits ist angekommen. In Dortmund. Ohne Wohnmobil. Dafür mit einer neuen Aufgabe ab dem 1. August. Er verantwortet künftig die Koordination der Nachwuchsarbeit sowie die Zusammenarbeit mit den Partnerschulen und übernimmt gleichzeitig auch die 2. Mannschaft als Trainer. „Wir wollen uns auch in diesem Bereich weiter professionalisieren, und dafür haben wir mit Gino Smits aus unserer Sicht den perfekten Mann gefunden“, sagt Andreas Bartels, stellvertretender Abteilungsvorstand des BVB.

Zwei-Jahres-Vertrag

Der Niederländer wird einen Zwei-Jahres-Vertrag erhalten. Die Unterschrift ist nicht mehr als reine Formsache. Mit Smits sollen die ohnehin schon erfolgreichen Jugendteams der Borussia noch stärker gefördert und gefordert werden.

Ein erstes Treffen zwischen Verein und künftigem Nachwuchskoordinator, arrangiert über einen Mittelsmann, gab es im Mai. Schnell wurde dabei klar, dass es gut zusammenpasst, wie Bartels bestätigt: „Seine Vorstellungen von Handball decken sich zu großen Teilen mit denen unseres neuen Trainers (Norman Rentsch, Anm. d. Red.), was uns sehr wichtig war.“ Beide präferieren ein schnelles Angriffsspiel aus einer starken Deckung heraus.

Gino Smits ist der neue starke Mann im Handball-Nachwuchs von Borussia Dortmund

Gino Smits: „Unser Ziel wird es sein, Talente perfekt auszubilden und den Übergang ins Bundesliga-Team noch fließender zu gestalten.“ © Stephan Schuetze

Smits, so heißt es, habe sich bei dem Treffen zudem auf Anhieb gut mit Zuzana Porvaznikova verstanden, die ihm, wie auch Jugendtrainer Tobias Fenske, im Nachwuchs mit ihrer Expertise eng zur Seite stehen wird. Smits und Porvaznikova diskutierten bis tief in die Nacht hinein eifrig und intensiv über Handball. „Da gab es kaum ein Dazwischenkommen“, sagt Bartels, dessen freudiges Grinsen ein Stück weit verrät, wie zufrieden der Verein mit der jetzt gefundenen Lösung zu sein scheint.

Vorbild Niederlande

Smits verfügt über die Erfahrung aus jahrelanger Arbeit beim Niederländischen Handballverband, wo er unter anderem als Co-Trainer der Herren-Mannschaft tätig war. Auch als Vereinscoach hat er gearbeitet – wie auch in den Jugendakademien des Landes, wo unter anderem Tess Wester, Laura van der Heijden, Danick Snelder, Lynn Knippenborg und Lois Abbingh, also der Großteil des aktuellen Nationalteams, durch seine Schule gegangen sind. „Ich denke, dass wir einige Dinge aus meiner Heimat auf Borussia übertragen können“, sagt Smits. Neben der handballerischen Ausbildung betrifft das auch den Umgang mit dem Sport selbst. „Es ist wichtig, die richtige Aufteilung zwischen Handball, Familie und Schule beziehungsweise Beruf zu finden, ansonsten wird es schwierig, die beste Leistung abrufen zu können.“

Eine, die Smits ganz gut einschätzen kann, ist schon lange vor dem Niederländer beim BVB gelandet. Gino Smits, sagt Rechtsaußen Harma van Kreij, sei der Grund, warum sie heute überhaupt in Dortmund spiele. „Ich habe mich enorm unter ihm verbessert, vor allem technisch.“ Viel wichtiger aber: „Er war der Erste, der mich gefragt hat, was ich im Handball erreichen will“, sagt die 24-Jährige.

„Dürfen das Individuelle nicht verlieren“

Nicht nur die sportliche Entwicklung steht im Fokus, auch die Persönlichkeit soll gefördert werden. „Bei aller Taktik und allen Systemen dürfen wir das Individuelle nicht verlieren“, sagt Smits. Werden Spielerinnen oder Spieler in ein zu enges Korsett gezwungen, werden sie sich kaum entfalten können. „Also müssen wir ihnen Freiraum für Kreativität lassen.“ Darüber hinaus sei es wichtig, „dass wir eine gemeinsame Philosophie durch den Verein tragen, damit der Sprung in die erste Mannschaft und die Anpassung dort leichter fällt.“ Das wird seine Zeit brauchen, die der Niederländer auch erhalten wird. Das Wohnmobil allerdings, wird nun öfter stehen bleiben.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt