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"Auge" auf Mission: Peter Krawietz analysiert Qarabag

7000 Flug-Kilometer

Einsam drehte Peter Krawietz am Dienstag seine Runden auf dem BVB-Trainingsgelände in Brackel. Der Co-Trainer von Jürgen Klopp – genannt „Das Auge“ – musste seine müden Beine lockern. 7000 Flug-Kilometer hatten ihre Spuren hinterlassen.

von Von Matthias Dersch

, 11.08.2010
"Auge" auf Mission: Peter Krawietz analysiert Qarabag

Dortmund - Baku - Dortmund binnen zwei Tagen: BVB-Chefanalytiker Peter Krawietz hat im Moment reichlich zu tun.

Denn der 38-Jährige, der beim BVB unter anderem für die gern genutzten Videoanalysen zuständig ist, war am Sonntag schon einmal in Baku, der Landeshauptstadt Aserbaidschans, um den Europa League-Playoff-Gegner FK Qarabag Agdam im Spiel gegen Neftci Baku (1:1) persönlich unter die Lupe zu nehmen.

Was er dort gesehen hat, gefiel Krawietz allerdings nur bedingt. Einerseits zeigte er sich begeistert von „der tollen Stadt, die mich ein wenig an Berlin von vor zehn Jahren erinnert. Alles wächst und entwickelt sich wahnsinnig mit westlichen Standards.“ Andererseits musste er feststellen, dass sich die öffentliche Wahrnehmung in Deutschland dann doch massiv von der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der „großen Unbekannten FK Qarabag“ (O-Ton KGaA-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke) unterscheidet. „Das Team ist keinesfalls Laufkundschaft für uns. Es sollte auch im Umfeld niemand mit einem Spaziergang rechnen“, meint Krawietz deshalb warnend, sagt jedoch auch: „Es ist im Vorfeld nicht so einfach, zu antizipieren, was da wirklich auf uns zukommt. Deshalb ist es umso wichtiger, voll konzentriert an die Sache heranzugehen.“ Intern sei man aber ohnehin nie davon ausgegangen, ein „Freilos“ erwischt zu haben – auch wenn sich die Kenntnisse über den aserbaidschanischen Spitzenklub zuvor in engen Grenzen hielten.

Nach seinem Kurztrip fühlt sich Krawietz in diesem Eindruck bestätigt: „Qarabag hat eine sehr homogene Truppe ohne ein erkennbares Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft. Sie sind gut organisiert und haben eine große Stärke: Dank ihrer schnellen und variablen Außen sind sie sehr gut im Schnellangriff.“ Besonders beim Hinspiel im Signal Iduna Park (19. August) dürfte FK-Trainer Qurban Qurbanov diese Qualität seiner Elf ausspielen wollen. Doch es sind nicht nur die sportlichen Eigenschaften, die Krawietz mahnend den Finger heben lassen. Angesichts des fast windstillen Sommers am kaspischen Meer erwarten die Borussen auch am Abend noch Temperaturen über 30 Grad.

„Über der Stadt hängt eine richtige Hitzeglocke“, berichtet Krawietz über seine Erfahrungen vom Sonntag und folgert: „Es wird für uns eine besondere Herausforderung.“ Er vergisst jedoch nicht zu betonen: „Natürlich immer vor dem Hintergrund, dass wir auch diesen Gegner schlagen können.“ 

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