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1:1 gegen Bayern: BVB verspielt perfekten Saisonstart

DORTMUND Borussia Dortmund hat in Überzahl einen perfekten Saisonstart leichtfertig verspielt. Gegen den FC Bayern München kam der BVB trotz 67 Minuten mit einem Mann mehr auf dem Platz und einer 1:0-Führung nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus. Nationalspieler Tim Borowski bescherte dem Rekordmeister in der 74. Minute den vedienten Ausgleich.

von Von Sascha Fligge

, 23.08.2008
1:1 gegen Bayern: BVB verspielt perfekten Saisonstart

Der Dortmunder Jakub Blaszczykowski (unten) besorgte mit einem Traumtor die 1:0-Führung. Hier setzt sich der Borusse gegen Münchens Luca Toni durch.

Der BVB überzeugte vor allem in den ersten 25 Minuten. Die rechte Seite um den abermals exzessiv aufspielenden Sprinter Jakub Blaszczykowski spielte Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Co. phasenweise schwindelig. In der achten Minute steigerte sich Borussias polnischer Mittelfeldakteur gemeinsam mit Nelson Valdez in einen regelrechten Kickrausch und zog aus 16 Metern mit dem rechten Außenrist ab – der Ball passte genau ins linke obere Toreck, 1:0 für die Schwarzgelben. Das Stadion an der Strobelallee, gefüllt mit 80 552 Fans, spätestens jetzt ein Tollhaus. Eine Viertelstunde später der nächste Rückschlag für Klinsmanns Schützlinge. Mark van Bommel, aggressiver Ordner im defensiven Mittelfeld, war bis zu diesem Zeitpunkt durch mehrere überharte Attacken gegen BVB-Kapitän Sebastian Kehl aufgefallen. In der 23. Minute verpasste er Tamas Hajnal zu allem Überfluss eine „Watsch’n“.

Schiedrichter Herbert Fandel stellte den Niederländer, dessen Schwiegervater Bert van Marwijk als Trainer einst im Unfrieden vom BVB geschieden war, mit Gelb-Rot vom Platz. Angebracht wäre der rote Karton gewesen. Überzahl hilft Borussia nicht Mit Ausnahme von Nelson Valdez’ abgefälschtem Schuss über das Gehäuse nach einem schnellen Angriff über Hajnal konnte die Borussia aus der personellen Überzahl bis zur Pause allerdings kein Kapital schlagen. Sie stand nach van Bommels Fauxpas viel zu tief und besetzte die Außenbahnen nicht mehr konsequent genug. Der FC Bayern, vorübergehend mit einer Dreierkette im Mittelfeld (Altintop, Schweinsteiger, Ottl), verbuchte seinerseits keine einzige Chance in Hälfte eins. Ein fußballerisches Armutszeugnis – gerade vor dem Hintergrund, dass der BVB in Mats Hummels (19), Neven Subotic (19) und Marcel Schmelzer (20) in der Viererkette drei weitgehend unerfahrene Kräfte aufbot. Die allerdings verrichteten ihren Job gegen Miroslav Klose, Luca Toni und den immer wieder nachrückenden Altintop mit Leidenschaft und Effektivität.

Nach der Pause rüstete Klinsmann das Mittelfeld um eine Planstelle auf und installierte eine Raute. Klose gab seinen Platz in der Elf an Tim Borowski ab, der fortan als Aushilfs-Regisseur fungierte. Zumindest, was die Verteilung des Ballbesitzes betraf, ging das Konzept auf. In Unterzahl machte der Gast nun das Spiel gegen Dortmunder, die in der Rückwärtsbewegung phasenweise nur noch schwer Gegnernähe herstellen konnten, konzeptionell zuweilen ungeschickt agierten, aber zumindest einige Offensiv-Nadelstiche setzten. Blaszczykowski prüfte Torhüter Michel Rensing aus spitzem Winkel (60.), Florian Kringes Schuss aus drei Metern Entfernung blockte Bastian Schweinsteiger auf der eigenen Torlinie ab (61.). In der 64. Minute war der erste BVB-Einsatz von Mohamed Zidan beendet. Der Ägypter hatte in einem mäßigen Bundesligaspiel ein unauffälliges Debüt gegeben. Auffälligkeit war an diesem Nachmittag trotz 14:6 Ecken allerdings auch nicht die Stärke des FC Bayern. In der 69. Minute verzeichnete Schweinsteiger die erste FCB-Chance überhaupt und knallte den Ball aus acht Metern über den Kasten von Marc Ziegler. Drei Minuten später hatten die Dortmunder Glück. Subotic foulte Toni im Strafraum, doch statt auf den Elfmeterpunkt zu zeigen, gab Schiedsrichter Fandel dem Italiener die Gelbe Karte.

Bezeichnend für das Offensivspiel des Favoriten, der trotz gravierender Unzulänglichkeiten zum verdienten zweiten Punktgewinn im zweiten Ligaspiel kam. Die 74. Minute: Kuddelmuddel im BVB-Strafraum, die Hälfte der Akteure liegt, die andere steht verwirrt herum, Borowski kommt irgendwie an den Ball und stochert ihn aus sieben Metern Entfernung ins Gehäuse – 1:1. Nun feierte der Norden des Signal Iduna Parks. Und der Süden war still. Vorbei der Traum vom nächsten Sieg gegen die großen Bayern … 

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