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Mildernde Umstände

DORTMUND Sowas nennt sich dann wohl grauer Alltag: Keine 72 Stunden nach dem Pokal-Triumph gegen den VfL Oldenburg verließ der BVB auch am Samstag das Parkett als Sieger. Diesmal aber ohne Glanz, ohne Gloria. 31:21 (14:7) hieß es am Ende. Auch dank des Schlussspurtes, mit dem der Vorsprung von drei auf zehn Tore anwuchs.

von Von Thomas Rellmann

, 23.12.2007
Mildernde Umstände

Miranda Robben läuft den Tempogegenstoß.

Gastgeber SC Greven 09 durfte einmal kurz an der Überraschung schnuppern – beim 2:0 nach sechs Minuten. Danach übernahmen Borussias Frauen das Kommando, diktierten das Geschehen, taten das Nötigste.

Saft- und kraftlos wirkten die Schwarzgelben allerdings nicht. Auch Trainer Thomas Happe hatte „keine konditionellen Schwächen“ gesehen. „Vielmehr waren wir im Kopf immer einen Moment zu spät.“ Dass es trotz unverkennbarer Konzentrationsmängel, gerade im Abschluss, ein nie gefährdeter Erfolg wurde, lag zum einen am weitgehend harmlosen Gegner, der in dieser Verfassung alles andere als einen Play-Off-Kandidaten darstellt. Zum anderen stand die Dortmunder Deckung gerade im ersten Abschnitt derart massiv, dass Greven auf mickrige sieben Tore kam. Auch ein Verdienst von Torfrau Jokelyn Tienstra.

Fiedel lenkt das Spiel

Offensiv tat sich Manuela Fiedel hervor. Die 34-Jährige zeigt sich dieser Tage in Top-Form und gab nach anfänglichem Rückstand das Signal zum Wachwerden. „Wir haben uns anfangs von der Hektik anstecken lassen“, sagte Happe hinterher. Und in der Tat, es dauerte knapp zehn Minuten, ehe sich der BVB akklimatisiert hatte. Irina Pusic hatte zu Beginn vorne und in der Abwehr so ihre Schwierigkeiten. Als die Gäste sich dann aber nach 20 Minuten mit 10:5 abgesetzt hatten, warf Happe bereits früh die Rotation an, gönnte Linda Barz und Marieke Köhler viel Einsatzzeit. Und die Youngster machten ihre Sache sehr ordentlich.

Auffällig: Der BVB verschlief auch den Start zur zweiten Halbzeit, kassierte direkt vier Tore in Serie und Miranda Robbens ihre zweite Zeitstrafe, dazu deckten die Gastgeber jetzt sehr offensiv. Aus dem Konzept brachte es das Team nicht. Auf mehr als drei Tore (11:14, 18:21) kam der SC Greven, der die beiden angeschlagenen Ex-Dortmunderinnen Julia Kunze und Melanie Lorenz überraschend doch einsetzen konnte, nicht mehr heran. Ohnehin hatte niemand in der stimmungsvollen Rönnehalle (750 Zuschauer) den Eindruck, als könnten die 09er den BVB ernsthaft bedrängen.

Schlussspurt

Der zog die Zügel in der Schlussphase nochmals an, verwandelte ein 22:19 binnen acht Minuten in ein 31:21. Standesgemäß ja, aber in der Höhe sicher nicht korrekt. Dafür erlaubte sich Schwarzgelb einfach zu viele Schwächen. „Uns sind Fehler passiert“, so Happe, „die uns am Mittwoch nicht unterlaufen sind“. Doch auch der Coach ließ mildernde Umstände walten: „Es war das letzte Spiel 2007, Oldenburg war nervenaufreibend. Und nach 60 Minuten hatten wir zehn Tore mehr als der Gegner.“ Kein Einspruch. Es kann eben nicht jeder Tag ein Festtag sein. 

BVB: Tienstra, Titze - Pusic (3), Fiedel (6/2), Spriestersbach (3), Porvaznikova (4), Abdoelhafiezkhan (9/2), Köhler (2), Barz, Glathe (1), Robben (3)