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Andreas Möller: "Wir sind dran mit dem Titel"

Fußball-Europameisterschaft

Diese Pose ging zumindest durch ganz Europa: Wie ein Feldherr stützte Andreas Möller die Hände in die Seiten, nachdem er im Halbfinale der EM 1996 im Elfmeterschießen den entscheidenden Ball verwandelt hatte. Wir sprachen mit dem 44-Jährigen, der unter anderem für Borussia Dortmund und Schalke spielte.

DORTMUND

21.06.2012
Andreas Möller: "Wir sind dran mit dem Titel"

Andreas Möller (l.) jubelt mit Trainer Berti Vogts nach dem Gewinn des EM-Titels 1996.

Ab sofort wird jeder kleine Fehler mit der Heimreise bestraft. Die Vorrunde hat ohnehin schon gezeigt, dass auch jetzt wieder Außenseiter ihre Chance haben. Diesmal sind es die Griechen, 1996 standen die Tschechen im Finale gegen uns, sie hatte auch keiner auf dem Zettel.

Wir haben sicher keine Fußball-Revolution gesehen. Aber es ist auffällig, welche Defensiv-Leistungen die Mannschaften bieten, da läuft kein Team ins offene Messer. Beeindruckend auch das genaue Passspiel und die enorme Ballsicherheit. Solange du selbst den Ball hast, schießt der andere eben kein Tor.

In dieser Mannschaft steckt wahnsinnig viel Qualität. Wir haben einen unglaublich breiten Kader, von 1 bis 20, sehen Sie nur mal, wie stark Lars Bender gegen Dänemark auftrumpfte. Wir haben bisher den stärksten Eindruck hinterlassen, sind mit Spanien auf Augenhöhe. Wir sind jetzt eigentlich dran mit dem Titel.

Schwierig, es ist natürlich eine ganz andere Generation. Wir waren 1996 eine sehr charakterstarke Mannschaft, mit vielen Führungspersönlichkeiten, mit einem unglaublichen Siegeswillen und großer Kampfkraft. Nehmen Sie nur mal Dieter Eilts. Damals haben sich alle dem Erfolg untergeordnet, und der Bayern- und der BVB-Block haben perfekt harmoniert.

Sie hat trotz ihrer Jugend schon einen enormen Entwicklungsprozess hinter sich. Wir haben so viele Talente wie selten, und denken Sie nur mal daran, dass ein Thomas Müller erst 22 Jahre alt ist. Wenn Sie zusammen bleiben, werden sie noch stärker. Und dahinter kommen schon ein Reus, ein Götze, da müssen wir uns keine Sorgen machen. Wirklich, wir sind reif für den großen Triumph.

Je länger ein Turnier dauert, desto mehr dürften sich unsere Tugenden durchsetzen, wir können die Spannung auch über Wochen hochhalten. Das ist nicht bei allen der Fall, Russland beispielsweise konnte nur einmal glänzen. Das ist eben eine Mentalitätsfrage.

Der Star der EM wird wohl am 1. Juli im Endspiel stehen und dann vielleicht das Finale mit seinem Treffer entscheiden. Ich hoffe natürlich ein deutscher Spieler. Warum nicht Mario Gomez?

Nein, es juckt nicht. Ich habe ja meine schönen Erinnerungen.

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