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BVB taumelt in die Champions League

1:3 gegen 1899 - Dortmund rettet sich auf Rang vier

SINSHEIM Am Ende einer verkorksten Bundesliga-Saison rettet sich Borussia Dortmund trotz des 1:3 (0:1) gegen Hoffenheim in die Champions League. Trainer Peter Stöger erreicht das Saisonziel, seine Zeit als Trainer in Dortmund aber läuft dennoch ab.

1:3 gegen 1899 - Dortmund rettet sich auf Rang vier

BVB-Torhüter Roman Bürki (M.) erwischte gegen Hoffenheim einen rabenschwarzen Samstag. Foto: dpa

Immerhin gab es am Ende dann doch noch einen Gänsehautmoment. Der BVB hatte in Sinsheim die Champions League fast noch verspielt, war von den Gastgbern der TSG auf Platz vier verdrängt worden. Doch als die Nachspielzeit anbrach und von Leverkusen im Parallelspiel keine Gefahr mehr drohte, da kam Roman Weidenfeller doch noch zu seinem letzten Einsatz. Er war der Einzige, der sich feiern lassen durfte nach einer Partie, in der man wieder sah, warum diese Saison so schwierig war für die Borussia. Nur das bessere Torverhältnis qualifiziert den BVB erneut für die Champions League. Das Ende war nur auf dem Papier versöhnlich.

Merkwürdige Saison

Einmal im Jahr, immer am letzten Spieltag, wird auf den Plätzen der Republik fleißig gerechnet - und das Fernglas ausgepackt. Diesmal auch mit Beteiligung von Borussia Dortmund. Vor dem Schlussakt in dieser merkwürdigen Bundesliga-Saison hatte der BVB drei Zähler Vorsprung auf den Samstags-Gegner 1899 Hoffenheim, drei auch auf den Tabellenfünften Leverkusen, der im Fernduell mit dem BVB zudem auch noch die um sechs Tore schlechtere Tordifferenz aufholen musste.


Als Schiedsrichter Manuel Gräfe zur Pause pfiff, war dieser Rückstand schon ein gutes Stück weit aufgeholt - und Dortmund in großer Gefahr, die Champions League auf der Zielgeraden tatsächlich noch zu verspielen. Der BVB lag 0:1 hinten in Hoffenheim, Leverkusen führte 2:0. Auf der Dortmunder Bank wurde kräftig gezittert.

Götze auf der Bank

Trainer Peter Stöger in seinem letzten Bundesliga-Spiel für die Borussia hatte auf die Nicht-Leistung beim 1:2 gegen Mainz, als seine Mannschaft den ersten Matchball zur Königsklasse kläglich verspielt hatte, mit überraschenden Umstellungen reagiert. Der Österreicher stellte nach dem Ausfall der Stamm-Innenverteidiger Sokratis (Sperre) und Ömer Toprak (Wade) auf Dreierkette um, die Lukasz Piszczek, Manuel Akanji und Marcel Schmelzer bildeten.

Bundesliga, 34. Spieltag: 1899 Hoffenheim - BVB 3:1 (1:0)

Bilder der Bundesliga-Partie zwischen 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund.
Bilder der Bundesliga-Partie zwischen 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund.
Bilder der Bundesliga-Partie zwischen 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund.
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund.
Bilder der Bundesliga-Partie zwischen 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund.

Stöger opferte dafür allerdings auch Mario Götze und baute in Nuri Sahin neben Julian Weigl eine zusätzliche Absicherung ein. Bei Hoffenheimer Ballbesitz rückten zudem die Außen Christian Pulisic und Raphael Guerreiro, der erstmals in 2018 in der Startelf stand, nach hinten. Das funktionierte vor allem auf Pulisics Seite mehr schlecht als recht. Gegen den starken Offensivdrang von Nico Schulz sah der Amerikaner ein ums andere Mal schlecht aus.

Luftige Dreierkette

Zwei Flanken von Jadon Sancho fanden in der Anfangsphase keine Abnehmer. Hoffenheim, hinten mit einer sehr luftigen Dreierkette, bot einige Angriffsflächen, aber der BVB setzte das Pressing zumeist nur sehr halbherzig ein. Guerreiro prüfte mit zwei Distanzschüssen 1899-Torhüter Oliver Baumann - das waren die ersten Chancen des Spiels (15./18.). Zuvor hatte Sancho einen vielversprechenden Konter schlampig zu Ende gespielt, als er den freien Marco Reus übersah.

