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Bitterer Rückschlag für Borussias Handballerinnen

BVB verliert bei der HSG Blomberg-Lippe

Die Handballerinnen von Borussia Dortmund erleiden bei der HSG Blomberg-Lippe einen heftigen Dämpfer im Kampf um die Europapokal-Teilnahme. Fehlende Leidenschaft gibt letztendlich den Ausschlag.

Dortmund

, 06.05.2018
Bitterer Rückschlag für Borussias Handballerinnen

Harma van Kreij (7 Tore) war eine der wenigen Spielerinnen beim BVB, die überzeugen konnte. © Stummbillig

Als „Schlüsselspiel im Kampf um die Europapokal-Qualifikation“ hatten sie bei Borussia Dortmund unter der Woche das Bundesliga-Duell gegen die bis dahin noch punktgleiche HSG Blomberg-Lippe tituliert. Vierter gegen Fünfter. Ein Westderby, das die ohnehin schon vorhandenen Emotionen auf beiden Seiten noch ein Stück weit mehr entfachen sollte. Doch was am Ende blieb, war aufseiten der Dortmunder mit Ernüchterung noch relativ wohlwollend formuliert.

Flucht aus der ausverkauften Halle

„Ich bin ob unserer Leistung wahnsinnig enttäuscht“, sagte der BVB-Abteilungsvorsitzender Andreas Heiermann, der die mit etwa 900 Zuschauern ausverkaufte Sporthalle an der Ulmenallee unmittelbar nach der 26:29 (10:13)-Niederlage am Samstag fluchtartig verlassen hatte. „Die Einstellung bei unserer Mannschaft in diesem wichtigen Spiel hat nicht gepasst.“ Mit Ausnahme der Niederländerin Harma van Kreij (Heiermann: „Sie war die Einzige, bei der man den unbedingten Willen gespürt hat.“) seien so gut wie alle Spielerinnen unter ihren Leistungsmöglichkeiten geblieben. Warum das so war, „dafür habe ich keine Erklärung“, monierte Heiermann.

Auch BVB-Trainerin Ildiko Barna war die Enttäuschung mit einem Tag Abstand noch deutlich anzumerken. „Das wird lange in unseren Köpfen bleiben. Wir haben uns sehr gut auf dieses Spiel vorbereitet, aber als es drauf ankam, waren wir nicht auf den Punkt da“, erklärte die Ungarin. Gerade in der Abwehr, eigentlich das Prunkstück der Mannschaft, erlaubten sich die Schwarzgelben zu viele Fehler, und der Innenblock um Mira Emberovics und Nadja Mansson funktionierte längst nicht so zuverlässig wie gewohnt. Nutznießerin war die Ex-Borussin Alicia Stolle. Die 21 Jahre alte Rückraum-Shooterin, die zur neuen Saison nach Thüringen wechselt, nutzte die Lücken der BVB-Defensive eiskalt aus und erzielte am Ende elf Treffer.

Barna: „Müssen mehr Leidenschaft zeigen“

„Mental hat irgendetwas bei uns nicht gestimmt, wir müssen in so einem Spiel viel mehr Leidenschaft zeigen“, sagte Barna, die bereits im ersten Durchgang immer wieder lautstark Korrekturen von der Seitenlinie vornehmen musste. Blomberg zog schnell auf 5:2 (7.) davon und hielt den Vorsprung bis zur Halbzeit (13:10). „Wir haben die Anfangsphase verschlafen und Blomberg dadurch unnötig stark gemacht“, kritisierte die Trainerin.

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Chancen auf ein positives Ergebnis gab es für den BVB dennoch bis in die zweite Hälfte hinein. Barna stellte auf eine 5:1-Deckung um, Alina Grijseels kümmerte sich nun vermehrt um Stolle. Und tatsächlich schien der Plan zunächst aufzugehen: Die Borussinen verkürzten den Rückstand zwischenzeitlich auf ein Tor (18:19). Doch immer dann, wenn die Partie zu kippen schien, fingen sich die Schwarzgelben eine Zwei-Minuten-Strafe ein oder schenkten den Ball leichtfertig her. „Blomberg hat diese Situationen gnadenlos ausgenutzt“, sagte Barna. „Am Ende war der Sieg daher verdient.“ Ihr Gegenüber André Fuhr erklärte: „Ich bin sehr stolz auf die Leistung, den Kampfgeist und den Einsatz, den die Mannschaft gezeigt hat.“

Hoffnungen unter der Erde

Mit nun 30:18 Punkten fiel der BVB hinter Blomberg auf Platz fünf zurück. Leverkusen, das am Samstag mit 30:23 in Neckarsulm gewann und noch ein Spiel weniger auf dem Konto hat, könnte ebenfalls noch vorbeiziehen. Vor diesem Hintergurnd sind die Schwarzgelben Hoffnungen auf Platz vier zwar noch nicht vollständig begraben, aber sie liegen angesichts des happigen Restprogramms mit Spielen gegen Meister Thüringen und Vizemeister Bietigheim wohl schon mindestens einen Meter unter der Erde. „Wir hätten diese zwei Punkte dringend gebraucht“, sagte Barna. „Natürlich werden wir versuchen, in diesen Spielen alles möglich zu machen, was möglich ist. Aber wir wissen auch, dass es nun sehr schwierig für uns wird.“

Deutlicher wurde da schon Andreas Heiermann. „Ich habe Platz vier abgehakt“, sagte der Abteilungsvorsitzende.

Team & Tore
BVB: Woltering, Ferenczi - Kramer (3), Grijseels (6/5), Weisheitel (1), Müller C., Müller A. (1), Galinska, Stockschläder, van Kreij (7), Huber (1), Mansson (5), Emberovics (1), Bleckmann, Vaszari (1)
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