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Umzug nach Deutschland

Araber Loai Mansour hat sich in den BVB verliebt

DORTMUND Loai Mansour ist etwas außer Atem. Er muss kurz innehalten. Dann folgt die Erklärung seiner Verspätung: Mit dem Taxi auf dem Weg zum Stadion im Stau gestanden, Handy im Taxi vergessen, fast eine Stunde gewartet. Jetzt ist er gerade im Signal Iduna Park angekommen. Noch 25 Minuten bis zum Anstoß. Die Zeit reicht gerade noch aus, um seine Geschichte zu erzählen. Sie ist verrückt, absurd, liebenswürdig. Alles dreht sich um Borussia Dortmund.

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Loai Mansour auf der Südtribüne im Signal Iduna Park.

Loai Mansour mit BVB-Spieler Mats Hummels.

Loai Mansour mit BVB-Spieler Julian Weigl.

Alles beginnt im Jahr 2010. In Dammam. Saudi-Arabien. Loai Mansour, natürlich noch Schüler, stößt im Internet auf ein - für BVB-Anhänger alltägliches - Foto. Die Spieler sitzen vor der Südtribüne, feiern den Sieg mit ihren Fans. „Für mich“, sagt er, „war das etwas unnormal. Das hat mich neugierig gemacht und habe weiter gesucht.“ Viele Youtube-Videos später steht für den damals 15-Jährigen fest: „Da muss ich einmal live dabei sein.“

6000 Kilometer bis nach Dortmund

Nun gut. Von Dammam bis Dortmund sind es ja nur knapp 6000 Kilometer. Klingt total realistisch. Loai Mansour will seinen Traum dennoch verwirklichen, kaut seinen Eltern mehrere Ohren ab. Mit Erfolg. Zwei Jahre später ist es soweit: Am 19. Oktober 2012 landet sein Flieger in Düsseldorf, zwei Stunden später steht er vor dem Stadion. „Ein unvergesslicher Augenblick“, sagt er. Zu diesem Zeitpunkt besteht sein deutscher Wortschatz aus drei Wörtern. Ja, Nein, Tor!

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Doch die Beziehung zu Schwarzgelb wird direkt auf eine harte Probe gestellt. Das Revierderby steht an. Mansour besorgt sich eine Karte auf dem Schwarzmarkt. Der BVB verliert mit 1:2. Vier Tage später ist alles anders. Champions League gegen Real Madrid. Das erste Mal auf der Südtribüne. Lewandowski, Ronaldo, Schmelzer. Dortmund gewinnt 2:1. Glückseligkeit.

Estadio Santiago Bernabéu

Die große Reise endet zwei Wochen später im Estadio Santiago Bernabéu. Wieder Real gegen den BVB. Dieses Mal ein 2:2. Das ändert auch die Wahrnehmung in Saudi-Arabien. „Als Dortmund 2012 Deutscher Meister geworden ist, gab es kein einziges Trikot dort zu kaufen“, erzählt Mansour. „Aber nach diesen beiden Spielen gegen Real gab es sie - und sie waren sofort ausverkauft.“

In Dammam geht der Alltag weiter. Die Ferien sind vorbei, Loai Mansour muss wieder zur Schule. Aber es entwickelt sich eine Idee, die die Marketing-Abteilung des Vereins nicht besser hätte malen können. Mansour will dem BVB nahe sein, sehr nahe. Wieso nicht in Deutschland studieren? „Ich habe mit meinen Eltern lange darüber diskutiert. Dank Dortmund gefiel mir das Land sehr gut. Viele meiner Freunde sind zum Studieren in die USA gegangen und haben monatelang versucht, mich von meiner Idee abzubringen“, sagt er. „Es war eine schwierige Entscheidung. Am Ende habe ich die Zusage meiner Eltern bekommen und konnte endlich nach Deutschland ziehen.“

Klopp-Einladung

Der Weg führt nach Bonn. Aus 6000 werden 150 Kilometer. Geht doch! Loai Mansour lernt enorm schnell die deutsche Sprache, nur einige Ruhrpott-Redewendungen machen noch Probleme.

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Die verrückte Geschichte spricht sich natürlich herum. Ex-Trainer Jürgen Klopp lädt den Araber sogar zu einem Trainingsbesuch nach Brackel ein. Jetzt hat er nur noch einen Wunsch. „Ich möchte bei den Ultras reinkommen.“ Glücklich nach Hause

Abstecher nach Dubai?

Loai Mansour verabschiedet sich Richtung Block 12. In wenigen Augenblicken beginnt das Spiel gegen Frankfurt. Der BVB wird 4:1 gewinnen, der Fan abends glücklich zurück nach Bonn fahren. Bald geht es zurück nach Saudi-Arabien - eventuell mit einem Abstecher nach Dubai.

Dort bereiten sich die Dortmunder Spieler zwischen dem 7. und 16. Januar auf die Rückrunde vor. „Vielleicht schaue ich mir ein Testspiel an, dort wohnt meine Tante.“ Die Geschichte geht weiter. Verrückt, absurd, liebenswürdig.

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Loai Mansour auf der Südtribüne im Signal Iduna Park.

Loai Mansour mit BVB-Spieler Mats Hummels.

Loai Mansour mit BVB-Spieler Julian Weigl.

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