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Handball: Weltmeisterschaft

Wolterings Premiere - DHB-Frauen sind Spitzenreiter

LEIPZIG Pflichtaufgabe erfüllt, Tabellenführung erobert: Trotz eines fehlerhaften Auftritts übernehmen Deutschlands Frauen bei der Heim-WM die Tabellenführung in der Gruppe D. Im Kampf um den Gruppensieg hat der Gastgeber nun alle Trümpfe in der Hand.

Wolterings Premiere - DHB-Frauen sind Spitzenreiter

Torschützin gegen China: DHB-Torhüterin Clara Woltering (l.). Foto: dpa

Torhüterinnen mögen es ja, wenn die Null steht. Hinten. Bei Clara Woltering stand die Null. Vorne. Bis zum Mittwochabend. WM-Vorrunde, Deutschland gegen China. Nach 25 Minuten schnappte sich die deutsche Torfrau den Ball, visierte das gegnerische Gehäuse an, justierte nach und schickte den Ball auf die Reise. 50 Meter, in hohem Bogen. Zwischen die Pfosten. Dann dehnte sich das Netz - Tor für Deutschland, Tor-Premiere für Woltering, mit 34 Jahren, im 215. Länderspiel.

Mangelnde Durchschlagskraft

„Ich hatte ja lange Zeit zum Üben“, meinte Woltering lächelnd. „In der Bundesliga und in der Champions League ist es mir schon geglückt, jetzt ist mir das in der Nationalmannschaft in Richtung Ende meiner Karriere endlich auch gelungen.“ Sie leistete aber auch im Toreverhindern eine gute Leistung beim 24:9 (10:3) und wurde zur Spielerin des Spiels gekürt.

Wolterings Treffer brachte Stimmung in die Bude (nur 3165 Zuschauer) nach zähem Beginn. In der Abwehr ließen die Biegler-Ladies den Asiatinnen keine Chance, in ihrer Unterlegenheit passten sich der Chinesinnen die Kugel bis zum Zeitspiel hin und her.

Finales Gruppenspiel gegen die Niederlande

Im eigenen Angriff fehlten den Deutschen Schwung und Schmackes. Das mochte zum Teil auch im Wechselspiel begründet sein, Trainer Michael Biegler schickte die Spielerinnen aufs Feld, die bisher wenig WM-Luft geschnuppert hatten. Mit der mangelnden Durchschlagskraft dürfte die DHB-Auswahl gegen andere Gegnerinnen auf Granit beißen. „Wir müssen mehr Zug zum Tor entwickeln“, bemängelte Bundestrainer Michael Biegler, „daran tüfteln wir in jedem Training und in jedem Spiel.

Mit etwas mehr Tempo und Spielfreude geriet Durchgang zwei dann bekömmlicher. Top-Talent Emily Bölk(19) bahnte sich mit vier Treffern den Weg ins Turnier, Xenia Smits (23) mausert sich im linken Rückraum zu einer guten Alternative. Über die wahre Stärke wird erst das finale Gruppenspiel am Freitag (18 Uhr, Sport1) gegen die Niederlande Aufschluss geben.

Deutschland: Woltering (77 Prozent Paraden, 1 Tor), Kramarczyk (60 Prozent); Klein (3), Karolius (3), Loerper (2/1), Smits (2), Behnke (1), Bölk (4), Mansson (n.e.), Huber (3/2), Fischer (2/1), Geschke, Lauenroth (2), Wohlbold, Stolle, Gubernatis (1).

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