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Im Zentrum stand der BVB zumeist noch sicher, doch ein Riesenbock von Schlussmann Roman Bürki öffnete die Partie und erhöhte den Druck auf die Schwarzgelben. Dem Schweizer versprang bei der Annahme ein normaler Rückpass von Schmelzer, sein hektischer Rettungssschlag landete beim vorgerückten Andrej Kramaric, der sich den Ball noch einmal zurechtlegte und dann trocken ins Eck vollstreckte (26.).

Schürrle vergibt Riesenchance

Das Gegentor, vor allem die Art und Weise, wie es fiel, passte so richtig ins Bild - und nicht zufällig verschleuderte Dortmund auch die Chance, Bürkis Fauxpas schnell zu korrigieren. Akanji, der als Mittelmann der Dreierkette zuverlässig agierte, eroberte im Mittelfeld mit einem energischen Zweikampf den Ball, sein Pass gegen die aufgerückte Hoffenheimer Defensive brachte Andre Schürrle ein Eins-gegen-Eins gegen Baumann. Schürrle, etwas überraschend für Maximilian Philipp in der Startelf, hatte wohl zu viel Zeit - er schlenzte den Ball neben das Tor (34.). Akanjis gewonnener Zweikampf war eine Ausnahme in der ersten Hälfte, mit 60 Prozent gewonnener Duelle war die TSG da klar überlegen.

DORTMUND/SINSHEIM Was seit vielen Wochen ein offenes Geheimnis ist, wurde jetzt endlich offiziell bestätigt: Die Zusammenarbeit zwischen Peter Stöger und dem BVB endet am 30. Juni.mehr...

Der BVB wackelte. Den Schuss von Adam Szalai wehrte Bürki mit dem Fuß ab, Zubers Nachschuss blockte Piszczek knapp vor der Linie (53.). Leverkusen erzielte parallel das 3:0. Die fehlende Überzeugung im Ballvortrag war unschwer zu erkennen, die Angst steckte in den Beinen.

Reus stochert den Ball über die Linie

Doch dann belebte einmal mehr Marco Reus seine Mannschaft - es war ein Treffer mit einer gehörigen Portion Glück. Guerreiro hatte sich über außen irgendwie durchgedribbelt, sein Ball landete eigentlich im Rücken von Reus, dem die Kugel dann im Fallen doch wieder vor die Füße fiel. Mit derr rechten Fußspitze stocherte er die Kugel ins Netz (58.).

Das veränderte die Situation deutlich, doch Dortmunds Zweikampfschwäche sollte schnell wieder für eine abermalige Wende sorgen. Guerreiro verlor außen den Balll, Schmelzer und Weigl kamen gegen Uth nicht ins Kopfballduell, dann durfte Kramaric zu Szalai durchstecken - dessen Lupfer über Bürki brachte die TSG wieder in Front (63.). Weil Hoffenheim nun nur noch ein Treffer fehlte, um tabellarisch am BVB vorbeizuziehen, brachte Trainer Julian Nagelsmann in Nadiem Amiri sofort eine zusätzliche Offensivkraft.

Bürki segelt am Ball vorbei

Das Unheil nahm nicht überraschend seinen Lauf: Bürki segelte an einem Freistoß vorbei, Akanji rettete auf der Linie noch spektakulär. Den Abpraller drosch Pavel Kaderabek in die Maschen, es stand 3:1 (74.). Hoffenheim zog damit vorbei, die um ein Treffer bessere Tordifferenz und die Mehrzahl geschossener Tore schützten den BVB in diesem Moment noch vor dem Absturz in die Europa League.

Als in Leverkusen der Videobeweis den Elfmeter für Bayer stornierte, dürften alle in Schwarzgelb tief durchgeatmet haben. Der BVB sehnte den Abpfiff herbei, der Treffer Hannovers zum 1:3 in Leverkusen beendete das Zittern. Und Peter Stöger erklärte wenigen Minuten später, dass die Zusammenarbeit zwischen ihm und Borussia Dortmund am 30. Juni endet. Es muss ein Neuanfang her.

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