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3450 Kilometer Luftlinie trennen den BVB vom Playoff-Gegner FK Qarabag

Exotischer geht nimmer

DORTMUND Sebastian Kehl musste erst einmal in den Atlas schauen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Und selbst Nuri Sahin, für gewöhnlich Dortmunds „Auslandsexperte“, musste passen: „Der Klub sagt mir überhaupt nichts.“ Der FK Qarabag, Borussias Gegner für die Europa League-Playoff-Runde (19. und 26. August), sorgte für allgemeines Rätselraten.

von Von Matthias Dersch

, 06.08.2010
3450 Kilometer Luftlinie trennen den BVB vom Playoff-Gegner FK Qarabag

epa04822392 The gold medalist team of Germany celebrates after winning the final between Bulgaria and Germany of the men's Volleyball tournament at the Baku 2015 European Games in Baku, Azerbaijan, 28 June 2015. EPA/VASSIL DONEV +++(c) dpa - Bildfunk+++

„Reisetechnisch ist Qarabag sicher nicht das beste Los“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc nach der Auslosung in Nyon: „Aber dass die Reise beschwerlich ist, darf keine Rolle spielen.“ Stolze 3450 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Dortmund und Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans. Dort trägt der von Qurban Qurbanov trainierte Klub viele seiner Heimspiele aus, seitdem sich Agdam – die eigentliche Heimat des Vereins – in Folge der Besetzung durch armenische Separatisten in eine Geisterstadt verwandelt hat.

Da das Hinspiel zunächst am 19. August in Dortmund stattfindet, ist der BVB gezwungen, zwischen den Bundesliga-Partien gegen Leverkusen (22. August) und in Stuttgart (29. August) eine wahre Ochsentour auf sich zu nehmen. „Wir dürfen nicht jammern, denn wir haben es uns selbst ausgesucht. Wir wollten unbedingt international spielen“, meint Nuri Sahin: „Wenn wir weiterkommen, wird uns die Reise auch nicht sonderlich weh tun.“ Die Chancen auf einen Einzug in die enorm lukrative Europa League Gruppenphase, die dem BVB Mehreinnahmen von mindestens fünf Millionen Euro garantieren würde, stehen in der Tat nicht schlecht. Unterschätzen sollte man „die große Unbekannte“ (O-Ton KGaA-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke) jedoch nicht: In der dritten Qualifikationsrunde setzte sich Qarabag immerhin gegen Wisla Krakau mit zwei Siege (1:0, 3:1) durch.

„Wer den polnischen Vizemeister ausschaltet, ist sportlich ernst zu nehmen“, sagt Dortmunds Trainer Jürgen Klopp: „Aber an unserer Zielsetzung ändert sich nichts.“ In der heimischen Liga zählt Qarabag nur zum Mittelmaß, auch wenn der letzte große Erfolg (Pokalsieger 2009) noch nicht allzu weit zurückliegt. International sorgten die Blauweißen allerdings schon im letzten Jahr für Aufsehen, als sie Trondheim vor tobenden Rängen im Tofiq-Bahramov-Stadion von Baku in der zweiten Quali-Runde ausschalteten. Ein Spaziergang wird der Ausflug ins weit entfernte Aserbaidschan also sicher nicht. An der Einschätzung von Kehl gibt es dennoch nichts zu rütteln: „Es hätte schlimmer kommen können. Wir werden die Gruppenphase erreichen.“  

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