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BVB-Gegner: Bayers Bauarbeiter

LEVERKUSEN Als Bauarbeiter präsentieren sich die Profis von Bayer Leverkusen in der Werbekampagne, die vor der am Samstag startenden Saison gefahren wurde. Stefan Kießling mit Helm und Kettensäge, Rene Adler mit Vorschlaghammer, alle im Unterhemd und mit (Heil-)Erde beschmiert – der Werks-klub bildet sich was ein auf sein Dasein als Bauherr einer Großbaustelle.

von Von Bruno Scheliga

, 15.08.2008
BVB-Gegner: Bayers Bauarbeiter

Bayer-Pokaljubel um Neuzugang Patrick Helmes (vorne).

Für rund 70 Millionen Euro (geplant waren mal erheblich weniger) wird die BayArena umgebaut, die Fans, die heute die Borussia begleiten, können sich auf Fußball pur einstellen: Ohne schützendes Dach über dem Kopf, kein Luxus im einstigen Schmuckkästchen, dafür Bagger, Kräne, Baubuden und jede Menge Schmutz. Als Baustelle präsentiert sich dem neuen Trainer Bruno Labbadia auch (noch) sein Team. Der Liga-Novize (gekommen von der SpVgg Greuther Fürth) mochte sich gar nicht so recht freuen über die Tatsache, noch nie mit solchen Klassespielern zusammen gearbeitet zu haben. Sie trudelten nämlich erst nach und nach von der EM ein. „Uns fehlen drei Wochen Vorbereitung“, jammerte er und bekam von Sportchef Rudi Völler gleich den ersten Konter: „Wenn wir einmal keine Spieler für die Nationalmannschaften abstellen, haben wir ein echtes Problem. Dann hätten wir nämlich einen schlechten Kader.“

Den befehligt Labbadia (der als ständig hinterfragender, oft kritisierender Trainer das Gegenstück zum kommunikativen Mchael Skibbe darstellt) nun nicht gerade. Verzichten muss er gegen die Borussia auf jeden Fall auf die Nationalspieler Bernd Schneider und Lukas Sinkiewicz, ebenso auf die als Alternativen eingeplanten Hans Sarpei und Vratislav Gresko. Doch den größten Verlust erlitt Bayer erst am Mittwoch. Da fiel Rene Adler, der designierte Nationalkeeper, so unglücklich auf die Schulter, dass er für die kommenden Aufgaben passen muss. Eine arthroskopische Untersuchung in Heidelberg ergab am Freitag immerhin, dass Adler keine schwere Blessur erlitten hat. Dem Blondschopf wurde ein Delle am geprellten Knochen begradigt, weder Bänder noch das Gelenk waren in Mitleidenschaft gezogen, „in vier Wochen“, so Rudi Völler, „ist er wieder dabei.“ Sein Stellvertreter heißt Benedikt Fernandez (Labbadia: „Er ist ein Treiber im Training und Vorbild für die anderen jungen Spieler. Bei ihm mache ich mir keine Sorgen!“), ist ebenfalls 23 und Student der Volkswirtschaftslehre an der Uni Köln. Ein lustiger Junge ohne Angst („Für diese Situationen trainiere ich doch!“) und mit ein wenig Erfahrung. Als Vorgänger Adlers im Februar 2007 erlitt er eine 0:1-Pleite gegen Hannover 96, als dessen Vertreter feierte er in der vergangenen Spielzeit drei Siege: 5:0 gegen den FC Zürich, 5:1 gegen Galatasaray Istanbul (UEFA-Cup), 1:0 gegen Schalke.

Angesichts der Handvoll Verletzter stellt sich Labbadias Team fast von selbst auf. Im Mittelpunt des Interesses stehen die Neuzugänge, die sich gerecht verteilen: Henrique (21) und Constant Djakpa (21) zentral und links in der Abwehr, Renato Augusto (20) im offensiven Mittelfeld sowie Patrick Helmes (24) im Angriff. Renato, für 6 Millionen Euro vom FC Flamengo gekommen, begeisterte beim 3:2-Zittersieg in Oberhausen mit einem Tor aus knapp 30 Metern. Und bekam in dieser Woche prompt Schonung verschrieben. Nicht zur Belohnung für den Treffer. Entscheidend war, dass er bereits die dritte (!) Saisonvorbereitung in Serie absolvierte: die erste mit Flamengo vor dem Start in die Reginalmeisterschaft, die zweite nach einer überwundenen Verletzung, nun die für Bayer. Kraft tanken war also angesagt – ob sie am Samstag gegen Borussia Dortmund schon zum Sieg reicht?

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  • Schiedsrichter der Partie zwischen Bayer und Borussia ist Peter Gagelmann (40/Bremen). Der Karosserieflanscher leitet zum elften Mal eine Partie mit Beteiligung von Borussia Dortmund (3 BVB-Siege, 1 Remis, 6 Niederlagen)
  • Das Standardwerk ist wieder da – optisch und inhaltlich beeindruckend wie immer: Borussia Dortmunds druckfrisches Jahrbuch 2008/2009 ist ab sofort in allen Fanshops und online unter www.bvb.de zu erwerben. Kostenpunkt: 9 Euro.
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