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Nervenkrimi mit Happyend

DORTMUND Hallensprecher Jochen Busch kannte kein Halten mehr. Quasi mit dem Abpfiff rief er das „Wunder von Wellinghofen“ aus. Keine Frage, dieser Krimi, dieses 37:36 der BVB-Frauen in der Verlängerung gegen den Erstliga-Achten aus Oldenburg wirkte wie Balsam auf schwarzgelbe Seelen.

von Von Thomas Rellmann

, 20.12.2007
Nervenkrimi mit Happyend

Jubelnde BVB-Frauen nach ihrem Pokalsieg.

Trotz Tabellenführung im Unterhaus verstummten die sachte Kritik an der Attraktivität des Spiels und die Zweifel, ob diese Mannschaft auch eine Klasse höher eine Zukunft hat, nie ganz. Am Mittwoch Abend war alles anders. Die Halle Wellinghofen – Schauplatz einer großen Extase. Das Publikum, vor und während der atemberaubenden 70 Minuten schon der große Antreiber, feierte die Protagonisten.

Zittern auf der Bank

„Das Spiel stand die ganze Zeit auf der Kippe“, meinte Steffi Glathe, die am Ende nur noch wenige Anteile erhielt und trotzdem erschöpft meinte: „Auf der Bank ist das alles noch viel schlimmer.“

Die Tatsache, dass Trainer Thomas Happe im Laufe der Partie ohne Qualitätsverlust mehrfach umstellen konnte, etwa mit Positionstwechseln im Rückraum oder der Variante mit Zuzana Porvaznikova als Rechtsaußen, lässt hoffen. Genau wie die Gewissheit, dass sich die Mannschaft auf den Punkt zur Höchstleistung aufschwingen kann. Exakt diese Eigenschaft wird in den Play-Offs gefragt sein.

Spriestersbach-Chance

Eine war übrigens ganz besonders froh, dass die Begegnung noch ihr Happy End fand: Svenja Spriestersbach hatte fünf, sechs Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit die Kugel bei Überzahl in der Hand, wagte aber keinen Wurfversuch mehr.

 „Ich habe mich total mit der Zeit verschätzt und dachte, es wäre schon vorbei.“ Umso glücklicher war die 26-Jährige, die einige wichtige Treffer erzielte, dass der Nervenkrimi positiv ausging.

Grund dafür war vor allem die gute Angriffsleistung. Oder – aus Sicht von Gäste-Coach Leszek Krowicki das mangelhafte Abwehrverhalten der Oldenburger: „Wir haben dieses Spiel vor allem in der Deckung verloren. Wir haben den Gegner buchstäblich zum Torewerfen eingeladen. Dortmund fand viel zu viele Lücken bei uns vor.“ Und sagte artig Danke…